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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Gatter(e) bis ungattlig (Bd. 1, Sp. 242a bis 242b)
 
  Gatter(e) [Kàtərə Fisl. Hi. Liebsd. Banzenh. M.; Kàtər Obbruck] f. ( m. M., ält. Str.) hölzerne Gitterthüre aus Latten. ‘Zum Gatter, Hausname 1310 Str.CS. Rätsel: ’s steht ebbis uf e're Gaddere, Es riäft alle sine G'vaddere? Antw. D'r Hahn!’ Pfirt Stöber Volksb. 398. s. auch Gätter. — Schweiz. 2, 496. Bayer. 1, 957.

Hüeʰnergatter n. Hühnerstall mit Gitterwerk Hi. Spw. S Hiroteⁿ is e H. — Schweiz. 2, 497.

Mulgattere [Mýlkàtərə Roppenzw.; Mýlkàtər Geberschw.] f. Maulkorb für Hunde und Pferde. — vgl. Schweiz. 2, 497.

Sandgattere [Sàkàtərə Fisl.; Sàntkàtərə Banzenh.] f. Drahtgitter, durch welches Sand gesiebt wird. — Schweiz. 2, 497.

Schutzgatter [‘Sùtskàtər Horbg.] n. 1. eigentl. Fallgitter; bedeutet jetzt 2. eine hastige, flüchtige, unbesonnene, überstürzt handelnde Person. — zu 2 vgl. Schutz Schuss. Schweiz. 2, 497.

Zettelgatter [Tsètlkàtər Bf.] f. Webergerät zum Aufstecken der Zettelspulen. — Schweiz. 2, 498.
 
 
gattig, gatting [kàtik Olti. bis Bf.; kàti Hf.; kàte Betschd.] Adj. ansehnlich, gut, echt. E gattiger Mann ein wohlgebildeter und geschickter Mann Hi. E g. Büewle ein braver Knabe O. E

[Bd. 1, Sp. 242b]
gattigëʳ Herbst eine reichliche Weinlese. Seltener: e g. Hüsle, e g. Stück Fëld O. Ironisch: e gattigeʳ einer von den rechten. s is e g. Stückle ein nichtsnutziger Bursche. Adv. Kaⁿⁿs nix g. macheⁿ ordentlich Horbg. s. auch gattung. — Schweiz. 2, 502.

 PfWB mittelgattig [metlkàtik Geberschw. Horbg. Dü. M.; metlkàti Str. Hf.] Adj. mittelmässig: e mittelgattigi Ërn Dü.

 PfWB  LothWB  RhWB ungattig [ùkàtik Liebsd. bis Dü.; ùkàti Str. K. Z.; ùkàtiχ Betschd. Bühl Rothb. Lobs.; ùkàteχ Wh.] Adj. 1. unartig, bes. von Kindern. Er is gar üwl u. sehr ungezogen, wild Hf. E u. Stückle Vieʰ schlecht dressiertes Haustier; grob: ungattigeʳ Sirml (Schelte) Fisl. Dëʳ Herr is nit so u. ist freundlich, angenehm Horbg. ‘Dass sich die Alt nit schämmt diss yngschnurrt Ledder do! — ’S isch wohr! Merr wurd ungaddi’ Pfm. II 2. ‘Was Si nit, ungaddi, Schlödderle de Lyt waiss an ze henke’ ebd. III 2. ‘Sunscht wäer d'r Fritz nit so ungaddi worre’ Kur 20. Dis is keⁱⁿ u. Stückl das ist nicht übel (ironisch) Str. 2. unpassend: dëʳ Kittl geʰt dⁱr aber u. steht dir schlecht an Liebsd. E ungattigi Stëj eine unbequeme Treppe Dü. Das is mⁱr jetz oʰ u. das passt mir schlecht Bebelnh. M. Adv. sich u. uf füeʰreⁿ sich ungebührlich benehmen Rothb. Schweiz. 2, 502.

gattlig [kàtlik Roppenzw. Strüth] Adj. anständig, schön. Das Hus is g. — Bayer. 1, 956 gättlich. Hess. 118.

ungattlig [ukàtlik Steinb. Su. Hlkr.] Adj. unpassend, unbequem. Er is nit u. er ist entgegenkommend. U. Wëtter schlechtes Wetter. S is u., z. B. etwas beständig nachtragen müssen. — Bayer. 2, 956.