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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Plätz bis Hosenbletzer (Bd. 2, Sp. 174a bis 175a)
 
 Plätz [Plæts Lorenzen; Plèts Rauw. Wh.; Pl. Plètsərə Rauw.] n. 1. Stelle, Dienststellung. Unser Jörri hat e schön P. Rauw. [ə kùtəs P. Wh.] 2. kleine Strecke. Ich sin noch e P. mit iʰm gangⁿ Lorenzen.

 PfWB plätzwis [platswís M.; plètswís Z.] Adv. stellenweise.
 
 
Blëtz, Bletz [Plats m. Steinbr. Ensish. Co. Mittl. Rothb.; n. Ruf. Su. Osenb. Hlkr. Logelnh. Horbg. M. Dü. Kerzf. Barr Bf. Bisch. Illk.; Plæts m. Str.; Plèts n. Olti.; f. Plats Ingenh. Bed. 3, Plats u. Plèts Hf.; Pl. –ər; Demin. Platslə Hlkr. Dü., Platsl Barr Illk.] 1. Flicken, Flicklappen. Sag, dr Schueʰmacher söll n-e B. uf di Schueʰ macheⁿ! Mittl., Olti. Steinbr. Str. ‘macht er ein andern bletz darüber’ Wickram F II. Sprichwörtl. Rda. ‘Den pletz setzt recht vffs loch’ etw. recht angreifen, anfangen 1592 Als. 1858/61, 129. 2. Kruste über eine Wunde. Riß s B. nit ewëg, sons hält d Wund nit! Barr Ensish. Horbg. Str. ‘On was ich hab für plez vnd Wunden vnd gfallen bin für beulen,

[Bd. 2, Sp. 174b]
schrunden’ Fisch. Flöhh. 629/30. 3. Geschwür, aufgeriebene Stelle; Demin. kleine Schürfung Su.; Pl. Ausschlag Lutterb., Krätze Hattst., mit geronnenem Blut unterlaufene Stellen Ruf. Ingersh. Bebelnh. Er het s ganz Gsicht voll Plätzer Ruf. Bf.; abnormes Hautgebilde, z. B. Warze, Muttermal Hf. Zss. Blëtzerkopf Seite 461, –maüschi (Schimpfn.) Grindkopf Osenb., –gsicht. — Schweiz. 5, 264. Schwäb. 76. Bayer. 464.

Harnischblëtz [Hàrniplats Friesen; Hâni- Hi.] m. kleines Drahtgeflecht zum Reinigen der Pfanne; vgl. Harnisch. Vgl. Kettel 2 unter Kette. — Schweiz. 5, 276.

Knieblëtz m. Kuchen, platter großer Ölkuchen Hi. Strüth; kleine Küchlein von leichtem Teige, die bes. zu Fastnacht gebacken und übers Knie gezogen werden St. Mäder. In Sprache und Sittenbildern geschildert von Adam Mäder ... hg. v. Aug. Stöber, Mülhausen 1876. 94. Mieg 1, 46. — Schweiz. 5, 279.

Wischblëtz m. Wischlumpen. ‘Sie (die Zauberer) können einem menschen suwbürsten oder ein wäschbletz oder ein Strowysch in ein schenkel stossen’ Geiler Em. 45ª.

Blëtzab [Platsàp Liebsd. Friesen Banzenh.; Demin. Platsliàp Banzenh.] m. ( f. Friesen) kleine Verletzung, Schürfwunde. An dr linkeⁿ Hang han iʰ e P. Liebsd.Schweiz. 5, 267.

blëtzeⁿ [platsə S. O. bis Co.; plètsə Hi.] 1. mit einem Lappen besetzen, flicken. Muetter, blëtze mⁱr mine Hoseⁿ! Obbruck. Auch von Blechgeräten: Dr Spëngler het e Pfann blëtzt Hi. ‘plätzen’ Klein. ‘Er bletzete und negete selber sine Kutern und Kuissen’ Königshofen Chron. 28. ‘die, so gepletzte hembder auff dem rucken tragen’ Fisch. Prakt. 12. ‘jr werd sehen, daß jhm sein Maul nicht war mit Leder besetzt, noch sein Wagen mit Geisblasen gebletzt’ ders. Garg. 67; übtr. ‘die heilige versammlunge sollen sy bauwen, bessern, bletzen, ob etwas daran zerbrochen wer durch reformieren’ Geiler Em. 21. ‘zuer Zit, wo de dem Kabbi sine Schiwe blätzt hasch’ Stöber Mäder 26. ‘Wer isch do gsi? D'r Beder Blär mit der blätzde Jibbe!’ Mü. Stöber Volksbl. 200; s. dazu Anm. unter Nr. 172 u. 200 auf S. 141. 2. hintergehen, betrügen Sier. 3. †begatten: ‘sua cuique sponsa placet, jedes Sau und Ku pletzt sein Braut’ Fisch. Garg. 188. — Schweiz. 5, 285. Schwäb. 76. Bayer. 465.

[Bd. 2, Sp. 175a]

 PfWB verblëtzeⁿ 1. zerflicken: e verblëtzti Hose Olti. 2. verprassen. ‘6 Schill. Angster Währung, die er extraordinarii verzehrt vnd am Sattel verbletzt’ 1512 Mieg 2, 117 u. ö. — Schweiz. 5, 288.

verblëtzert [fərplatsərt Hlkr.] Adj. mit Geschwüren bedeckt.

Hosenbletzer m. ‘Sarcinator flicker, hosenbletzer’ Gol. 221. — Schweiz. 5, 289.