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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Lur(e) bis Graslerch (Bd. 1, Sp. 608a bis 609a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Lur(e), Lür [Lýri Roppenzw.; Lýrə Obsulzb.; Lýr Obhergh. Co. Ingersh.; Lír Dü. Bf. Bisch. Mutzig Str. Hf. Lützelstn.] f. 1. leichter Wein, hergestellt durch Vermischen mit Wasser (Dü. Mutzig) oder durch Übergiessen der Treber Hf.; Apfelwein Co. ‘Leur piquette ou beuvette’ Martin Coll. 47. ‘Leirtrank Posca vel Lora’ Dasyp. ‘Leurentrank’ ebd. ‘Lora leur, leurtrank’ Gol. 374. ‘Schütt ein becher vol win under ein becher vol wasser, so blibt es weder win noch wasser, sunder es wurd

[Bd. 1, Sp. 608b]
das dritt daruss, das ist lür’ Geiler Bilg. 50ª. 2. ein Getränk, im Herbst aus wilden Früchten und etwas Wein hergestellt Str. ‘Lihr Äpfel- oder Birnwein, bes. U.’ Klein. 3. schlechter Schnaps Bisch. Die L. macht ⁱʰneⁿ kaput. 4. schlechte Brühe überhaupt, bes. Kaffee. Du solls awer do wider e L. gekocht han, liwer keⁱn Kaffee, aˡs so War! Lützelstn., auch Obsulzb. Roppenzw. Schweiz. 3, 1378. Schwäb. 352.

Lappeⁿlur(e), Lappeⁿlür [Làpəlýrə Liebsd. Mü.; Làpəlýri Hattst.; Làplýr m. Winzenh.; Làpəlýr Ensish.; Làpalýr und –lír(i) Dü.; Làpəlír Str.; verächtl. Nbf. Lapəlyts Dachstn.] f. 1. schwacher, saurer, matter, verwässerter Wein oder Kaffee. ‘Durst haw’ ich un kann nit die Lappelyr geniesse’ Kur. Bring mⁱr e Schoppeⁿ Wiⁿ, awer keⁱⁿ L.! Hattst. 2. wässeriges, schlechtes Essen. 3. Kaffeeschwester: ‘mi Tante Labelüre’ Lustig I 412. 4. tölpelhafter Mensch: ‘Dis isch e rechter Lappelüri’ Rathgeber 36.

Traberlur, Trëberlur [Tráwərlýr f. Su. Osenb.; Trâwərlýr m. Ruf., f. Str.] schlechter, durch Übergiessen der ausgepressten Trebern hergestellter Wein, Nachwein; = Lappeⁿlür Str.

lurig [lýrik Mittl.; lýriχ Rauw. Dehli.] Adj. launenhaft, regendrohend (vom Wetter). Mⁱr han jetz schon e parer Ta so l. Wëtter, mr kann gar nit usgeʰn Rauw.Schweiz. 3, 1377 lurig schelmisch.

lappelurig [làpəlýrik Liebsd.; làplýrik Winzenh.] Adj. schlecht, verwässert: das is lappelüriger Kaffee! Liebsd.

lüris leres, lüris liris leres unsinnige Reden, Nichtigkeiten, nugae Geiler S. M. 77; lyres leres sagen verworrenes, albernes Zeug schwatzen ders. P. II 29. — Schweiz. 3, 1379 lureⁿ, liere, jodeln.
 
 
Lorber, Lorbe [Lorwər m. Ingersh.; Lùrwər m. Kerzf.; Lùrwə f. Bisch.] Lorbeerbaum; Syn. Lorbeerstock Lohr. — Schweiz. 3, 1380 Lorbeⁿ.
 
 
 PfWB  RhWB Lärch [Lèriχ M.] f. Lärche, Larix Europaea Kirschl. 2, 95: s Lärcheⁿholz is keⁱⁿ guet Holz zuem Verbrënneⁿ. — Schweiz. 3, 1380.
 
 
Lerch [Lèr Obhergh.; Læra Su.; Lèriχ M. Str. U. Lohr; Pl. –ə] f. 1. Lerche (der Vogel). So lang aˡs d L. vor Liechtmëss singt, so lang is si nochhër wider still Su. Si sin ghiroteⁿ wie d Lercheⁿ

[Bd. 1, Sp. 609a]
leben nur zusammen ebd. 2. Frauenzimmer von sehr lockerem Lebenswandel Obhergh. Str. 3. scherzhaft wird ein Loch in einem Kleidungsstück als L. bezeichnet: er het e L. im Hut Str. 4. unbeholfener, grosser, dicker Schuh ebd. 5. langer Tölpel ebd. — Schweiz. 3, 1380.

Bodeⁿlerch f. Kröte. Kumm, iʰ zeig dⁱr e B.!

Graslerch f. 1. scherzh. für die Soldaten, welche den Patrouillendienst auf den Wällen versehn; 2. (selten) Bannwart Str.