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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Bëttelvogt bis Fajolere (Bd. 1, Sp. 102a)
 
 Bëttelvogt m. begehrliches Kind: du bis awer e ewigeʳ B.! Urbis. — Schweiz. 1, 707.

Bivogt m. Nebenvormund, zweiter Vormund Liebsd. bis Molsh.

Stritvogt m. Nebenvormund, Gegenvormund U. W.

Taubenvögt m. Pl. vendeurs de pigeons Martin Parl. N. 548.

bivogteⁿ einen Vormund setzen. Morn geʰⁿ mⁱr geʰⁿ b. Banzenh.Schweiz. 1, 710.

 PfWB  RhWB Vogtei [Fòktèi Logelnh. Dü.; Fòktei Z.] f. Vormundschaft, Amt des Vormunds. Mⁱr hän Gschäfte wëjeⁿ dr V. vom Michl sineⁿ Kinderⁿ, r is gstorweⁿ Dü.Schweiz. 1, 711. Bayer. 1, 836.

vogtieren [fktìərə Ingersh.] (mit Dat. Pers.) jemd. bevormunden. Mⁱr hän gestert m Cousin gvogtiert.
 
 
fajoleⁿ [faijôlə fast allg.; fæjôlə W.] 1. laufen, eilen, sich aus dem Staub machen, ausreissen, sich schnell bewegen, von einem geworfenen, fliehenden oder laufenden Gegenstand, umherstreifen: er fajolt deⁿ ganzeⁿ Tau (Tag) ʰerum Z. ‘erum fajohle wollüstig umherziehn’ Ulrich. 2. werfen, schlagen. Hingerschi nus f. hinten ausschlagen, vom Pferde Z. In d Hoseⁿ f. in die Hosen sch. ebd. Fajol ⁱʰm eins! Illk. Ndrröd. Komm mⁱr nit eso no (nahe), sons f. ich dⁱr eⁱni Altw.Schweiz. 1, 633 und 686, wo fagölen aus lat. vagare und gölen gaffen abgeleitet wird.

abfajoleⁿ laufen, sich schnell davon machen; Syn. allg. usrisseⁿ, usruckeⁿ, abfaʰreⁿ, abfüreⁿ [àpfírə], usfüreⁿ [ysfírə], abkratzeⁿ, Pëch kaüfeⁿ. Has eⁱⁿmol solleⁿ gesëʰn, wi dër abgfajolt is! Altw.

usfajoleⁿ sehr schnell laufen, fortlaufen Kerzf. Illk. Z. Fajol ⁱʰm eins, dernoʰ wurd er schon usfajoleⁿ hau ihm eins runter, dann wird er sich schon aus dem Staub machen Illk.

Fajolere f. schwärmende Dirne Str. Ulrich.