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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Felseⁿ bis einfältig (Bd. 1, Sp. 115a bis 116a)
 
  Felseⁿ [Fèlsə allg.] m. 1. Felsen. E Kërel wü e F. Z. 2. Stein. Iʰ wirf dⁱr e F. üwerʰ niⁿ M. F. macheⁿ beim Kinespiel nennt man einen gewissen Vorteil für den Schlagenden, wenn der Kine ungünstig liegt Hf. Schweiz. 1, 814. Bayer. 1, 715.

[Bd. 1, Sp. 115b]

 
  falsch [fàl allg.], Komp. fälscher, Adj. 1. treulos, nicht aufrichtig in Liebe und Freundschaft. F. wie e (od. ⁱnë) Katz S. Gebw. F. wie e Jud Gebw. Du falscheʳ Jud! Gebw. häufig. E falscher Keib allg. Fälscher aˡs dr Teifl allg. Fälscher aˡs Judas, ër gäb dr Herrgott nit so woʰlfeⁱl Ruf. F. wi e Geisbock Pfulgriesh. F. wie Galgeⁿholz Mü. NBreis. Z. ‘S (s Berwel) isch e rechdi Retsch un falsch wie Galjeholz’ Pfm. III 1. F. wi e Mameluk Ingw. Syn. verdrëʰt. 2. zornig, aufgebracht, böse, ärgerlich. Er is so f. gsiⁿ, ass er siʰ schier nimmeʰʳ gkennt het Sier. Er is f. wōreⁿ Hi. Steinb. ‘Schwey still, du Rosselbubb, i saa der ’s, I wurr falsch’ Pfm. I 8. Eineⁿ f. macheⁿ ärgern Banzenh. Steinb. Su. Ruf. Horbg. Mach miʰ nit f.! M. 3. unecht. Falsch Gëld un falschi Hor git's alle Joʰr Bf. Schweiz. 1, 815. Bayer. 1, 715.

 PfWB  RhWB Falschheit [Fàlhait Ruf. Str.; Fàlhæit K. Z. Betschd.] f. Falschheit. D F. luegt ⁱʰm zue deⁿ Aüge-n-us Ruf.

fälschen Bed. wie das jetzige verfälscheⁿ. ‘(die win) mercklichen geweschet und gefälschet ... mit wasser zgefüllet’ Str. 1492 Brucker 567.

verfälscheⁿ verfälschen, mit unechten oder schlechten Bestandteilen vermischen Bf.
 
 
Falt [Fàlt Hi. Steinbr. Su. U. W.] f., neben [Fàlt Katzent.; Fàltə Hf.] m. Falte, wie nhd. Das Kleid macht (od. ziegt zieht) Falteⁿ Su. Dr sur Win lejt eiⁿ m s Mul in Falteⁿ Bf. ‘Falt am Kleyd ruga vestis’ Dasyp.Schweiz. 1, 817.

 PfWB  RhWB Manigfalt [Mànikfàlt Horbg.; Mànifàlt Ingw.; Màniχfàlt Betschd.] f. Blättermagen des Rindviehs. Giebt man den Kühen nur Wasser zu saufen, so wird die M. hart, was den Viehhändlern Anlass zum Betruge giebt Horbg. ‘versultzt manigfalt’ Fisch. Garg. 120. Mieg II 66 Stöber. ‘Bryd: Es sinn Brofessers Blezzer gewese. — Fr. D.: ’S isch nit wohr. Der Kuttler isch e Kezzer. ’S sinn Immehysle gsin un Stükker Mannigfalt’ Pfm. II 1. — Schweiz. 1, 817.

Fifalter, Fligfalter, Fligholder [Pfifòltər Barr; Pfifhòltər Betschd.; Fliχfàltər Geud.; Fliχhòltər Str. K. Z.] m. 1. Schmetterling; Syn. Summervogel. 2.

[Bd. 1, Sp. 116a]
Nachtfalter, der um das Licht kreist Str. Betschd. 3. Spitzname für einen unruhigen, unsteten Menschen und dann Schild einer Wirtschaft ‘Zum Pf.’, die der betreffende betrieb Betschd.Schweiz. 1, 820. Schwäb. 175 baufalter, weifalter. Bayer. 1, 716.

Dreifaltikeitel [Trèifàltikhaitl Scherw.; Treifàltikhæitl Ndhsn. K. Z.; Trèifàltiχkhátl Büst] n. Stiefmütterchen, Viola tricolor; wird am Dreifaltigkeitssonntag in die Kirche getragen Scherw., gleichzeitig mit Salz Ndhsn. ‘Un wott e Stryssele! ... E Bummeranzestengel, e Reesele-n-un noch Dreifaldikaitle gar Pfm. V 3. Sehr beliebt noch jetzt auf dem Land. — Schweiz. 1, 821.

eiⁿfält [aifəlt Obbruck] Adv. unvermischt, rein, einzig, pur. Er het e. Schnaps getrunkeⁿ. Syn. aˡse U., urig M.Schweiz. 1, 817.

einfältig [aifaltik Gebw. Su.; ainfèltiχ Str.; ǽnfèlti Bisch. K. Z.; ǽnfèltiχ Betschd.] Adj. und Adv. 1. einfältig, thöricht. E. wie e Hüeʰnerhüsle Gebw. s is e e. Äffle thörichtes Mädchen Su. 2. verliebt: [té sen àwr ænfeltiχ met nòntər Wh.] 3. eigensinnig K. Z. Schweiz. 1, 818.