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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Maidlesite bis suttereⁿ I (Bd. 2, Sp. 380b bis 381a)
 
 Maidlesite S., Maidelsit O. U. [Mátlsæìt Ndrröd.] f. die untere, glatte Seite des Brotlaibes Pfetterhsn.

Stadeⁿsit(e) f. Seite des Sattelpferdes K. Z.

 PfWB  PfWB  LothWB  RhWB  RhWB Summersit(e), Sunneⁿsit(e) f. der Sonne zugekehrte Seite eines Berges, Hauses usw. allg.

Wintersit(e) f. die nach Norden gelegene Seite von Bergen oder Gebäulichkeiten U.

absit [àpsit Su. Obhergh.] Adv. abseits. Gang doch a., weⁿⁿ mëⁿ dure will! Obhergh. A. dueⁿ beiseite tun, verbergen. ‘nur hàn d'Erfinder D'Handhewe halt absite g'lo’ Lustig I 57. A. leieⁿ ablegen, eine Gewohnheit. Du wurs s Duwakraücheⁿ a. l. (od. lössen lassen)! Bf. Gëld a. l. Geld auf Zins legen ebd. — Bayer. 2, 336.

einsitig [ǽnsitiχ Lützelstn.] Adj. einseitig. Unseri Kucheⁿ sin alli e. worⁿ dismol, ich weiss nit, was d Schuld is.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB (Sitte in) sittelich, sittlich [setəlik Hlkr.; setalik Ingersh.; setlik Dü. Bebelnh. Kerzf. Bf.; setəli M.; setli Barr K. Z. Hag.; setəliχ Str.] Adv. behutsam, vorsichtig, leise. Mr muess ganz s. uftrëteⁿ, wënn mr in d Stub kummt, sunst vrwacht s Kind Str. S. mit eiⁿm umgeʰn Z. Eineⁿ s. ins Bett heweⁿ Hf. ‘Far sitiglich, sitiglich, halt ein mein wütiges gmüte’ Fisch. Garg. 54. — S. Swz. 2, 375. Schwäb. 494. Bayer. 2, 338.

sittsam [setsàm Ingersh.] Adv. vorsichtig. Stell d Flasch s. ane!
 
 
sotteⁿ Dummheiten od. Albernheiten treiben Ingw. Alter Küferspruch aus der Mitte des 18. Jh.: ‘Darinnen (im Keller) ist gänzlich verbotten Fluchen, schwören, pfeiffen und sonst sotten’.
 
 
suteniereⁿ [sytənìerə Roppenzw.; sỳtənìərə Mittl.; sytənìèrə Z.; sytənîrə Str. Lobs.] 1. halten, die Stellung. Wi er sich do nimmi het könneⁿ s., is er noch Amerika gangeⁿ Lobs. Zum Arzt: Ich hab öuch kummeⁿ lon für min Gsundheit ze s. Ingenh. 2. verteidigenderweise

[Bd. 2, Sp. 381a]
streiten. De bruchs nimmʳ ze s.! Mittl. Ër suteniert um die fünf Sü Roppenzw. — frz. soutenir.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB suttereⁿ I [sùtərə S. Horbg. Dü. U.; sùtrə Su. Geberschw.; sotrə Hlkr.; sotərə M.] 1. wallen, langsam kochen, von Wasser und Brühen. Hörs, wie s suttrt im Hafeⁿ? Su. Keʰr s Fleisch um, s fangt aⁿ s. Geberschw. Die Flüssigkeit in der Tabakspfeife suttert K. Z. 2. von Gänsen und Enten, mit dem Schnabel im Wasser und Schlamm nach Nahrung suchen K. Z. 3. schwach, aber anhaltend regnen. Wënn s nur nit so s. dät, dass mr doch ʰⁱnus könnt! Mütt. Dü. 4. fliessen, von Wunden. Sini Wund suttrt als noch Ingw. 5. schwirren, vom geschleuderten Stein Steinbr. 6. murren, schelten, schimpfen Hi. D Mueter wurd s. Su. Verbind. S. un muttereⁿ Bf. Ër muttrt un suttrt dr ganze Tag Urbis. — Basel 286. Bayer. 2, 340.