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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Dicksack bis Giffsack (Bd. 2, Sp. 342b)
 
  PfWB  RhWB Dicksack m. dicker, plumper, unbeholfener Mensch U. Dër D. frisst alles für sich, un Fraü un d Kin sëʰn us wi d Heüschin wie das Getreide auf magerem Boden Illk. ‘Geht di Wagle knickknack, Schlof, du kleiner Dicksack’ aus einem Wiegenliedchen Stöber Volksb. 8.

Dudelsack [Týtlsàk allg.] m. 1. Dudelsackpfeife. 2. Glimpfwort für Gott. ‘Du grosser Dudelsack! Was isch diss for e Gyz’ Pfm. II 2. 3. scherzh. dicker Bauch. Dr D. is lër ich bin hungrig Ruf. 4. dicker Mensch Hattst., dazu langsam Gebw. 5. Betrunkener Dollern. Rda. Er is voll wie-n-e D. betrunken Schlierb. 6. Schweinemagen, gefüllt mit Fleisch, Kastanien, Gewürz, Tunke usw. Ruf.

Düppelsack Rda. ‘wer mer ausgibt, denn er magk, den schlag ich mit dem D.’ erkläre ihn für einen Narren Murner Mühle 1463 f. vgl. 1084, 1093, 1128 und 1230. ‘vber den D. der felt’ ebd. 1160. — vgl. den Düppel bohren = den Esel bohren  DWB DWB. 2, 1567. Ist Dobel lolium temulentum ebd. 1197 hierherzuziehn?

Emseⁿsäckel n. die kitzliche Stelle am Ellenbogen, eig. Ameisensäckchen. Dër hat mⁱr ans E. gestosst Dehli. JB. XI 55; vgl. auch Narreⁿbeinel.

Flattiersack m. Kinderspr. Schmeichler. Lueg nur dëⁿ F., wie er flattiereⁿ kaⁿⁿ Dü.

Flattütelsack [Flàtýtlsàk NBreis.] m. Schmeichler, vgl. auch Flattüt unter flattiereⁿ.

Frësssack m. Nimmersatt, Vielfrass Olti. Heidw. Mütt.

 PfWB  RhWB Fruchtsack m. Getreidesack U. Dr F. halt 6 Sester un aüʰ siweⁿ Bf.

Geduldsack m. in der Rda. Dr G. is mⁱr usgangeⁿ ich habe die Geduld verloren Str.

Gëldsack m., Gëldsäckel n. Geldbeutel allg. Uf dr G. redeⁿ ein Trinkgeld fordern Gebw.

Giffsack, s. unter Giff.