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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
gaugleⁿ bis Gig(e) (Bd. 1, Sp. 201b bis 202a)
 
 gaugleⁿ [kaỳklə Hi.] tändeln. S Anneli got go mälcheⁿ, s Küeʰli stot nit rëcht; es stellt dr Kübl nëbeⁿzue un gauglet mit dem Knëcht Gassenhauer Hi.

Gaugler m. verspieltes Kind.

Gauglereⁿ f. dazu Hi.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB gegeⁿ [kékə Liebsd. Hi. Ruf. Hlkr.; kêkə Mü. M.; kaia, kèja Dü. Ingersh. Logelnh.; kèjə Bf.; kèjə und kêjə Str.; kêjə Han. Betschd. W.; kæjə K. Z.] Präp. mit Dat. 1. Er kummt g. dⁱr begegnet dir S. Si soˡˡteⁿ nit gege-n-ⁱʰm siⁿ nicht feindlich gegen ihn auftreten Geberschw. ‘Da es ward gegen dem tage’ 1497 JB. I 61. ‘gegen dem reichen als dem armen’ Wattw. 16. Jh. JB. III 69. ‘Der Todt stunde da still vnd wande sich gegen mir’ Mosch. I 189. ‘Der (Weg) gegen der rechten hand zu’ Mosch. I 356. Er is guet g. siⁿm Vieʰ, besser aˡs g. sineⁿ Lüt seine Familie U. Er woʰnt g. ⁱʰm nüwer ihm gegenüber Hf. 2. in Vergleich mit: dis is e Tʰaler wërt g. dëm Bf. s is gar keⁱⁿ Lëweⁿ g. vor ältereⁿ Ziteⁿ. Er is nix g. iʰm K. Z. (iʰn Hi.); nix g. wie er noch ledi is gewëˢn Hf. 3. in Zss. = auf der anderen Seite der Familie: [Kêkəlit die Schwiegereltern zweier Eheleute im Verhältnis zu einander; Kêkəfàtər Schwiegervater, Kêkəmyùtər Schwiegermutter M.] s. auch Seite 155 f. Gegeⁿschwëʰr die beiderseitigen Schwiegerväter Str. und allg. — Schweiz. 2, 140. Bayer. 1, 878.

 PfWB  LothWB  RhWB dªrgegeⁿ Adv. dagegen allg. Ich han nix d. Er het mⁱr e Butëll Schnaps gschickt, was soll ich ihm d. schickeⁿ? D. enüwer gegenüber. ‘dargegenüber’ Str.

[Bd. 1, Sp. 202a]
15. Jh. Brucker 255. Gang iʰm d.! Er het e Mul weiss wie, s Zuzi is doch gwiss e gueti Rätsch, awer s is grad nix d. im Vergleich mit jenem Dü.

ergegeⁿ Adv. entgegen allg. e. geh(n), kummeⁿ. ‘Geht ain Hoffnung ze Grund, kummt d’ ander ball ergeje’ Pfm. II 4. i rit äm ärgeegä’ Landsman Lied. 98. — Schweiz. 2, 143.

zegegeⁿ, zergegeⁿ Adv. nach wo? in welcher Richtung, wo ungefähr. [wù tsə kêkə? M. Wù pe hár? — Fù Terənantsa. — Wù tsərkèja e tàs? — S e tù howa pi Kholmər Dü.] — Schweiz. 2, 144. Bayer. 1, 878.

 PfWB  RhWB Gegni, Gegnig, Gegend [Kékni Fisl.; Kéknət Hi.; Kéknik Banzenh.; Kéjəni Rapp.; Kêkət M.; Kêjət Str. Hf. Han. Betschd. W.; Kæijət Bisch. Ndhsn. Barr K. Z.; Kèjnt Dü.] f. Gegend. Iʰ ha s Mësser verloreⁿ uf m Acker, awer iʰ weiss nit, in welʰere G. Dü. ‘vmb die gegne der Beckhen- vnnd Gerbergaßen’ Petri 18. ‘gegene’ Chron.Schweiz. 2, 144. Bayer. 1, 879.

begegneⁿ [pakékna Su.; pəkèjə Bisch.; pəkêjə (selten) Str.; pəkáijə Geisp.] begegnen. In eiⁿm b. — Schweiz. 2, 146.
 
 
†‘Rugitus das gigagen der esel’ Gol. 243. ‘wann sie auff der anderen Seiten gigaget und knappet = wieget und singet’ b. Fisch. Garg. 108. ‘der Esel haanet oder gigaget’ Martin Parl. N. 538. — Schweiz. 2, 140.
 
 
Gig(e) [Kíkə Liebsd.; Kík Olti. bis Schlettst.; Kèj Mütt. Ndhsn. Bf. Barr Bisch. Str. Ingw. Kindw. Betschd. Ndrröd. Tieffenb.;Geisp. Molsh. K. Z.; Pl. Kíkə, Kèjə, Kíjə und Kíə] f. 1. Geige. Rda. Mⁱr bliweⁿ bis ass dr Spielmann d G. uf hënkt wir bleiben bis zum Schlusse Ingw. 2. Strafinstrument der älteren Zeit, Brett mit einer grösseren Öffnung, wodurch der Kopf, und zwei kleineren, wodurch die Hände gesteckt wurden; für Vergehn gegen die Sitten, Verleumdung u. ä. angewandt Mü. Stöber Mäder. ‘mit den Spitzruten, mit dem Stock, mit der Geige belohnet’ Mosch. II 718. Eine Jahrmarktdiebin mit der Geige an alle 4 Thore geführt Mü. 1790: Alem. 7, 261. Die Geig wurde auf frz. Gebiet abgeschafft durch ein Urteil des Conseil Provincial d'Alsace zu Breisach vom 18. Juni 1678 Ord. I 56 f. Zss. Gigenapfe,

[Bd. 1, Sp. 202b]
Gigelratze. s. auch Wielung. — Schweiz. 2, 148. Bayer. 1, 879.

Demin.