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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Hut bis hütleⁿ (Bd. 1, Sp. 389b bis 390b)
 
  Hut [Hyt allg.; Hùt Dehli.; Pl. Hit] f. 1. Haut von Menschen und Tieren. D H. abzieʰeⁿ lästig bitten, wie Kinder etwa thun Dü. Mr möcht us dr H. faʰreⁿ, springeⁿ ich bin in voller Verzweiflung Obbr. Gang mir ab dr H. belästige mich nicht mehr! Ruf. Der stëckt in ⁱⁿere schlëchteⁿ, in keiner gueteⁿ H. ist kränklich, bedenklich krank Obbr. Dem is s auʰ nit woʰl in sinere H. dem geht es schlechter als es den Anschein hat. Auf die Frage: Wo is er? wo stëckt er? erfolgt die Scherzantwort: In dr H. bis üwer d Oʰreⁿ Str. (mit dem Zusatz: wënn er nit dert is, is er verloreⁿ Z.) ‘Ein schalck in der haut’ durch und durch Geiler HK. LXXXV. S muess e jeder mit siner eigeneⁿ H. z Märt jeder muss mit sich selbst fertig werden können Hi. Er is in d H. niⁿ nix nutz, verderbt völlig unnütz, verderbt Dü.; in d Hut nin bezaʰlt gut bezahlt, preiswürdig Hf.; s is in d Hut nin gnue. ‘Wenn Si so redt, se sott Si sich in d’ Hutt ’nyn schämme’ Pfm. IV 7. Er is so dick oder so feist, was in d Hut niⁿ ma O., ähnl. Z. JB. VII 193. Der is nix nutz, wo ⁱʰne d H. aⁿrüert Bf. Iʰ ha d H. voll (sehr viel) z tʰueⁿ Hi. S schudert (schaudert) miʰ bis uf d H. S juckt ⁱʰne uf dr H. er will etwas thun, worauf Schläge erfolgen Obbr. Mit H. un Hor ësseⁿ Su. Von H. un Hor nix nutz Str.; v. H. u. H. nix an geʰn durchaus nicht verwandt sein. S is nix an iʰm aˡs H. un Knocheⁿ er ist überaus dürr Logelnh. Uf dr fuleⁿ H. lieⁿ müssig gehn, faulenzen Obbr. ‘sich uff d ful Hutt leije

[Bd. 1, Sp. 390a]
den Müssiggang pflegen’ Str. Ulrich. Dëm soˡˡt mr d e nünt H. trëffeⁿ den sollte man windelweich schlagen. Dehli. ‘diß Kappen (= dieser Mantel) kläbt lang an der hütt’ Brant Narr. 13, 94. 2. Person: e gueti H. ein gutmütiger Mensch Banzenh.; e lustigi H. Str.; e fuli H.; e wildi H. Zu einem schwer Arbeitenden: Iʰ schwitz, wenn iʰ dⁱr zue lueg! — Iʰ glaüb's woʰl, so e fuli H. schwitzt, bi Gott, glich! Ruf. 3. Haut auf der Milch NBreis. U.

Demin. Hütle, Hütel [Hitli Banzenh.; Hitlə O.; Hitl U. W.] n. Häutchen, Haut. Dis Maidl het e wissˢ H., eⁱⁿ Hütl wi Sammet so fin Z.Schweiz. 2, 1774. Hess. 155. Bayer. 1, 1187.

Aalhut [Ôlhyt Bf.] f. Aalhaut, als krampfstillend umgelegt.

Finhütle n. Mensch mit feiner Haut, bes. von Kindern gebraucht: des is e F. Obhergh.

 PfWB  LothWB  RhWB Gäns(e)hut [Kansəhyt Henfli. Obhergh. Hlkr.; Kànshyt Bebelnh. Bisch. Ndhsn.; Kanshyt Betschd.; Kashyt K. Z.; Kænshyt Str.; Kąįshyt M.] f. Schauder bei Frost oder Schrecken. Ich ha e G. bekummeⁿ Obhergh., überkummen Hi., z. B. beim Anhören einer Gespenstergeschichte. G., ass eⁱn Esl dran lulleⁿ (saugen) könnt Str. ‘s geht merr e Gänshutt uss’ E. Stöber II 156. ‘Ich krieij noch Gänshutt jetz, denk ich an zelli Zyte’ Hirtz Ged. 175.

Hüeʰnerhut f. Schauder M. Mittl.Schweiz. 2, 1776.

Jumpferhütle, Jumpferhütel n. Jungfrauschaft Heidw. Steinb. U.

Kälberhut f. Kalbshaut. Spw. s wëreⁿ meʰʳ Kälwerhüt gërbt aˡs Küeʰhüt es sterben mehr Junge als Alte Z. ‘Dann es ist ein alt sprichwort, das man eben so viel Kälber heut findet, als Kühheut’ Geiler 31. Narr (Kl.) — Schweiz. 2, 1776.

 PfWB Mënscheⁿhut [Mènəhyt Ingw.; Manəhyt Betschd.] f. Menschenhaut: so wird der gallertartige Stoff bezeichnet, aus welchem die früher häufigen, mit Gold- oder Silberkranz bedruckten Heljeⁿ, Heiligenbilder, verfertigt sind. — Schweiz. 2, 1776.

Schmërhütle n. ein Häutchen, das die Fettschicht des Schweines umgibt und in welches das als Heilmittel für Wunden

[Bd. 1, Sp. 390b]
aufbewahrte Schweinefett luftdicht eingewickelt wird Su.Schweiz. 2, 1777.

hütleⁿ [hitlə Bisch.] refl. sich häuten. — Schweiz. 2, 1778.