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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Laudel bis Spritzlëder (Bd. 1, Sp. 558b bis 559a)
 
  †‘Laudel nachlässiger, dummer, fauler und langsamer Mensch; auch einer mit nachlässigem, schwankendem Gang’ Klein.vgl. Schweiz. 3, 1071 Laudeleⁿ.

†‘laudeln schief, nachlässig langsam gehn oder etwas auf diese Art thun’; ‘herumlaudeln gedankenlos und faul als Müssiggänger herumgehn’ Klein.
 
 
Lëder [Látər S. O. Bf. Uttenh.; Latər U.; Lætər Str. W.] n. 1. Leder. Rda. Uf s L. gën durchprügeln (früher trug man Lederhosen) Str. Vom L. zieʰeⁿ 1. angespannt arbeiten Str. Barr; 2. jem. durchprügeln Hf.; 3. fortlaufen Str. Sprichw. Us andereⁿ Lütten iʰrem L. is guet Riemeⁿ schnideⁿ Bf. ‘Es halte sich einer so wohl als er wolle, wann man an jhn will, so hat er Läder gefressen’ Mosch. I 543. ‘Wer das nit gloubt, der sols erfaren, Das alzit dri machen eim zm narren, Als man dem armen hündlin tat, Do er das leder fressen hat. Als man den hund fieng niden an, Mst er das leder fressen han’ Murner Narrenbeschw. 56 (Goedeke). 2. übtr. Verwünschung für ein Frauenzimmer: ‘O du Ledder!’ Stöber Daniel 37. ‘Dass de verspoorst, du Ledder!’ Pfm. V 6. — Schweiz. 3, 1072. Bayer. 1, 1440. Westerw.

Gixlëder [Kikslátər Su. Obhergh. Mittl. Rapp.; Kíkslatər U., –lætər Str.] n. kreischendes Leder an neuen Stiefeln. Syn. Gipseⁿ Pl.: Du has awer vil Gipseⁿ [Kipsə] in deⁿ Schuʰⁿ, du has allewëj fur zwei Su meʰʳ drin sagt man zu einer Person, deren Stiefel sehr kreischen Lohr (wo auch das Ztw. gipseⁿ).

Handlëder n. Handbekleidung des Schusters, um beim Ausziehen des Drahtes die Hände zu schonen Hi.

 PfWB  PfWB Hoseⁿlëder n. Leder der Hose (aus alter Zeit); Rda. zäh wi H. Str.

 PfWB  RhWB Jucht(s)eⁿlëder [Jỳtsəlátər Heidw.; Jùχtəlatər Geud.] n. Juchtenleder. Rda. Zäʰ wi J. Geud.

 PfWB  RhWB Öberlëder [Éwərlátər Su.; Èwərlatər K. Z., –lætər Str.] n. Oberleder (im Ggs. zur Sohle) am Lederschuh.

[Bd. 1, Sp. 559a]

 PfWB  RhWB Sitzlëder n. Hintere, Podex allg. Ich hau dⁱr uf s S. Rda. Ke(iⁿ) S. ha(n) nicht lange (bei ein- und derselben Arbeit, an ein- und demselben Ort) verweilen können Liebsd. Isenh. Mü. Mat. 5, 53. Dagegen Dëʳ het guet S. Su., ähnl. U., bes. von Wirtshausgästen. — Schweiz. 3, 1073.

Schü(ch)lëder [‘Sílátər Rädersd. Steinbr. Su.; ‘Sí- Horbg. Türkh. Dü. Bf. Uttenh. Kerzf.; ‘Sèi- Co.; ‘Sèilætər Str.; ‘Sílatər K. Z. Han.] n. 1. Augenleder, Scheuleder für Pferde allg., Esel Su. 2. scherzh. a) für ein Vorhemd, eine falsche Brust Co.; b) für den Schleier der Ordensschwester Bf.; c) für einen alten, hässlichen Hut: Lue, was die fur e S. uf em Kopf het! Str.; d) Vogelscheuche (Schimpfw. für eine alte, hässliche Person): Du wüests S.! ebd. — Schweiz. 3, 1073.

Spritzlëder n. Wagenleder vor dem vorderen Sitz auf Kremsern zum Schutz der Insassen vor dem aufspritzenden Strassenkot K. Z.Schweiz. 3, 1073.