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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Husar bis überheischeⁿ (Bd. 1, Sp. 385b bis 386b)
 
  Husar [Hysâr allg.] m. 1. Husar. 2. grosse, starke Weibsperson: dis (dies Mädchen) is e rëchter H., es schafft wi ⁱne Mann Dü. Derb scherzhaft: e gspaltener H. Steinbr. Z. oder Schlitzhusar Mütt. Zss. Husareⁿschmutz. — Schweiz. 2, 1750.

[Bd. 1, Sp. 386a]

 
  Hussel [Hùsl Olti.] f. Rotschwänzchen. — Haus-seele? Schweiz. 2, 1748 Rót-Hüserli.
 
 
Hüssje, Hüsier, Husi [Hysje Ruf. NBreis. Co. Logelnh. Mittl. Rapp. Bf. Hf.; Hysîr M.; Hýsi Bisch. Bf. K. Z.; Hisjə Wh.] m. Gerichtsvollzieher (dies fehlt). Spw. Wënn dr Iⁿnëʰmer un dr H. nit wär, Wär s Lëweⁿ noch lang nit so schwër Rapp. Zu Fastnacht rufen die Kinder den Vermummten nach: Hüssje Notari, Honigloch Siroploch Bghz. JB. X 226. s. Horsch Vorwort Seite XII. — frz. huissier.
 
 
huis [hùis Roppenzw.] Interj. weg! fort! Huis do fort mit Euch! — vgl. Schweiz. 2, 1750 huss, 1752 hüss von mhd.  Lexer hiuze munter?
 
 
Hussdada Ruf des Nachtjägers (Hüsstatamännele) Türkh. JB. VIII 175; s. hu da da da Seite 291.
 
 
häsch [ha Hlkr. Obhergh.] Ruf zum Locken oder Scheuchen der Schweine: h., iʰr Soü! h. de (aus hasch da)! — Schweiz. 2, 1753.
 
 
 PfWB  RhWB hascheⁿ haschen. Kinderspiel, wobei ein Ausruheort, der Barreⁿ, bestimmt wird. Sind alle dort angelangt, so ruft das haschende Kind: Drei langi, langi Stangeⁿ! Wer nit glich vom Barreⁿ eⁿwëg geʰt, der muss fangeⁿ Lützelstn.Schweiz. 2, 1754 erhäschen.
 
 
hesch [hé, he Hi.] Versicherung. S is nit do, h.! h., iʰ kumm grad Hi. — aus 2. Sg. Ind. Präs. (du) höʳs? Schweiz. 2, 1764 hēst, wo Dehnung des Vokals von hest (hast) durch Anlehnung an gsehs vermutet wird.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB heischeⁿ [haiə Sier. bis Str.; hæiə K. Z.; hèiə M.; hǽə Barr Dehli.; Part. khaiə, khèiə, khǽə] 1. begehren, verlangen. [Wàs hèiə-n-ər fer ùiər Ros? M.] Wënn r mⁱr das Gëld nit bal bringt, so heisch ich s iʰm Dü. [tər ‘Sori (Georg) hèt en tər Mìatər Prût khaia Dü.] Jemand, der mit Reden gefoppt wird, antwortet gleichmütig: Sajeⁿ können iʰr, was iʰr wëˡˡn, h. mⁱr nur keⁱⁿ Gëld! Dü. 2. abs. betteln. Lieber will iʰ stërbeⁿ aˡs geʰⁿ geʰⁿ h. Sier. Si lëweⁿ vom H. Geisp. Scham diʰ für ze h.! ‘I muss doch heische gehn! Do schlich i so um d’ Hüser erum’ Wasselnh. 1817 JB. XI 73. ‘Im vierten Jahr thut er heischen Brod’ aus einem älteren oberels. Volksl. Als.

[Bd. 1, Sp. 386b]
1854/55, 174. ‘heischen betteln’ Klein. ‘was höschent ir?’ Parz. 307; 3. ‘betteln oder heischen’ Str. 15. Jh. Brucker 7. ‘were ouch eins also arme, das es nit den vollen hette und heischen müsste’ ders. 34. ‘was heischt ir dann von einem jeglichen = frz. que demandez vous donc d'un chascun Antw. 15 Rx.Martin Coll. 34. ‘heischen vnd heissen demandez ou commandez’ Martin Parl. N. 39. 3. eineⁿ h. auffordern, gewöhnlich: [tsə Kəmǽnərôt hæiə den Gemeinderat zur Sitzung einladen Hf.] ‘heischen’ Chron. Schweiz. 2, 1754. Schwäb. 271. Hess. 160. Bayer. 1, 1184.

hër heischeⁿ zum Kampfe herausfordern: [ər hèt mr hár khèiə Mb.]

überheischeⁿ überfordern, für eine Ware oder Arbeit zu viel verlangen Liebsd. bis Dü.Schweiz. 2, 1756.