Diakonusüberwiegend -c-; auch lat flekt; mehrf abgekürzt ‘Diakon., -con.’ (Diacon Tgb 27.2.04wohl versehentl ohne Abkürzungspunkt, vglTgb 23.1.04) ain der ev Kirche:
[Bd. 2, Sp. 1173]
ordinierter Geistlicher neben dem PfarrerDer Diaconus predigte in hergebrachten bergmännischen PhrasenN9,144,24 ZinnwaldeAltenbguö bPl für die Vorsteher der Diakonie der deutsch-reformierten Gemeinde in Frankfvon Seiten .. derer Herren DiakonorumDjG35,223,22 RAnw [7.4.75]DjG35,224,11 ebd cin der orthodoxen Kirche: Geistlicher, der um einen Weihegrad unter dem Priester stehtder Russische Diaconus [an der griech Kapelle in Weim]B20,101,20Meyer1.7.08Frau DiaconusTgb 3.1.12 [vgl Diakonussin] uö Syn zu b Diakre
Dorothee Schröter
Diakonie-c-kirchl Verwaltungsstelle für karitative Gemeindearbeitdie Herren Vorsteher der Reformirten Deutschen D.DjG35,223,11 RAnw [7.4.75]DjG35,224,4 ebd
Dorothee Schröter
Diakonussinfür die Gattin des orthodoxen Diakons in Weimrußische DiaconussinTgb 17.12.12 vgl Diakonus(Frau D.)
Dorothee Schröter
Diakrenach frz diacre, wie Diakonus bmit den H[erren] Diakres über die Sache handelnB3,2,4Fahlmer22.11.75 Syn Diakonus
Dorothee Schröter
διακρίνεινscheiden, trennen; in Korrelation zu συγκρίνειν (verbinden, vereinigen), definitorisch mBez auf Platons Wortverwendung (in ‘Timaios’ 67)durch das Weiße werde das Gesicht entbunden, durch das Schwarze gesammelt. Wir mögen anstatt der griechischen Worte συγκρίνειν und δ. in anderen Sprachen setzen was wir wollen: Zusammenziehen, Ausdehnen, Sammlen, Entbinden, Fesseln, Lösen, rétrécir und développer etc. so finden wir keinen so geistig-körperlichen Ausdruck für das Pulsiren, in welchem sich Leben und Empfinden aussprichtN3,114,4 FlH II
Dorothee Schröter
Diakrisiseinmal διάκρισιςanalog gebraucht zu ‘Diastole’ (sd) iSv Erweiterung, Ausdehnung; stets in Korrelation zu ‘Synkrisis’, zur Bezeichnung der PolaritätWer zuerst aus der Systole und Diastole, zu der die Retina gebildet ist, aus dieser Synkrisis und D., mit Plato zu sprechen, die Farbenharmonie entwickelte, der hat die Principien des Colorits entdeckt48,204,3 MuR(1079)wenn sie [die Philosophie] unsere ursprüngliche Empfindung als seyen wir mit der Natur eins .. in ein tiefes, ruhiges Anschauen verwandelt, in dessen immerwährender συγκρισις und διακρισις wir ein göttliches Leben fühlen .. dann ist sie mir willkommenB15,280,28Jacobi23.11.01N1,296,11 FlD 739 [Zit s v Diastole] uö in Fl vgl Ausdehnung Diastole
Dorothee Schröter
Dialektauch -c- aRegional- od OrtsmundartIch war .. in dem oberdeutschen D. geboren und erzogen .. Jede Provinz liebt ihren D.: denn er ist doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Athem schöpft27,58,14 DuW 6Daher ist das .. Nothwendigste für den sich bildenden Schauspieler, daß er sich von allen Fehlern des D-s befreie40,139,15 Regeln fSchausp [G/Eckerm]Verdienst dieses Kunstwerks um die deutsche Sprache, jenen bedeutenden Straßburger D. und nebenher die verwandten oberdeutschen lebhaft und ausführlich dargestellt zu haben411,147,5 Üb:Arnold, Pfingstmontag [1820]B23,278,18WHumboldt8.2.1340,304,25u26 Üb:Hebel,Geduö bEinzelsprache od Sprachenzweig (einer Sprachfamilie)Die Serben besitzen eine alte Bibelübersetzung .. geschrieben in einem verwandten D., dem altpannonischen412,147,14 SerbLiederDie serbische Mundart ist also eine Unterabtheilung des südslavischen D-s412,147,6 ebd412,148,9 ebdzur Bezeichnung einer jüngeren Sprachstufe27,379,3 DuW Plp cin erweitertem Gebrauch (u im Bild)wir begrüßten ihn mit wenigen höflichen Worten, die er mit bellenden stotternden Tönen erwiderte, so daß ich mir keine Sylbe des hottentottischen D-s enträthseln konnte31,42,13 ItR[betr wiss Kommunikation] Es ist doch zuletzt alles eine Art von Sprache, wodurch wir uns .. mit Freunden unterhalten möchten. Diese haben nun etwa einen wenig abweichenden Dialect und da giebt es wohl einmal ein Mißverständnis, das aber wohl zu lösen ist wenn man sich eines gemeinsamen Idiodikons befleißigtB28,262,3Schultz24.9.17mBez auf eine die irdischen Gesetze transzendierende Sprache6,265 Div Höheres u Höchstes 21 → GWBHauptdialektGWBKinderdialektSyn Idiom Idiotikon Mundart
Dorothee Schröter
Dialektikselten -c(k)-Denkmethode od Argumentationstechnik, die im Verfolgen von Widersprüchen od Austragen von Gegensätzen besteht; als Bedingung sachl Erkenntnis wie auch als formalistisch virtuoses Verfahren im menschl (Widerspruchs-)Geist begründet a‘Organ’, Methode der ErkenntnisDie D. ist die Ausbildung des Widersprechungsgeistes, welcher dem Menschen gegeben, damit er den Unterschied der Dinge erkennen lerne1)422,258,1 MuR(1202)Die Mathematik ist, wie die D., ein Organ des innern höheren SinnesN11,137,19 MuR(605)im Kantexzerpt: ‘transzendentale D.’ als Kritik des Erkenntnisanspruchs reiner VernunftschlüsseN11,378 u 380 [Kant] bformale, bes schulmäßig ausgebildete (scholast) Logik bzw formales begriffl-analyt Verfahren; im wissenschaftsgeschichtl Zshg (FlH, Jungius) mehrf als dogmat Gegenspieler des neuzeitl EmpirismusPadua. | D., Bedingung der Studien jener Zeit. | Später herausgegebene Logik [‘Logica Hamburgensis’, 1638]N7,121,20 Jungius SchemaDer Menschenverstand .. drängte sich [im 16./17. Jh] zum Anschauen der lebendigen Umgebung .. Das wahre Genie kämpfte um seine Freiheit mit einer hohlen D., welche die allgemein wohlbekannte, dem Menschen eingeborne Widersprechungslust zu Kunst und Handwerk erhoben hatte, wodurch denn der Irrthum aller Art gehegt und technisch gefördert werden konnteN7,106,24 Jungius[üb die antithet Darstellungsweise in Grimaldis ‘Physico-Mathesis de Lumine, Coloribus et Iride’, 1665] man sieht wohl, daß der Verfasser in allen Subtilitäten der D. sehr geübt ist .. Im ersten Buch .. thut er alles Mögliche, um zu zeigen, daß das Licht eine Substanz sei; im zweiten Buch .. widerlegt er scheinbar seine vorige Meinung und verclausulirt diese Widerlegung auf’s neue dergestalt, daß er sie völlig vernichtetN3,309,18 FlH VN4,406,17 Fl AnzÜbersuöim Kantexzerpt: ‘D.’ als Logik des ScheinsN11,378 [Kant] ―übertr auf den Bereich des IrrationalenDer Mysticismus ist die Scholastik des Herzens, die D. des Gefühls422,161,4 MuR(369)422,155,20 MuR(339) crhetor od sophistische Überredungskunst, -gabedaß .. er [Buffon] die Hülfe der Einbildungskraft nicht verschmähte; wodurch .. er aber sich von dem eigentlichen Element, woraus die Wissenschaft gebildet werden soll, einigermaßen entfernte und diese Angelegenheiten in das Feld der Rhetorik und D. hinüberzuführen schienN7,184,24 PrincPhilZool IIman kann sie [die Sprache] eben so gut zu einer spitzfindig-verwirrenden D. wie zu einer verworren-verdüsternden Mystik verwendenN11,97,22 MuR(1287)
[Bd. 2, Sp. 1174]
B24,156,16JJRiese14.2.14uöabgeblaßt für Streit, Wechselrede; ‘rhetorische D.’ für eine geschickte Dialogführung[nächtl Künstlerdebatte auf dem Tiber] auf der schwankenden Fähre ihrer D. den ferneren Lauf zu lassen32,153,23 ItRB34,250,24Gries20.5.21 vgl Logik Scholastik 1) vgl die nach Eckermanns Darstellung sehr ähnliche Formulierung im Munde HegelsGespr Eckerm 18.10.27
Josef Mattausch
Dialektikereinmal -c- aKenner, Lehrer der formalen (Schul-)Logikdie Paralogismen .. die Sub- und Obreptionen, und wie das Gezücht alles heißt, das ein D. viel besser .. bestimmen wird als ich es kannN11,309,14 Induktion492,231,8 Mantegna, Triumphzug Plp bscharfsinniger, in der Darlegung des Für und Wider brillierender Rhetorikermuß ich .. Diderots gedenken, des heftigen D-s, der .. mit großer Freimüthigkeit seine Paradoxen behauptete33,194,23 Camp vgl Aristoteliker Scholastiker Sophist
Josef Mattausch
dialektischselten -c(k)-; auch subst ader Methode der formalen (Schul-)Logik verhaftet, von ihr bestimmt; fast nur wissenschaftsgeschichtl (einmal im bildl Vergl)[FBacon] Das Abschließende der Schule beleidigte ihn. Er der für die Wirklichkeit geboren war .. fand das dialectische Wesen ganz hohl. Was die Alten für das wirkliche Wissen geleistet hatten, ward in jener Zeit nicht genugsam hervorgehobenN52,262,16 FlH IV Plp[FBacon] wie ein Hercules .. der einen Stall von dialectischem Miste reinigt, um ihn mit Erfahrungsmist füllen zu lassenB20,25,23Jacobi7.3.08N7,108,17 Jungius491,268,7 Mantegna,Triumphzuguöim Kantexzerpt: für den scheinhaften, sich in Widersprüche verwickelnden VernunftgebrauchN11,380 [Kant] bals Merkmal der Rhetorik, von Darstellungen, Äußerungs-, Verhaltensweisen: auf Wirkung, Überredung, auch bloße Auseinandersetzung, Behauptung des eigenen Standpunktes zielendRhetorik mit allen ihren historischen und d-en Erfordernissen36,278,20 BiogrEinzh Theat 1815ein fortdauerndes Setzen und Aufheben, ein unbedingtes Aussprechen und augenblickliches Limitiren .. Diese Art, welche eigentlich bloß d. ist und einem Sophisten ziemte, der die Leute zum Besten haben wollte, findet sich .. seit der scholastischen Zeit wieder zuerst bei NewtonN4,40,23 FlH VI[Kreis um PhNeri] ward ein Text der heiligen Schrift verlesen, worüber ein- und der andere sich, auslegend oder anwendend, .. vernehmen ließ .. d-e und spitzfindige Behandlung war durchaus verboten32,188,4 ItRwar er mehr von d-em als constructivem Geiste. Daher der beständige ἕτερος λόγος gegen alles, was man vorbrachte36,254,6 BiogrEinzh Herderdurch allerlei d-es Klopffechten [an allerley klopffechterischer Dialektik Var] .. ich hatte die gottlose Art alles zu bestreiten29,32,7 DuW 16411,352,22 Üb:Calderon,Tochter dLuftuöabgeblaßt: in Rede u Gegenrede (verlaufend)[betr Konflikt zw Vater u Sohn] wir müßten uns sehr irren, wenn ihn Euripides nicht auch d. zur Sprache geführt hätte412,39,9 Eurip,PhaethonVersuch28,208,6 DuW 13uöim Kunsturteil zur Kennzeichnung des Verschränkten, Verwickelten, SchwierigenDer zerbrochene Krug [HvKleists] .. Das Talent des Verfassers, so lebendig er auch darzustellen vermag, neigt sich doch mehr gegen das D-e hinB19,402,26Adam Müller28.8.07
Josef Mattausch
dialektisch-philosophischUnterscheidungsgabe und daher auch richtiges Zusammenstellen, wobei ihm denn seine dialektisch-philosophische Bildung sehr zu statten kommtN7,117,25 Jungius → metaphysisch-d.vgl aristotelisch scholastisch