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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Rëcht I bis aⁿ (Bd. 2, Sp. 228b bis 229a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Rëcht I n. 1. Recht allg. Oʰne Urteⁱl un R. Gerichtssprache Z. Gwalt is üwer R. Geberschw. Wo nix is, het dr Kaiser s R. vrloreⁿ U. Machs, dass ʰⁱnus kumms, du hes jo gar keⁱn R. dohinneⁿ Gimbrett Dunzenh. Ingenh. Von Rëchts wëjeⁿ nach dem Rechte Ingenh. Ich bhaupt min R. ich bestehe auf meinem Recht ebd. Sⁱe han uf iʰr Rëchte vrzaujeⁿ Schwindratzh. Spw. Besser zwaimol gmësseⁿ als aiⁿmol s R. vergësseⁿ Carspach. 2. Vorrecht. Dis is gor nit am Platz, ass die Müller so vil Rëchte han üwer s Wasser Ingenh. Bayer. 2, 24.

Rëcht II, welches zurückgeht auf älternhd. das Rechte, –n, Pl. –n, mhd.  Lexer das rëhte im Gen. Sing. –n ist in der Mda. neben Rëcht I sehr gebräuchlich K. Z.

[Bd. 2, Sp. 229a]
Wënn s im (= dem) Rëchteⁿ nōch tät geʰn ... wenn es mit richtigen Dingen zuginge K. Z. Bim Rëchteⁿ betrōcht ebd. Pl. Rëchteⁿ han uf ... Anspruch Hf. Minni Rëchteⁿ meine Gerechtsame Z. ‘dann sie ja nichts als dess Rechten begeren’ Petri 411. ‘vnnd da jemand strafwürdig befunden wurde, dasselb, dem rechten nach, verfüegen’ Petri 406. — Bayer. 2, 24.

Buebeⁿrëcht n. Dreimol is B. Str. K. Z. Lohr. ‘Dreimool isch buewerächt’ Kur 40. — Wohl aus einem Spiel  DWB DWB. 2, 463. Wander, Sprichwörterlexikon 1, 695. Hopp, mach s noch emol, dreimol drei is B. Geberschw.

Burgerrëcht n. wie hochd. allg. Nach scherzh. Auffassung wird das B. durch Haft, Gefängnis od. Zuchthausstrafe erworben; ein solcher darf dann ‘Geiseⁿ halteⁿ’ Str. s. Burger. ‘unser burgerrecht ist im himmel’ Geiler 15. Narr Kloster.

Eierrëcht n. Ausdr. aus einem Pfingstreigen, der offenbar auf ein altes Recht des Eiersammelns am Pfingstfest hinweist K. Z. JB. VIII 165.

Gätterrecht = Buewerecht richtig, festgestellt’ Str. Ulrich.

Haberëcht, Haberëchtel [Hâwiráχt Ingersh.; Hâwəráχt M.; Hàwəráχtl Rapp.; Hàwirǽχtl Str.] m. eigensinniger, rechthaberischer Mensch.  DWB DWB. IV. II. 80.

Vorrëcht n. wie hochd. allg.

haberëchtig Adj. rechthaberisch Horbg. M. Bebelnh.

rëchtigeⁿ [raχtiχə Lobs.] richten, Recht sprechen. Du hes nurre in Sacheⁿ ze r., wi (welche) dich nix angeʰn.

aⁿ rëchtigeⁿabsprechen, durch rechtlichen Anspruch nehmen [sə hąį mrs wèlə âráχtjə M.]