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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Jäʰrling bis Klapperjass (Bd. 1, Sp. 410b bis 411b)
 
 Jäʰrling [Jǽrle Wh.] m. Schaf von einem Jahre. — Schweiz. 3, 67. Bayer. 1, 1210.
 
 
järeⁿ [járə Mü. Wittenh. Su. Obhergh. Hlkr. Dü. Rapp. Bf. Mutzig Geisp. Betschd.; jérə K. Z. Lützelstn. Lohr; jêərə Rauw.; jêrə Hf.; 3. Sg. Ind. jìèrt Lützelstn., jêərt Rauw.; Part. kjórə O., kəjért K. Z.] 1. gären. Dër Wiⁿ järt schun üwer Hajl un Heer vollständig; het schuⁿ gjoreⁿ, auch gjärt. 2. übtr. aufwallen: [s jért emər] in mir Z. ‘dr zorn vo ï mär iaart’ Landsman Lied. 102. s. auch jäseⁿ. Zss. [Jêrpùlfər].

durch järeⁿ gehörig gären: Mr muess keⁱⁿ neü Hai füetereⁿ, eʰ s durchgjoreⁿ het Bf.

[Bd. 1, Sp. 411a]

verjäreⁿ 1. vergären, vollständig gären U. Dr Weiseⁿ het verjoreⁿ Geisp. ‘verjähren deferbere’ Dasyp. 2. refl. sich erhitzen, ereifern Str. CS. ‘zittig und vergeren’ von Wein Dankr. 294. ‘verjähren’ bouilli Martin Parl. N. 36; verjohren 37. — vgl. Bayer. 1, 931.
 
 
Jere, Jerum [Jêra, Jêrùm Hlkr. Co. Dü.] Ausruf des Mitleids oder der Betrübnis: o Jere, die Trüwel sin noch lang nit zittig! Dü. O Jere(le)! Co. Jerumkeit! Hf. Herrjere, -jerum Dü. Aus Jesusherre! euphemistisch zusammengezogen. Volksreime: O Jerum, o jerum, wie schlät dr Mann di Frau ʰerum! Molsh. O Jere, Fraü Märe, wie schl. d. M. d. F. mit dem alteⁿ Lurtscheⁿ u. s. w. Rchw. O Jere Mareie, was sell iʰ verheieⁿ? Su. O Jere miⁿ Rückeⁿ, o Jere miⁿ Beiⁿ! Dr Tag is so lang, dr Loʰn is so kleiⁿ! Liebsd. ‘Jerum’ Klein.Schweiz. 3, 72. Schwäb. 297.
 
 
Jordan [Jòrtàn Str.] m. wie hochd. in der Rda. Üwer dr J. geʰn sterben; vgl. Grabeⁿ, Gräbli 1.
 
 
Jörg [Jèrk Hi. Obsteinbr. Su. Ruf.; Jêrk Banzenh.; Jèri Ruf. M. Co. u. nö. davon allg.]; Koseform Jörgi [Jèrki Ruf. Su.]; Demin. (selten) Jörgel [Jèrklə Hi.; Jèrikl O.; Jèrjələ U.] männl. Vorname Georg; daneben und häufiger die frz. Form, s. Schorsch; übtr. gutmütiger Mensch. Schelte: Geʰ wëg, du stiffer Jöri! Str. Sprechübung: ‘Jerri, saj's im Jerri, ass ’s d'r Jerri im Jerri sajt, ass d'r Jerri ’s Lojel an d'r Waje henkt’ Co. Stöber Volksb. 59. Jerri, Jerri, Krotteⁿloch Het e alti Fraü im Loch Scherw. Die deutsche Form allein in Jörgeⁿtag, Jörjeⁿta, Jörjelesta, 23. April, ein wichtiger Tag im Bauernkalender: Am Jörjeⁿta muess dr Summer kummeⁿ. ‘Am Jörjetag soll ’s Korn in Aehre sinn’ Als. 1852, 132. ‘So lang as d’ Frösche vor Jörjetag ruhge (quacken), so lang müehn se sich noch Jörjetag ducke’ ebd. Wenn d Fröscheⁿ vor Järgeⁿ gigeⁿ, müeˢˢn si noʰ Järgeⁿ schwigeⁿ. Dr Jörg und der Marx (25. April) Hän oʰ noch (hän allewil Geberschw.) eps Args Banzenh. Su.; ähnl. Ruf. JB. XII 101. Sin am Jörgeⁿta d Rëweⁿ blutt un blind, soll sich freüeⁿ Wib un Kind. Nach Jörgetag ist es verboten über die Wiesen zu gehn. Vgl. Als. 1851, 138 (wo auch die Legende

[Bd. 1, Sp. 411b]
des Heiligen); 1852, 132. Dr heilig Ritter Sanct Jörg het dr Teüfl verstocheⁿ Su. ‘der Thurmwächter zu Ensisheim sol auch des Nebels vnd Reiffen zu Sant Jergen Tag anfahen wharzunemen, vnd so Er ein Nebel saht, soll er anfahen luthen’ Merklen 1, 279.

 PfWB Herrjörg, Sant Jörgle [Hêrjêrk Roppenzw.; Sànt Jèrklə Hi.] urspr. Anruf des Heiligen beim Beginn eines Kampfes. Rda. Iⁿ aim dr H. singeⁿ die Meinung sagen Roppenzw. Dir will iʰ dr Sant Jörgle singeⁿ Hi. Verdreht: Er het ⁱʰm dr Herr Jeger gsungeⁿ hat ihn durchgeprügelt Schlierb.

Lureⁿjöri [Lýrəjèri Buchsw.] m. wasserreiche Quelle, die zu Ende des Winters in Buchsweiler am Fusse des Bastberges vor der katholischen Kirche erscheint und sich in einen kleinen Weiher, die sog. Schäferei, ergiesst; auch füllen sich von da ab schnell alle Brunnen mit Wasser. Über die Entstehung des Namens s. ERW. 1839, 152.
 
 
(Jass in)

Klapperjass [Klàpərjàs Gebw. Hf.] n. 1. ein Kartenspiel. 2. Prügel (Kinderspr.) Er het K. bekummen Gebw. Schweiz. 3, 69 aus dem holländischen, wo Klaver = Klee.