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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Glast bis gluttereⁿ (Bd. 1, Sp. 262b bis 263a)
 
  Glast [Klàt Hf. Dehli.] m. Schimmer, nur gebräuchlich in den Ausdrücken: [ər hèt nòχ ə pesl Klàt oder ər hèt khèn Klàt mé] von einem teilweise oder ganz Erblindeten. Der hat e bissl G. von der Sach versteht ein wenig davon, hat eine Ahnung davon Dehli. Geiler J. Sch. 11. ‘Uss des Herrn Angesicht ging ein Glast’ P. II 18ª. ‘ersahe ich nicht weit von mir ein wenig Glasts von Fewer’ Mosch. II 575. ‘ersahe er ein wenig Glasts herfr scheinen’ ders. II 307. — Schweiz. 2, 650. Schwäb. 233. Bayer. 1, 977.

glasten scheinen, glänzen. ‘Ich sich ein feür her glasten’ 1497 JB. I 58.

erglesten erglänzen. ‘erglesten wie ein pfau, der seinen wadel erbreitet’ Geiler Pred. 53.
 
 
glatt [klàt allg.] Adj. glatt: g. wi e Spiegl; g. wi e Mus ein Haustier mit glatten, schönen Haaren. Dr Himml is ganz g. mit einer gleichmässigen Wolkenschicht überzogen (Anzeichen, dass es regnen wird). S is alles g. es ist alles in Ordnung. Dato is er wider g. er hat seine Geschäfte wieder geordnet Hf. E Glatter oder e glatt Stückl (St. Husrot), e glatt Isl ein verdorbener, durchtriebener Mensch, ein sauberes Früchtchen; deⁿ Glatteⁿ (dr Glatt M.) macheⁿ, spieleⁿ sich unschuldig stellen; schmeicheln Se spél-m'r doch d'r Glatte nét eso’ Mangold Colm. Kom. 87. Adv. beinahe, so

[Bd. 1, Sp. 263a]
ziemlich; durchaus, gerade: g. wi genau wie; s is mⁱr g. weʰ woreⁿ Hf.; g. erschrockeⁿ O.; dr Alt un dr g. (ganz) Alt M.; g. süess ziemlich süss, g. feiⁿster ziemlich dunkel M. S is nix Warmes hüt, s is g. kalt Wh. Iʰ sag dⁱr s g. eⁿwëg frei heraus Su. ‘die Kirch, wie bewert ist, glatt nichts zu gebieten hat’ Capito, Treger O 3 CS. ‘vberal und glatt nichts wissen von’ Fisch. Bin. 200. Vgl. ‘glatt völlig, ganz, gar. es ist glatt aus mit ihm er ist verloren. Glatt wie völlig, gleich wie. Glatt rothe Haare Pf. Cobl.’ Klein. ‘I hoo's (die Onnemej) zua lieb un meecht's in d’ Eih Un geh em glott uf's Wort’ K. Schk. 403. — Schweiz. 2, 652. Schwäb. 252. Bayer. 1, 977. Eifel glatt durchaus.

glätteⁿ [klètə Lutterb. Mü.] bügeln. ‘gletten levigare, planare u. s. w.’ Dasyp.Schweiz. 2, 654.

Glättereⁿ f. Büglerin.
 
 
Glätt [Klèt Kerzf.] n. Glasur an einem Gefäss. ‘Lithargyrium glette, silberschaum’ Gol. 74. ‘Silberglätte Lithargyrum’ Pharm. 1. ‘Bleiglätte’ ds. 5. ‘Glett escume de fer’ Martin Parl. N. 554. — Schweiz. 2, 654.

ungeglett Adj. nicht glasiert. ‘ein ungegletter Haffen un pot non plombé’ Martin Parl. N. 721.
 
 
Glotterle glänzende Augen’ Str. Ulrich.
 
 
glut [klỳt Co.] ganz verlustig, ausgebeutelt, beim Schnellkugelspiel.

gluttereⁿ, s. kluttereⁿ.