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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
‘Bulmeswichs bis Loʰnwacht (Bd. 2, Sp. 786b bis 787a)
 
  PfWB Bulmeswichs spöttisch für Pomade, cosmétique’ CS. Vgl. pulmesquickeⁿ.

 PfWB  LothWB  RhWB wichseⁿ [wìksə u. weksə allg.; Ind. Pr. 2. Pers. wìk u. wek] 1. mit Wachs beschmieren, z. B. eingelegte Fussböden, oder mit Wichse, z. B. Lederzeug, und dann glänzend bürsten; (den Schnurrbart) mit Pomade bestreichen und spitz ausdrehen. 2. mit Ruten bestreichen, durchprügeln, reichlich Schläge geben. ‘gewixt’ Pfm. I 6. 3. von aufgetragenen Speisen und Getränken flott und tüchtig essen. Dismol haⁿ mⁱr awer gewichst! Z. 4. Part. flott, aufgeweckt, flink, schnell bei der Hand, willig, bereit. N-e gwichsteʳ Kërle Su. E gewichsts Bürstl Bürschchen Str. Zum Ësseⁿ bis gwichst! Ruf. s. ufgwichst. — Basel 317. Bayer. 2, 841.

 PfWB  RhWB durch wichseⁿ tüchtige Hiebe versetzen. Dr Schuelmeister het sini Bueweⁿ durchgewichst Bf.Bayer. 2, 842.

ufgwichst Adj. flott, munter, tüchtig. Das is eⁱn u. Bürstle Liebsd.Basel 294.

verwichseⁿ 1. hastig essen, mit grosser Esslust verzehren, namentlich leckere Speisen allg. E Haseⁿpfëffer v. Iʰ mein, mⁱr könnteⁿ jetz wuʰl so-n-e fīn Mümpfele mit eⁱnander v. Horbg. 2. prügeln allg. ‘Eine verwixe’ Str. JB. XI 121. — Bayer. 2, 842.

Baseⁿstubeⁿwichser m. Mann, der Klatschereien umträgt. ‘Do kummt der Lizeziat ... der Basestuwwewikser’ Pfm. I 3.

†‘Wichserin Hure’ Klein.Schwäb. 536.
 
 
Wiechsling, Weichsling [Wìəkslì m. Pfetterhsn. Heidw. Ensish. Su. Osenb. Hlkr.; n. Wyəkslə Mütt.; Pl. Wìəkslər Attenschw.; oft auch Waìkslì Pfetterhsn.]

[Bd. 2, Sp. 787a]
1. kleine, schwarze Kirschenart, spät reifend und zum Einmachen vorzüglich Pfetterhsn. Ensish. D W. sin chäufleʰ [aiflə] die (roten, sauren) Weichselkirschen werden gerne gekauft Attenschw. 2. Weichselholz Su. Osenb. Mütt.; Kirschbaum, der schwarze Sauerkirschen trägt: Mⁱr hän e W. im Garteⁿ Hlkr. s. auch Weichsel. — Basel 315.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Wacht [Wâχt fast allg.; Wàχt Mü.; Wôχt Geisp. K. Z.] f. 1. Wache, bes. Nachtwache. Wer het d W.? wer ist heute auf W.? Geisp. ‘Vas! dr Falätin o brïngt mä mït ärä vacht!’ Landsman Lied. 108. ‘Sie haben auch die wachten gestärckht’ Petri 418. ‘Item die hten und wahten sollent wir glich tn’ Str. 1463 Brucker 522. 2. Wachthaus, Wachtstube. Eineⁿ (und eim) uf d W. bieteⁿ zum Wachtdienst bestellen Bf. Uf dr W. üwer Nacht bliweⁿ im Wachtgebäude die Nacht zubringen, was in früheren Zeiten besonders Handwerksburschen und arme Reisende, auch Bettler, taten. Syn. Wachthüsl Hf. 3. Adj. w. sin zur Wache befohlen sein, Wachdienst tun. Wer is hüt w.? Hf. Bayer. 2, 842.

Häfelewacht f. Bewachung und Pflege einer Wöchnerin Heidw.

Loʰnwacht f. alter Spielausdruck beim Schnellkugelspiel Str. ‘s'hett, wer sin Fortun verlore, Kriejt sin Lohnwacht, jede Rytt’ Schk. 197.