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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
räubereⁿ bis ribeⁿ (Bd. 2, Sp. 218a bis 218b)
 
  PfWB  PfWB  LothWB  RhWB  RhWB räubereⁿ [raiwərə Str.; ræìwərə K. Z.] übermässig arbeiten, schwer und hastig schaffen.

 PfWB Räuberlis [Raiwərlis Obhergh.; Ræìwərlis Molsh. K.] n. Räuberspiel (s. Räuber). Kumm, mⁱr macheⁿ R.!
 
 
Gräub, s. Seite 267, dazu [Kraip NBreis.; Karèip, Kəraip Rapp.; Kraip Scherw.] n. Füsse und Kopf der geschlachteten Gans oder Ente NBreis.; Blutwurst in Schweinsdarm; Kaldaunen, Syn. Kuttleⁿ, Plätzer Rapp.; Unschlitt vom Rind Scherw.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Rëb, meist Pl. Rëbeⁿ [Rǽwə Dollern; Ráwə Su. Geberschw. u. nö. davon allg.; Rǽwə Str.; Rǽw Wh.] f. Rebe, Vitis vinifera Kirschl. 1, 147, als Sammelname im Pl. Weinberg. Klein. Well-n-ⁱʰr in d Rëweⁿ? Grussfrage Z. N-e Stück Rëweⁿ ein Rebland Su. Rëweⁿ grueweⁿ Senker einlegen allg. Jungi Rëwler junge, noch nicht tragfähige Weinstöcke Dü. Blindi Rëweⁿ bevor die Knospen treiben: Dⁱes Joʰr hän mⁱr d halwi Rëweⁿ aˡse blind niderzogeⁿ Geberschw. D Rëweⁿ zeruck schnideⁿ nach einem ertragsschwachen Jahr fast alle Schösse abschneiden, damit die übrigen kräftig wachsen können Mutzig. Böu [bj] du dinni Rëweⁿ, trink du dinneⁿ Win, zaʰl du dinni Schuldeⁿ Str. s is e Räw om Hus Wh. Bauernregel: Wann d Rëweⁿ vrfriereⁿ in dr Woll, ze wëren-alli Fässer voll Hf. An dr Pfingsteⁿ selleⁿ d Rëweⁿ grien in's Dorf schineⁿ

[Bd. 2, Sp. 218b]
Wickersh. ‘Wä’ nome d'Räwe Ne bizzle besser halt ussähde, gieng's als guet. Der Maister isch by-n-üss der Herbst’ Co. Pfm. II 6. Rda. Die Rëweⁿ hän keⁱⁿ Hoseⁿ aⁿ diese Rebstöcke haben unten kein grünes Laub; man sieht, wenn man durch die Gassen blickt, nur Stöcke und Pfähle Rchw. ‘Den Reben und der Geiss Ist niemal zu heiss’ Gebw. Chronik 1540. Spw. s Fëld het Aüjeⁿ, d Rëweⁿ hän Oʰreⁿ Schlierb. — Basel 232. Bayer. 2, 5.

Gundelreb Kirschl. 1, 635. ‘Hedera terrestris Gundelreb’ Gol. 429. s. auch Ingeⁿrëbeⁿ, Kunkelrëb. — Bayer. 921 Gundreb.

Ingeⁿrëbeⁿ [Ìəráwə Mittl.] f. Gundelrebe, Glechoma hederaceum.

 PfWB  RhWB Kunkelrëb, Kunkelrueb [Khùklráp Dü.; –ryəp Hf.] f. Gundelrebe, als Tee bei Brustkrankheiten beliebt.

 PfWB Traubeⁿrëb [Tràùwəráp Schleit.] f. Weinrebe, Weinstock.

wildi Rëbeⁿ [wìlti Ráwə Bf.; wéli Ráwə Dunzenh.] f. Pl. wilder Wein, Jungfernrebe, Ampelopsis hederacea.
 
 
Rebu [Rèpy Uttenh. Ndhsn. Wh.; Repy Geisp.; Rpy K. Z., Zss. Rpytes] m. Ausschussware, insbes. Bodenblätter des Tabaks Uttenh. Ndhsn. Geisp. Han ⁱʰr dr R. schoⁿ agebrocheⁿ? Uttenh. ‘denn disz hässlich Wort het mer schunn lang in de Rebut geworfe’ Pick 1975, 47. — frz. rebut.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB ribeⁿ [rípə Fisl.; ríwə Heidw. O. U. W.; ræìwə Ndrröd. N.; rèiwə Rosteig. — Ind. Präs. ríp, –, –t (ríwt Lutterb.), ríwə fast allg.; ríw, –, –t Altw.; ræìp, –, –t N. — Part. krîwə Heidw., krìwə Osenb. Dü. Heidolsh., kərìwə Bf. Barr Str., kərewə K. Z. Han., kərìw W.] 1. reiben. Er riwt d Händ vor Kälte Lutterb.; die Wäschegegenstände auslaugen: Mⁱr hann hüt Wäsch, denne-n-Oweⁿd muss ich hëlfeⁿ r. Altw.; den durch Knitscheⁿ vom Splint befreiten Hanfbast unter dem Mühlstein mürbe reiben allg. Homf r. od. schlechtweg r. K. Z. Wü welle-n-ⁱʰr anneⁿ, hene? In d Müʰl, r.! Hf.; scheuern: Si sin am Brunneⁿ un r. (näml. die Wasserkübel, gewöhnl. am Samstag Nachmittag) Su. Die Faʰrt Holz ribt diʰ ebd. 2. prügeln Osenb. Bildl. Rda. Eim deⁿ Wadl r. jem. im Spiel hereinlegen Hf. 3. refl. bildl. an etw. viel verdienen, grossen Vorteil

[Bd. 2, Sp. 219a]
bei etw. haben, bes. von Advokaten und Gerichtspersonen bei Teilungen und Erbschaften gesagt: Do hän sich d Herreⁿ dran geriwweⁿ Str. Dëʳ ribt sich wider! Heidolsh. Auch ironisch: Do kaⁿⁿs diʰ mit r.! Barr. Jetz haw iʰ dr ganzeⁿ Winter gschafft un ha keⁱⁿ hundert Liwer (Francs) vrdient, do kaⁿⁿ-w-iʰ mich r.! Dü. Du hes dich awer emol geriwweⁿ! blamiert Lobs. Basel 237. Schwäb. 429. Bayer. 2, 7.