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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Ënteⁿloch bis Grundloch (Bd. 1, Sp. 550b bis 551b)
 
  PfWB  RhWB Ënteⁿloch n. ein schwatzhaftes Maul Gebw. Rda. beim Ausspielen von Karten mit Eck Seite 27. — Schweiz. 3, 1022.

 PfWB  RhWB Fröscheⁿlöchel n. ein grosser breiter Graben, in dem das Regenwasser des Dorfes sich sammelt, Aufenthaltsort vieler Frösche; dann auch das umliegende Feld Illk.

(Füdloch) Füdle [Fîtlə S. O. bis Rapp.; Pl. Fìtlər, Dem. Fìtələ, Kinderspr. Fétlə, Fìti M.] n. 1. Hintere, Podex. S F. tatscheⁿ Dü. Schlag iʰm eini uf s F.! Logelnh. Hock uf s F. oder ich schla dir s kelscheblaü

[Bd. 1, Sp. 551a]
Sier. D Mamme het ⁱʰm s F. vrjätzt durchgehauen Co. Er het keⁱⁿ ganzeⁿ Fëtzeⁿ am F. ist blutarm Banzenh. Rda. Ja, am F.! Abweisung Heidw. Ich verkaüf miⁿ F., miⁿ Mul schisst wenn sich einer übergibt Gebw. Wenn man jemand fragt, wohin er will, lautet die scherzhafte Antwort: In dr Nas noʰ, ass s F. nit verirrt Obhergh. Er läuft, wie wenn er Für im F. hätt Banzenh. Eiⁿm ins F. schlupfeⁿ, eiⁿm s F. abschlëckeⁿ jemandem schmeicheln Banzenh. Su. s. auch Firabeⁿ Seite 5 u. JB. VI 151. Rda. Sitz uf s F. (Loch) wie d richeⁿ Lüt! Abfertigung für Kinder, die nicht wissen, wohin sie sich setzen sollen Bf. Sⁱe sin s Füdle's gangeⁿ sie haben schlechte Geschäfte gemacht, sich ruiniert St. s. auch Kopf 1 Seite 459. ‘der Teuffel soll dich lecken, der hol dich, der nem dich, der zerreiss dir das Fidle’ Fisch. Garg. 140. 383. ‘fidloch’ ebd. 325. 2. Hosenkreuz: Du hes e drëckig F. E F. in di Hoseⁿ setzeⁿ das Hosenkreuz erneuern Osenb. Zss. füdleblutt, Füdleschlëcker. — Schweiz. 3, 1023.

Katzeⁿfüdle n. in der Verbindung: sur(i) Katzefüdle [sýr Khàtsafétla Ruf.; sýri Khàtsəfétla Scherw.] 1. (scherzh.) eingepökeltes Rindfleisch. 2. als Abfertigung für einen Naseweis gebraucht. — Schweiz. 3, 1028.

Kueʰfüdle [‘Xìəfìtla Blotzh.; Khỳafìtla Rixh.] n. 1. Hinterteil der Kuh. Die macht e Gsicht wie n-e K. Blotzh. 2. Schimpfname für eine schwerfällige Weibsperson. Das K. het Beiⁿ wie eⁱⁿ Ochs Rixh. Schweiz. 3, 1028.

Schlëckfüdle n. u. m. 1. Schmeichler, Kriecher. Du bis eⁱn elënder S.! Heidw. Dis S. babblt eⁱⁿm guet in s Gsicht, awer hinder em Buckl macht r eineⁿ us Molsh. 2. einfältiger, weichlicher, feiger Kerl; Leckermaul Dü. Scherzreim: Frage Wer? Antwort E S. mit em Geweʰr! Gebw. Vgl. JB. X 254, aber hier nur mit dem Zusatz. Fragt man jem. nach dem Ziel seiner Reise, so antwortet er derb ausweichend: In s Schlëckfüdle's Kuch! Obhergh. Schweiz. 3, 1029.

Wasserfüdle n. schlechter, wasserharter Teil einer Kartoffel. Die Hërdäpfl sin ni guet, si han alli e W. NBreis. M. Syn. Wassersack Z.

[Bd. 1, Sp. 551b]

füdleⁿ sich schnell davon machen; bes. furt f. Mü.Schweiz. 3, 1029.

Fussloch [Fùslòχ K. Z.] n. Fesselhöhle am Pferdefuss.

 PfWB  LothWB  RhWB Grabloch n. Grab Dü. Dachstn. K. Z., auch Demin. –löchl (Kinderspr.) — Schweiz. 3, 1031.

 PfWB Grundloch [Krùntlòχ Ingersh.; Kryntloχ Geud.; Demin. Krùntlèχalə NBreis.] n. Grab (Kinderspr.) Du wurs jo krank, nu (dann) kumms in s G.! sagt man kleinen Kindern, um sie zu schrecken Geud. ‘s kann schier nitt sinn, dass si di schunn ins Grundloch trauje’ E. Stöber II 154. ‘Wenn mier schun längst im Grundloch sinn’ Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856. 15.