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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
durch sigeⁿ bis us sugeⁿ (Bd. 2, Sp. 337b bis 338a)
 
  PfWB  RhWB durch sigeⁿ durch ein Leinwandläppchen seihen. Was wiˡt de mit dem Lumpeⁿ? Antw. Milch d. s. Bf.

siglëcht, seijlëcht [sèjlǽχt Str.] Adj. triefend. ‘s Wasser isch sèilècht vun der Wand erab geloffe’ Str. CS. 99. ‘Err sehn, was i ains sey'llecht schwiz’ Pfm. IV 5. Heute hört man dafür öfter seelëcht [sélǽχt], das Wort ist aber selten geworden.

[Bd. 2, Sp. 338a]

Siger, Seiger [Sèjər Kindw.; Sajər Olti.] m. Milchsieb, Milchtrichter.

sigig [síkik Hi.] Adj. seiger, weich = zäh (vom Wein).
 
 
 PfWB  RhWB Sigel [Sékl m. Su.; Sîkl n. Orschw.; Sèjl n. Co.] Siegel. Du mues natürlich oʰ noch dr S. druf druckeⁿ deine zustimmende Ansicht kund geben (iron.) Su. Zss. Sigelwachs. — Bayer. 2, 242.

 PfWB  RhWB sigleⁿ [séklə Ruf.] siegeln.

zu sigleⁿ [tsýsejlə Dunzenh. Ingenh.] versiegeln.
 
 
sigeⁿ [sîkə Co.] kann man ein Rätsel nicht lösen, so wird man gefragt: Wiˡt s. lossen? soll ich dirs sagen?
 
 
sugeⁿ [sûkə Urbis Dü.; sýkə Hi. Mü. Riedish. M. Co. Dü. Bf.] saugen. Er kaⁿⁿ am Topeⁿ (Urbis Finger) s. er hat nichts mehr zu essen und zu trinken. Immele un Spinneⁿ s. us einer Blueme Honig, aber eini sugt Honig, d angeri Gift wenn zwei dasselbe tun, ist es doch nicht dasselbe Hi. Zurückweisung: De kaⁿⁿs dr Katz am Wadl sügeⁿ! Co. ‘Du dunderschiessiger Labbibue! Sügh am e Zipfele Läwerwurst, s isch besser firr e junger Burst (ass s Rauche)!’ Schluss eines Kinderliedes Riedish. Stöber Volksb. 137. Das Girren der Wildtaube wird nachgeahmt mit der Frage: Wiˡt sügeⁿ, miⁿ Ching? Olti. ‘z smmerzit so die mucken gern böse blut sugent’ Str. 1470 Brucker 387. s. auch supeⁿ. — Basel 284. S. Swz. 2, 418. Bayer. 2, 237.

iⁿ sugeⁿsaugend einziehen. Mit dëm Tuwakraücheⁿ sugs dⁱr deⁿ Siecher iⁿ die Schwindsucht an den Hals Bf.

 PfWB  LothWB  RhWB us sugeⁿ ausplündern, beim Spiel NBreis.