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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
vor schribeⁿ bis Schriberei (Bd. 2, Sp. 515a)
 
 vor schribeⁿ die einzuübenden Buchstaben auf die Schiefertafel od. in das Heft vorschreiben. Alle (frz.), Gretl, schrib mⁱr vor! sagt das kleine Brüderchen Ingenh.

Schrib [ʿSríp Hf.] f. ( Kinderspr.) Feder, Bleistift, Griffel.

Schribeⁿs n. 1. fleissiges Schreiben. Jetz geʰts an e S.! Geberschw. 2. Schreiben, Brief. Ich hab hint e S. von ⁱʰm bekummeⁿ Hf. Hag. H. 3. Testament, Urkunde. ‘Adje, Schriwes, jetz isch alles hin!’ Horsch JB. X 178. — Bayer. 2, 595.

 PfWB  LothWB Gschribs n. 1. fortwährendes Schreiben Str. Su. 2. Geschreibsel, schlechte Handschrift. Ich kann dem sin G. nit lëseⁿ Hf.

Gschribeⁿs n. 1. Geschriebenes, Urkunde. Hän iʰr eps Gschriweⁿs? Bf. 2. Geschriebenes, im Ggs. zu Druck. Er kaⁿⁿ lëseⁿ wie-n-e Advekat, Gedruckts un Gschriweⁿs! Dü.

Schriber m. 1. Schreiber. 2. Notar. Rda. Deⁿ S. bstelleⁿ den Notar bestellen, zur Abfassung einer Urkunde Hf. Schwäb. 479. Bayer. 2, 597.

 PfWB  LothWB Gemeineschriber m. Gemeindeschreiber. Oiser Schuelmeister is aʰ G. Pfetterhsn.

Nickelschriber m. ein Schreiber, der wenig verdient Obbruck.

 PfWB Stadtschriber m. schmackhafte, saftige längliche Birne mit rotem Anflug auf der Sonnenseite Lohr.

Suschriber m. Spottn. arme Schreiberseele. Das is awer e hochmüetigeʳ S.! Co.

Schriberei f. 1. Schreibstube Hlkr. 2. (verächtl.) häufiges Schreiben, lebhafter Briefwechsel. Jetz haw iʰ bal genue mit deneⁿ Schriwereieⁿ! Ingenh.

[Bd. 2, Sp. 515b]