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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
ran bis Michaeliberein (Bd. 2, Sp. 261b bis 262a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB ran [rân fast allg.; rôn Bisch. K. Furchhsn. Ingenh. Geud. Wh.] Adj. Adv. schlank, schmächtig, mager, dürr (von Menschen; auch von Tieren und Feldfrüchten Dü.) E raneʳ Mensch Obhergh.; e raneʳ Kërl Logelnh. Brum. Ingw. Er glicht in dëm, ër is nur e bissle raner Horbg.; e r. Maidl Bebelnh. D Bäckereⁿ is e rani, bleichi Përson Bf. Dis is emol e rans Dingl ein schmächtiges Mädchen Molsh. Weis, wënn einer r. is, ist er auʰ gleichi Illk. Er is so r. ufgschossⁿ schlank in die Höhe gewachsen Wh. Si luegeⁿ so r. driⁿ, sëli Kinder; s wurd ⁱʰneⁿ halt oʰ nit allewil ufgstellt, was si gërn hätteⁿ Orschw. E raneʳ Hund Dü. Das sin rani Dürlips magere, dünne und holzige Dickrüben ebd. Zss. rangliderig von einer schwach gebauten Kuh Lobs. ‘rahn’ Stöber Mäder 105. ‘zu dick, zu rahn’ (Gegensatz) 1592 Als. 1858, 100. ‘ein Ran bigend .. Weib’ Fisch. Garg. 87. ‘gracilis rhan dünn’ Gol. 102 ‘raan’ Œlinger 26. ‘rahn graile’ Martin Coll. 155. ‘Sie war rahn von leib’ Mosch. I 178. ‘Rahn schlank’ Klein. ‘s (Lissel) isch maauer, dirr un raan as wie e Jumfer Saare’ Pfm. I 7. ‘Es (das Gaisel) ist halt rahn unn nett gemacht’ E. Stöber II 127. ‘E Zugg von Klosterbrüedre Kummt schmächdi, bleich un rahn’ Schk. 247. ‘Un d hyti Waar, die isch ne viel ze raan’ Hirtz Ged. 209. — Basel 234. Schwäb. 424. Bayer. 2, 102. Hess. 314. Pfalz. Westerw.

[Bd. 2, Sp. 262a]

dürr-ran [terân M.] als Subst. Mensch, der dürr, mager und ran ist, Wortspiel mit Tyrann.

ranig [rânik M.] Adj. mager, dürr. — Bayer. 2, 102.
 
 
Ran [Rân Roppenzw.] f. Grossmutter; auch m. Grossvater. — Aus Uran? Seite 42.
 
 
 PfWB Raneⁿ I [Rânə f. Fisl. Mü. Steinb. Bebelnh. (?) Rapp. (?); Rânə m. Orschw. Su. Hlkr. M.; Rân f. Osenb. Co. Horbg. M. Dü. Bf. Molsh. Illk. Str. Hf. Brum.; Rôn K. Z.] rote Bete, Beta vulgaris Kirschl. 2, 15; von Co. M. ab nach Norden meist mit vorausgehendem Adj. rot od. in der Zss. Rotran. Als Salat eine beliebte Beilage zu Rindfleisch allg. Zss. Raneⁿsalat O. Demin. Hüt ësseⁿ mⁱr roti Ränle M.Schwäb. 424. Bayer. 2, 103.

 PfWB  LothWB Rotran [Rôtrân Bf.; Rùtrân Illk. Str. Brum. Hf.; Rùtərân Str.; Rùtrôn K. Dunzenh. Ingenh. Geud.] f. Beta vulgaris, wird gekocht in Essig eingemacht und als Zutat zu Rindfleisch gegeben. — Pfalz.
 
 
Raneⁿ II[Rânə Hi.] m. dürrer Baumast. — Bayer. 2, 116 Ronen.
 
 
Ranert [Rânərt Molsh.] m. das Ziel beim Spielen. Stell dich nummeⁿ an deⁿ R., suns gilt's nit. s. Änert Seite 42.
 
 
 PfWB  RhWB Rain [Rai S.; Rain Su. Str.; Rèin M.; Rǽn Meis. K. Z. Lützelstn.; Rên Geud.] m. Rain, Bodenerhöhung, mit Gras bewachsener Abhang. R. ab chaⁿⁿ meⁿ besser laüfeⁿ aˡs R. uf Liebsd.; spez. Uferrand eines Baches: s Wasˢer het deⁿ gönzeⁿ R. ingerhülicht Geud.S. Swz. 2, 256. Schwäb. 423. Bayer. 2, 104.

Berein Abgabe, Steuer; Verzeichnis der Abgaben. Die Bauern haben 1525 ‘zinssregister, vrbar, berain vnd brieff verrissen vnd verbrannt’ Petri 286. ‘B. in Als. sup. idem ac Urbar-Buch’ Oberlin; nach Bayer. 2, 105 ist B. ein früher einem angehöriges, dann geteiltes Grundstück. Danach zu bereinen mit Grenzrain versehen und zueignen.

Michaeliberein m. Abgabe von Kernen, Öl und Wachs an die Kirche Ndrmagst.