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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
an gë(n) bis uf gë(n) (Bd. 1, Sp. 195b bis 196a)
 
 an gë(n) 1. angeben, anzeigen, anmelden: deⁿ Tubak a. g. die Tabakspflanzen für die Steuer anmelden. Der het ⁱʰne a. g. verraten. Du wurs on gën beim Lehrer, häufige Drohung unter Kindern Dunzenh. Ingenh. Sin Spiel a g. die im Spiel vorhandenen Punkte, Augen, Trümpfe oder sonstigen Werte anzeigen. D Karten an gën die Karten zuerst geben Hf. 2. in die Feder diktieren Hi. ‘angeben auffzuschreiben dictare’ Dasyp. 3. raten, einreden, überreden. Wer het üʰ dis angën? wer hat euch diesen Rat gegeben? Er het s ⁱʰre guet angëⁿ er hat sie überredet Su. Schweiz. 2, 81. Bayer. 1, 865.

eⁿwëg gë(n) weggeben, aus der Hand geben: dëʳ dumm Teüfl het s eⁿwëg gëⁿ Olti., verschenken Katzent.Schweiz. 2, 93.

ergë(n) 1. ergeben. 2. sich e. sich ergeben, bes. sich erbrechen Hi.; nachgeben, nach anfänglichem Widerstreben einwilligen; locker werden (Geschwulst; Schraube), weich werden (Geschwür), nachlassen (Krankheit), zur Krisis kommen (Lungenentzündung), gelenkig werden (steifes Gelenk) Hf. Er het sich in dem Suffeⁿ ergëⁿ ist ein Gewohnheitssäufer geworden. — Schweiz. 2, 83.

hër, hëre gë(n) 1. verschenken. Der tʰät s Hëmd vom A. h. g.! Ingenh. 2. (Speisen) erbrechen Co. Str. 3. verkaufen Wh.

i(n) gë(n) 1. in den Mund geben: Speisen, Arzenei. 2. in den Sinn geben: der Teüfl muess iʰm das iⁿgëⁿ haⁿ Bf. 3. einreichen: d Demission ing gën Ingenh. Schweiz. 2, 83.

 PfWB dri(n) gë(n) drein geben: uf ªs Dutzeⁿd Subrödle gën d Beckeⁿ eins driⁿ Bf.Schweiz. 2, 83.

inne gëⁿ hineingeben: in dem Viʰ i. g. das Futter einstecken Su.

 PfWB na(ʰ) gë(n) nachgeben; sich ziehen lassen (Leder). Dr Gscheidst git noʰ Bf. Str.Schweiz. 2, 91.

[Bd. 1, Sp. 196a]

näʰer gën nachgeben, zurückweichen Lützelstn.; s. auch nach II.

 PfWB  LothWB  RhWB übergë(n) 1. übergeben, bes. die Meisterschaft über Haus und Hof übergeben K. Z. 2. bildl. sterben: Jetz het der Hans aüʰ üwergëⁿ ist auch gestorben Dü. 3. d Kart ü. falsch geben K. Z. 4. sich ü. sich erbrechen. — Schweiz. 2, 78. Bayer. 1, 866.

uf gë(n) 1. aufgeben, eine Arbeit; nicht weiter führen, ein Geschäft Lutterb. Su. ‘(wer) den zapfen ufgit’ aufhört Wein zu verzapfen Str. 15. Jh. Brucker 572. 2. verzichten, im Kartenspiel beigeben, eine niedrigere Karte darauflegen Z. Schweiz. 2, 79. Schwäb. 223.