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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Teüfelabbiß bis useⁿ (Bd. 2, Sp. 99b)
 
  PfWB  RhWB Teüfelabbiß Ndrsept., Teüfelsabbiß Bf. Witternh. m. 1. Storchschnabel Ndrsept. 2. (Arzneipflanze) Scabiosa succisa Kirschl. 1, 370, meist abergläubisch als Geheimmittel verwandt Bf. Witternh. Schweiz. 4, 1694.

[Bd. 2, Sp. 100a]

Bisse, Bisseⁿ, Biss [Pìsə f. Fisl. Liebsd. Eschenzw. Hi.; Pesə f. Obsteinbr.; Pìsə m. Heidw. Ensish. Katzent.; Pìs m. Pfetterhsn.] f. Keil aus Holz oder Eisen zum Spalten großer Holzklötze oder auch zum Befestigen des Stieles einer Axt u. dgl. Trib e Biss in deⁿ Hammerstiel! Pfetterhsn. Wenn ein Kind ein großes Stück Brot hat, so sagt man im Scherz: Wenn die B. nit tribt, söll dr Teüfl dr Stock holeⁿ! Liebsd.Schweiz. 4, 1695. Schwäb. 70. Bayer. 292.

bisseⁿ [pisə fast allg.; pæisə N.; pèisə Rosteig; Part. pìsə, pesə O., kəpìsə, kəpesə Co. U. W.] 1. beißen. Rda. Er bißt keⁱⁿm toteⁿ Hund in deⁿ Wadl ist gutmütig Str. Großi Herreⁿ b. eⁱnander nit Geberschw. Aufforderung näher heran zu rücken: Du dorfs wol näter kummeⁿ, ich biß diʰ nit Dunzenh. Ingenh.; vgl. ‘ir möhtent sitzen nâher baz .... mîn vrouwe bîZet iuwer niht’ Iw. 2267 ff. Rda. I(n)s Gras b. sterben allg. Er het nix ze b., nichts zu essen Hf. Verbunden: nix z b. uⁿ nix z frësseⁿ Su., ze kracheⁿ Bf., ze naueⁿ nagen Str. Iⁿ dr Bëngl b. tüchtig arbeiten Su. 2. schneiden, von scharfen Werkzeugen. Grußfrage: Bißt sⁱe s? schneidet die Sense? Dollern. Zss. Bißzang. 3. kauen. Biß oüʰ e Sach zerst, öb ds ʰⁱnabschlucks! Dü. 4. bitzeln, jucken. Es bißt miʰ uf dr Hut Geisp. D Zung bißt, aber auch d Kälte bißt ebd. Spw. Wëⁿⁿs eineⁿ bißt, se kratzt mr Bf. ‘es beißt mich, wann ich ein andern jucken sihe’ Fisch. Garg. 66. 5. weh tun, schmerzen. Iʰ ha dr Kopf aⁿgschlageⁿ, meiⁿ! das het bisseⁿ! Liebsd. s bißt e er ist neidisch darüber Dü. [sal het kəpesə Verdruß hervorgerufen M.] 6. bissig reden. Biß nit so! Geisp. Schweiz. 4, 1686. F. Schwäb. 812. Bayer. 290.

 PfWB  RhWB ab bisseⁿ wie hochd. Rda. Um e Pfënni bißt er sich d Finger ab er ist sehr geizig Bf. Ebenso: Dëʳ gät sich um e halweⁿ Su dr Finger a b. Steinb. Do bißt keⁱn Mus keⁱnⁿ Faden a! so ist und so bleibt es! Hf.Schweiz. 4, 1689. F. Schwäb. 5.

an bisseⁿ wie hochd. Iʰr müeˢˢn d Äpfl nit alˡ on b. Ingenh. Er het nit welleⁿ aⁿ b. nicht recht an die Sache herangewollt Dü. D Fisch welleⁿ hüt nit

[Bd. 2, Sp. 100b]
aⁿ b. Bf.Schweiz. 4, 1690. F. Schwäb. 176.

dri(n) bisseⁿ 1. tüchtig drauf los essen allg. 2. eifrig arbeiten: Er will nit rëcht driⁿ bisseⁿ Su.

erbisseⁿ mit Anstrengung vollständig kauen, beißen. Dⁱes Brot is eso hert, daß meⁿs nit e. kaⁿⁿ Bf.Schweiz. 4, 1690.

iⁿbisseⁿ [í pesə Mü.] Adj. eingedrückt, vom Charakter eines Menschen Stöber Mäder 88.

uf bisseⁿ 1. aufbeißen, z. B. einen Knoten mit den Zähnen lösen Su., eine Nuss knacken Dunzenh. Ingenh. 2. auflösen, angreifen (von ätzenden Flüssigkeiten) Dü. s bißt eiⁿm d Händ uf Su.

us bisseⁿ 1. ausbeißen: Iʰ ha mⁱr e Zaʰn usgebisseⁿ Bf. U. 2. beim Fressen auf die Seite drücken, vom Trog drängen. Di Söü is allewil kleiner gewëˢn aˡs jene zwo, s is von kleinem uf usgebisseⁿ woreⁿ Ingenh. Hag. 3. ausstechen, verdrängen Su. Dü. Str., auch ʰⁱnus b. Str. Aus dem Abschiedslied an die alte Straßburger Brauerei zum Riesen: ‘Was haw i gheert, du, alter Risse, Au du muesch furt, bisch usgebisse’ Schk. 34. 4. in einen Kothaufen treten. Do het einer usgebisseⁿ! wenn das Schuhzeug noch danach riecht Str. Schweiz. 4, 1691. F. Schwäb. 153.

useⁿ bisseⁿherausbeißen. Rda. Has ⁱʰne wider usen gebisseⁿ? hast du wieder den Stutzer gespielt? Habsh.vgl. Schweiz. 4, 1691.