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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Karjes bis Karnier(lin) (Bd. 1, Sp. 468b bis 469a)
 
  Karjes [Khàrjəs Co.] k. macheⁿ makeln, den Zwischenhändler spielen. = Kaljes Seite 214.
 
 
kurjos [khùrjós fast allg.; khyrjós Geberschw. Co. Bf.; khàrjós K. Z. Betschd.] Adj. 1. sonderbar, eigentümlich; das dünkt miʰ k.; ‘Un ’s isch kurios: i kann ’s erst nit eso recht saaue wie mer ’s isch’ Pfm. IV 2; Syn. gspässig O., gspassi Z. e k-er Kërl, Heiliger ein Sonderling Hf.; e kurjosi Gschicht Str. 2. grob, empfindlich, mürrisch, zänkisch, zornig: k. wëreⁿ (bes. wenn man einem unangenehme Bemerkungen macht) Str. K. Z. 3. neugierig Mü. Str. ‘ich bi kurios was er fir Intresse hat’ Lustig I 226. ‘Wenn fra noch d’ gscheide Lyt kurrios wie Kinder sinn’ Pfm. I 4. — Schweiz. 3, 449.
 
 
Karl [Khàrl Bebelnh. Betschd.; Khârl Dunzenh.; Khârlə M.] männl. Vorname Karl; frz. Form: Scharl, Scharel; Kosef. Kari Logelnh., Schari Habsh. Demin. Karele, Scharele, Schärrele, Scharli. — Schweiz. 3, 460.
 
 
Karlin [Khàrlin Su. Geud.; Khârlin Hi. Banzenh.; Khàərlin Rauw.;Xàrlin S.; Khòrlin Pfulgriesh.; Khàrlín u. Khàrlin Betschd.] weibl. Vorname Karoline. Koseform: Karlini, Lin(i), Lina, jüd. Keila [Khæilə]. Demin. Karlinnel, Linnel(e).
 
 
karlitzleⁿ (den Waizen) mit Kupfervitriol vermengen Heidw. — s. Galitzel Seite 210.
 
 
Kërl(i) [‘Xárli S.; Khárli Liebsd. Hi. Banzenh.; Khárla Strüth Su. Obhergh. Geberschw.; Kharl Dü. Scherw. K. Z.; Khærl Str. W.] m. Mann, Kerl, Bursche. Jetz bis awer e K.! zu kleinen Knaben im Feststaat Geud. E rëchte(r) K. ein tüchtiger Bursche. ‘Dis is awer e Kërl, e hëller Eichbaum’ ein starker Kerl Z. JB. VII 194. [tú sen trei, fièr Kharl ùf mi lûskhùmə K. Z.] ‘ein junger Kärle’ Wickram Roll. 74. ‘Kerly’ Frey 64, 11. dem Kerle’ Montanus Gart. XIX. ‘ein junger Kerlin’ ebd. XXV. XXX. ‘der Kerls’ Martin Coll. 62. Auch von starken, dicken Ochsen, Bäumen, Äpfeln, Schinken u. s. w. Iron.: e nëtte(r) K. ein sauberer Bursche. Du dummer K.! breiter K. Schwätzer, schlëchter K. Züchtling Str. Zurückweisung: Ja, du bis e K. uf deⁿ Hofeⁿ, wënn r bricht, sitzs auʰ uf d

[Bd. 1, Sp. 469a]
Schirweⁿ! Ingenh. E elënder K. liederlicher Tropf Str. Einer, der sich aus schwierigen Vermögens- oder Gesundheitsverhältnissen heraufarbeitet, ist wider e K. [Ùf tər Prùt sen eχ nòχ ə Khærl, àwər t Pǽn welə nimê Wh.] — Schweiz. 3, 462. Schwäb. 305. Bayer. 1, 1291.

 PfWB  LothWB  RhWB Mannskërl(e) [Mànskharla Su.; Mànskharl Co. Mütt. Rapp. K. Z. Han.; Mànskhærl Str. Lohr] m. Mannsperson. Syn. Mannervolk 2 Seite 115 O. — Schweiz. 3, 462.

 PfWB  RhWB Staatskërl(e) [‘Stâtskhárli Banzenh.; ‘Stâtskhárlə Heidw.; ‘Stâtskharl K. Z.] m. schöner, stattlicher Mann; auch von solchen männl. Tieren K. Z.Schweiz. 3, 462.

 PfWB Viʰkërl [Fékharl K. Z.; Fékhærl Str.] m. Mensch ohne Verstand und Lebensart; derber Grobian.

Kärnel, Kärner, s. Kane.
 
 
Karnier(lin) Tasche für den Verkauf auf dem Markt Montanus Gart. II. — Bayer. 1, 1293.