| Husar [Hysâr allg.] m. 1. Husar. 2. grosse, starke Weibsperson: dis (dies Mädchen) is e rëchter H., es schafft wi ⁱne Mann Dü. Derb scherzhaft: e gspaltener H. Steinbr. Z. oder Schlitzhusar Mütt. Zss. Husareⁿschmutz. — Schweiz. 2, 1750.[Bd. 1, Sp. 386a]
Hussel [Hùsl Olti.] f. Rotschwänzchen. — Haus-seele? Schweiz. 2, 1748 Rót-Hüserli.
Hüssje, Hüsier, Husi [Hysje Ruf. NBreis. Co. Logelnh. Mittl. Rapp. Bf. Hf.; Hysîr M.; Hýsi Bisch. Bf. K. Z.; Hisjə Wh.] m. Gerichtsvollzieher (dies fehlt). Spw. Wënn dr Iⁿnëʰmer un dr H. nit wär, Wär s Lëweⁿ noch lang nit so schwër Rapp. Zu Fastnacht rufen die Kinder den Vermummten nach: Hüssje Notari, Honigloch Siroploch Bghz. JB. X 226. s. Horsch Vorwort Seite XII. — frz. huissier.
huis [hùis Roppenzw.] Interj. weg! fort! Huis do fort mit Euch! — vgl. Schweiz. 2, 1750 huss, 1752 hüss von mhd. Lexer hiuze munter?
Hussdada Ruf des Nachtjägers (Hüsstatamännele) Türkh. JB. VIII 175; s. hu da da da Seite 291.
häsch [ha Hlkr. Obhergh.] Ruf zum Locken oder Scheuchen der Schweine: h., iʰr Soü! h. de (aus hasch da)! — Schweiz. 2, 1753.
PfWB RhWB hascheⁿ haschen. Kinderspiel, wobei ein Ausruheort, der Barreⁿ, bestimmt wird. Sind alle dort angelangt, so ruft das haschende Kind: Drei langi, langi Stangeⁿ! Wer nit glich vom Barreⁿ eⁿwëg geʰt, der muss fangeⁿ Lützelstn. — Schweiz. 2, 1754 erhäschen.
hesch [hé, he Hi.] Versicherung. S is nit do, h.! h., iʰ kumm grad Hi. — aus 2. Sg. Ind. Präs. (du) höʳs? Schweiz. 2, 1764 hēst, wo Dehnung des Vokals von hest (hast) durch Anlehnung an gsehs vermutet wird.
PfWB LothWB RhWB heischeⁿ [haiə Sier. bis Str.; hæiə K. Z.; hèiə M.; hǽə Barr Dehli.; Part. khaiə, khèiə, khǽə] 1. begehren, verlangen. [Wàs hèiə-n-ər fer ùiər Ros? M.] Wënn r mⁱr das Gëld nit bal bringt, so heisch ich s iʰm Dü. [tər ‘Sori (Georg) hèt en tər Mìatər Prût khaia Dü.] Jemand, der mit Reden gefoppt wird, antwortet gleichmütig: Sajeⁿ können iʰr, was iʰr wëˡˡn, h. mⁱr nur keⁱⁿ Gëld! Dü. 2. abs. betteln. Lieber will iʰ stërbeⁿ aˡs geʰⁿ geʰⁿ h. Sier. Si lëweⁿ vom H. Geisp. Scham diʰ für ze h.! ‘I muss doch heische gehn! Do schlich i so um d’ Hüser erum’ Wasselnh. 1817 JB. XI 73. ‘Im vierten Jahr thut er heischen Brod’ aus einem älteren oberels. Volksl. Als. [Bd. 1, Sp. 386b]
1854/55, 174. ‘heischen betteln’ Klein. ‘was höschent ir?’ Parz. 307; 3. ‘betteln oder heischen’ Str. 15. Jh. Brucker 7. ‘were ouch eins also arme, das es nit den vollen hette und heischen müsste’ ders. 34. ‘was heischt ir dann von einem jeglichen = frz. que demandez vous donc d'un chascun Antw. 15 Rx.’ Martin Coll. 34. ‘heischen vnd heissen demandez ou commandez’ Martin Parl. N. 39. 3. eineⁿ h. auffordern, gewöhnlich: [tsə Kəmǽnərôt hæiə den Gemeinderat zur Sitzung einladen Hf.] ‘heischen’ Chron. — Schweiz. 2, 1754. Schwäb. 271. Hess. 160. Bayer. 1, 1184. hër heischeⁿ zum Kampfe herausfordern: [ər hèt mr hár khèiə Mb.] überheischeⁿ überfordern, für eine Ware oder Arbeit zu viel verlangen Liebsd. bis Dü. — Schweiz. 2, 1756. | |