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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
hoʰl bis Holleratti (Bd. 1, Sp. 322a bis 323a)
 
  hoʰl [hól Ruf. Rauw.; hôl U.] Adj. hohl, leer. Der is h. bis in deⁿ grosseⁿ Zeweⁿ Zehe (h. vuⁿ undeⁿ bis ufeⁿ Ruf.) er kann nicht satt werden Rauw. ‘hol öd cavus’ Dasyp.Schweiz. 2, 1135. Bayer. 1, 1083.

Hol [Hôl Lobs. Betschd.; Hól Wh.] f. Hohlweg; im Ackerland: Ackerabteilung. — Eifel.

[Bd. 1, Sp. 322b]

Demin. Höʰlele [Hélələ Lobs.] n. kleiner Hohlweg.

Höʰl(e), Hüle [Hìlə Pfast.; Hél Obhergh. Logelnh. Scherw. Str. K. Z.; Héal Kindw.; Hìəl Bischw. Zinsw.] f. Höhle; Wohnung armer Leute Str. Er kummt nie zue dr Höʰl ʰerus Scherw. ‘Höhle im Reim auf spiele’ Lustig I 288. ‘hüle’ Geiler J. Sch. 8; huli, huly P. S. M. Schürer 1510). 6; Em. 7. ‘hüle’ Schlupfwinkel Chron. 52, 27. ‘Hüle tasniere’ Martin Parl. N. 543. ‘seine Hüelen macht er (der Otter) am Wasser in den Ham’ Baldner.Schweiz. 2, 1156. Bayer. 1, 1083. Eifel Hüll.

us höʰleⁿ [ys héla Su. Steinbr.; ys hélə Roppenzw. Hlkr. M. Logelnh.] aushöhlen, z. B. einen Apfel, eine Rübe. s. auch us hülcheⁿ. Scherzh. ‘I ha .. acht Liter Wi usg'hölt’ Lustig I 76. — Schweiz. 2, 1157.
 
 
Holländer: 1. Rda. Der is los gangⁿ wie eⁱⁿ H. tapfer drauf los Dehli. Ob Erinnerung an den Freiheitskampf der Niederländer, die sich bei den Unterthanen der nassau-oranischen Grafen von Saarwerden lange erhielt? Er geʰt neweⁿ eim dure wie e H. ohne zu grüssen Su. 2. langes, mageres Pferd (zu hoʰl) Ingenh. Schweiz. 2, 1158.
 
 
Holefërnes [Holəfarnəs Hlkr. U.; –færnəs Str.] m. stolzer Mensch; grosser und magerer Mann: e rëchteʳ H.
 
 
holeⁿ [hôlə fast allg.; hólə M. Wh.; hûlə Han.; hylə in Bed. 2 K. Z.] 1. holen. Hole miʰ! ruft der Ertrinkende Schwindratzh. ‘Hole miʰ, hole miʰ, schuns kumm iʰ nimmi heim!’ scherzh. Anfang eines Liedes Dunzenh. Ingenh. Dr Schandarm hult di Dieb aus einem Abzählspruch Rapp. JB. VII 152. Deⁿ Dokter, deⁿ Pfarreʳ h. zu einem Kranken Z.; deⁿ Notarjes h. damit ein schwer Erkrankter das Testament machen kann Dunzenh. 2. fassen, festhalten: hul ne! [hyl nə!] ruft man einem fliehenden Hund nach Dunzenh. Ingenh. Schweiz. 2, 1154. Bayer. 1, 1082.

erholeⁿ [ərhôlə Bf. Hf.] sich etwas zuziehn: Zieⁿ dich warm an, du könnts eps e., e Kranket e.; sich e. sich wiederherstellen, neue Kräfte sammeln, wieder in bessere Vermögensumstände kommen. ‘sich wider erholen recolligere se’ Dasyp.Schweiz. 2, 1154.

[Bd. 1, Sp. 323a]

 PfWB ʰerum holeⁿdie Kräfte angreifen, mitnehmen; durch Vorwürfe bessern Str. Ulrich.
 
 
Holleratti [Hòləràti Dü.; Holərati Ruf.] n. Unkraut, in Trieben u. Blättern ähnlich wie Hollunder, aber ohne Holz, als Mittel gegen Hühnerläuse gebraucht, indem man einen Busch in den Hühnerstall hängt. Liedchen: Holeritti Holeratti, Gagummersalat, min Schätzl is gstorweⁿ, jetz wur iʰ Soldat Betschd. Westhofen (vgl. JB. I 85). Var. Hätts aüʰ devoⁿ gësseⁿ; wärs aüʰ e Soldat JB. XIII 186.