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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
über springeⁿ bis Simseⁿspringer (Bd. 2, Sp. 559b bis 560a)
 
  PfWB  RhWB über springeⁿ übertreiben; Part. als Adj. Dis sin üwersprungeni Sacheⁿ! übertriebene Dinge Saush. St.

uf springeⁿ 1. in die Höhe springen Hf. 2. bersten, klaffen, platzen. Ufgsprungeni Händ bekommt man bei grosser Kälte, zumal wenn man sie nach dem Waschen nicht ordentlich abtrocknet. Bei grosser Trockenheit springt der Boden auf.

umenander springeⁿ umherspringen Su.

verspringeⁿ zerspringen. Wëⁿⁿ mr heiss Wasser in e Glas schüttt (Wëⁿⁿ meⁿ irdereⁿ Gschirr uf en iseri Platt stellt Bf.), se verspringt s gërn Dü. ‘dass die Fenster dadurch versprungen’ Mü. 1663, Als. 1868, 306. Iⁿ s Hanseⁿjerris Seppl is e Kuej versprungeⁿ vom grüeneⁿ Klee Bf. Der frisst un suft, ass r schier vrspringt Z. JB. VII 196. Übtr. Ich bin schier versprungeⁿ für Lacheⁿ Hf., vor Zorn Bf., vor Wuet Su. ‘diss isch jo zuem V.’ Pfm. IV 3. Ähnlich s Hërz is mⁱr schier versprungeⁿ vor Kümmernis Z. ‘s Herz verspringt merr fascht’ Horsch Hüssjé 29. ‘Heisse Thränen werden fliessen Bis dass mir mein Herz verspringt’ aus einem Volksl. Als. 1854, 177. ‘dass er (der Kopf) schier verspringt’ Horsch JB. VIII 182. Derbe Verwünschung: Der soll v. an verreckeⁿ! K.Basel 113.

 PfWB  RhWB Springeⁿs Geberschw., Gsprings K. Z. n. Springerei.

 PfWB  LothWB  RhWB Springer m. wie hochd. allg. u. zw. 1. ein Mensch oder ein Pferd mit raschem Lauf, deshalb auch ein leichter, magerer Mensch. Dëʳ Bue is schoⁿ gross, awer s is nix an ⁱʰm, s is nur so n-e S. Dü. 2. Brustbein der Vögel Hf. zu einem aufschnellenden Spielzeug verwendet Horbg.

[Bd. 2, Sp. 560a]
Str. 3. Pl. in der Weberei 4 frei bewegliche Hölzer Bf. Bayer. 2, 703.

Drëckspringer m. einer, der zimperlich über den Kot hinweg zu kommen sucht (Schimpfn. für die Bewohner von Felleri.)

Hauspringer [Haùprìər Lützelstn. Dehli.; –preər Rauw.; Haỳpreər Wh.] m. 1. Heuschrecke. Rda. Er is duerr wi e H. Rauw. 2. kleine, schmächtige Person Dehli.

 PfWB Hoseⁿsackspringer m. kleiner Bursche Str. ‘syn Brüderle, der klain Hossesakspringer’ Pfm. III 7.

Lüfteⁿspringer m. flinker, lustiger Kerl Bisch. Str. K.

Simseⁿspringer m. flotter Mensch, Wagehals Ruf. Rapp.; wilder Geselle, der im Zorn auf das Gesimse springt S. St.; Neckwort für einen mageren, schlanken und flinken Menschen Ruf. Vor dëm S. mues diʰ doch nit förcheⁿ! Horbg.