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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Gsetzle bis Sitz (Bd. 2, Sp. 383b bis 384a)
 
 Gsetzle, Gsëtzle, Gsetzel [Ksatslə Pfetterhsn. Steinbr. Hi.; Ksètslə Lutterb. bis M.; Ksètsl Bebelnh. U. W.] n. kleiner Abschnitt in einem Buche, Strophe, Vers. Das Gsetzle (Frage u. Antw. im Katechismus) hes glich usseⁿwëndig glerⁿt kannst du bald Horbg. ‘Wenn er e so ne Gsätzle baüt’ einen Vers macht Lustig I 20. ‘Unn am End vonn jedwedderem Gsetzel singe-n-err Alli mit’ Stöber Daniel 26. Singe noch e Gsetzle! noch ein Lied Su., bëte noch e Gsetzl 10 Ave Maria des Rosenkranzes Bf., e Gsetzl vum Rosseⁿkranz Ndrröd. ‘er hab dann vor eyn gesetzlin gepfiffen’ Fisch. Garg. 25. E Gsetzle schlofeⁿ eine Weile schlafen Ruf., e Gsätzle lacheⁿ Hi. ‘Gsetzel’ Elsass 25. 7. 92. Ein Gesätze war beim Minnegesang eine dreiteilige Strophe. Pl. Gsetzler kleine Liedchen, Gassenhauer Dü.

Neügsetz n. junges, neu angebautes Rebstück Su. Ruf.

 PfWB  LothWB  RhWB Setzling [Sètslik Fisl. Steinbr.; Sètslì Hi.; Sètsle Su. Wh.; Sètslæ M.; Sètsli Kerzf. Ndhsn. Str. K. Z. Han.; Pl. ebenso] m. (selten n. Ndhsn.) 1. junge Pflanze zum Aussetzen auf ein anderes Land. D S. setzt mr, wënns grëjⁿt het

[Bd. 2, Sp. 384a]
Ndhsn. 2. ein spasshafter Mensch. Das is e rëchteʳ S.! Fisl. Bayer. 2, 343.

 PfWB  RhWB Setzer m. Saatkartoffel Horbg. K. Z. Bei einer schlechten Kartoffelernte sagt man bisw.: Di sin deⁿ S. nit wërt Z., od. dis Joʰr het's deⁿ S. ni gën Ingenh.

Bsetzer m. Pflasterer Pfetterhsn. Hlkr. Ruf. Rda. Schaffeⁿ wie e B. angestrengt arbeiten Rapp.; Zss. Gasseⁿbsetzer Katzent.

Kanteⁿsetzer Geberschw., Kantersetzer Hi. m. Werkzeug des Schusters, mit dem er Kanten an den Sohlen bildet.

 PfWB  RhWB Ufsetzer m. Kegeljunge. Das is für dr U.! Katzent.

ufsetzig [ùfsètsik O. Bf.; ùfsètsi K. Z.; ùfsètsiχ Ingw.] Adj. 1. geneigt zu schaden, aufsässig. Miⁿ Nochber is mⁱr u. Bf. D Muckeⁿ sin eiⁿm hüt eso u. lästig Dü. ‘denn die Lothringischen inen uffsetzig woren’ Str. 1592, Als. 1858, 22. 2. versessen auf etw. U. siⁿ gierig nach etw. verlangen Hi. Er is im Schnaps u. trinkt gern Schnaps Dü. Dëʳ Bueb is deⁿ Nusseⁿ u. Hi. s. gefär 2. — Basel 293. Bayer. 2, 344.

ertsetzlich [ərtsètslik Mütt.] Adj. entsetzlich, ungeheuer. s vorig Joʰr het s e. vil Hërdepfl gëⁿ.

Vorgsetzter (selten, im U. oft umschrieben durch ‘der, wü üwr eiⁿm is) m. wie hochd. Scherzh. Iʰ biⁿ oʰ n-emüol Vorgsetzter gsäⁿ, wo miʰ dr Schwëʰr zu dr Tür nusgheit het M. JB. IV 79.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Sitz [Sìts, Sets allg.] m. 1. Zustand des Sitzens. Ër het in eiⁿm S. zween Toler vrspielt K. Z. ‘es verspielet mancher auff ein sitz sein hab vnd gut’ Geiler Narr. 77 Kloster. 2. Sitzplatz. Kumm zue mir, do is noch e gueteʳ S. Zss. Sitzlëder. 3. Bock auf dem Wagen. Machs dr S. nit uf dr Scharabang (char à bancs)? — Nëiⁿ, iʰ nimm nur e Sitzbrëttle Dü. Bayer. 2, 345.