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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
schlutzeⁿ bis schmeichleⁿ (Bd. 2, Sp. 478a bis 478b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB schlutzeⁿ, schlotzeⁿ [lòtsə Heidw. Ingersh.; lùtsə Olti. Kerzf. Bf. Mutzig Illk. Str. Hf. Wörth Betschd. Lobs. Ndrröd.] 1. saugen, lutschen. In Afrika s. d Kinder an Salzstückle wi bi uns an Zuckerstëngle Illk. Kumm, iʰ gib dⁱr eps ze s. irgendwelche Süssigkeit, Zuckerwaren u. dergl. Str. ‘Er halt d’ Prob us un duet recht d’ Finger nooch mer schluzze’ Pfm. V 7. ‘Als wär’ sie üs de Kuttle g'schlutzt Dueht d Krankheit euch verflieje’ Franois Husm. 1886. 23. Drohung: Wiˡˡˢt du Backeⁿzäʰn s.? Str. 2. schlürfen, mit Wohlbehagen trinken. Ër schlotzt am Kaffee er schlürft den Kaffee Heidw. Er is üwerall drbi, wo s eps ze s. gibt Str. ‘E Gläsel ständerlings schlutze’ Kettner GvH. 60. — Bayer. 2, 540. Pfalz.

Schlutz m. Säufer Str.

Gschlutz n. fortwährendes Zuckerlecken Str.

 PfWB  LothWB  RhWB Schlutzer, Schlotzer [ʿSlòtsər Osenb. Hlkr. Weckolsh. Ingersh. Bebelnh.; ʿSlotsər Obhergh. Su. Geberschw. Co. Rapp.; ʿSlùtsər Ensish. M. Mittl. Kerzf. Bf. Betschd. Lobs. Ndrröd. Tieffenb.] m. 1. Saugbeutel für kleine Kinder. In ein Leinwandläppchen wird Zucker, vielfach mit Brot vermischt, eingebunden und dem Kind zum Saugen in den Mund gesteckt. Neuerdings tritt an seine Stelle mehr und mehr der Gummipfropfen. s Kind brüelt, gang, gib iʰm dr S.! Geberschw. Syn. Schnuller. 2. Schmeichelnamen für ein kleines Kind Bebelnh. 3. unreinlicher Mensch Weckolsh. 4. unsittliche Frauensperson Obhergh. Bayer. 2, 540. Pfalz.

Fabrikerschlotzer [Fàwrikərlotsər Obhergh.] m. verächtliche Bezeichnung für ein Mädchen, das in der Fabrik arbeitet. Wenn s e F. is, so is s schoⁿ gnue, iʰ will nix von iʰm wisseⁿ!

Fingerschlutzer m. ein Kind, das die Gewohnheit hat, an seinen Fingern zu saugen Ndrröd.
 
 
 PfWB  RhWB Schmu [ʿSmý Str.] 1. Gewinn, Profit beim Verkauf eines Gegenstandes. Er het S. gemacht. 2. insbes. (aber seltener) Weinpanscherei

[Bd. 2, Sp. 478b]
durch allzu reichlichen Wasserzusatz. — jüd. vgl. JB. XII 168.  DWB DWB. 9, 1112.
 
 
 PfWB  RhWB Schmach [ʿSmâχ Co. selten] f. wie hochd. ‘fo dam man vo mim fatär. soo shmoochä n aatoo hat’ Landsman Lied. 38. — Bayer. 2, 546.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB (schmacheⁿ in) verschmacheⁿ [fərmàχə Z.] 1. verschmachten. ‘auff das sie nicht daheim verschmachen’ Geiler Narr. 32 Kloster. 2. verenden. ‘s isch wunderli! Myn Madam schilt, Wenn mier e Gans verschmaacht; Doch wo's um's Menschelewe gilt, Do gitt mer nit viel Aacht’ sagt die Köchin Gretel Str. Wochenbl. 1872, Nr. 99.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB schmaucheⁿ [màùχə Büst] mit Gemütlichkeit (eine Pfeife) rauchen.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB schmeichleⁿ [maiχlə Co.; mæìχlə K. Z.; mǽχlə W.] streichelnd liebkosen. Kumm, du min Liwes, schmeⁱchl mich e bissl! Wh. s. flattiereⁿ. — Bayer. 2, 541.