Ätte, Ätt [Atə Liebsd.; At M.] m. 1. (Kindersp.) Vater; s. auch Datte. 2. Grossvater M. (häufiger Grosätt). ‘Atte Grossvater 1308’ CS. So auch Closener und Königshofen Chron. — Schweiz. 1, 583. Bayer. 1, 171. Ette [Ètə Liebsd. Bf. Hf. Tieffenb.] m. Vater (jetzt bes. jüdisch); übertragen auch und häufiger: Grossvater; seltener Ehemann. Scherzhaft im Kartenspiel: wenn jemand Trümpfe hat, sagt er: wënn Etten is, haw iʰ Memme Hf. ‘ir alten minnen und etten’ Dancr. 139 Anm. ‘Es ist ein nüw gewonheit hie uff gestanden, da oben im land sprechen die kind: wo is mein muoter, oder wo ist unser [Bd. 1, Sp. 82a]
muoter oder mein vater; aber hie so sprechen sie: wo ist der ete, wo ist die muoter; und darumb, das ir die Kind nit leren, so muos sie der hencker leren; sie leren nüt guots und werden galgenschwenkel daruss; die kind sind vater und muoter vndankbar und auch Gott dem herrn’ Geiler Evangelibuch Bl. 3 (1515). ‘Ette’ auch für Mann, Gatte ds. P. 1. 22. ‘der ett (alte Vater) muss unden am tisch sitzen oder hinder dem offen’ Sünd d. M. 44. 6. P. 1. 64. ‘dem Vatter ... Ette ruffen’ Fisch. Garg. 99. ‘Der Ette rennt, es rennt der Suehn’ E. Stöber II, 128. — Hess. 95.
Grossätt, G-ütt, Grossätti [Krosat Dunzenh. Hf.; Krùsyt Geud.; Krôsati Brum.; also nur U.] m. Grossvater (häufig, aber nur bei Bauern). Eim de G. zeijeⁿ grössere Knaben pressen den Kopf von kleineren zwischen die flachen Hände und halten sie so in die Höhe, um ihnen den Grossätt zu zeigen. Demin. Grossüttel [Krûsytəl Geud.] — Schweiz. 1, 586.
Attig [Àtik Su.] Attich, Sambucus ebulus. Attich wächst nur auf guter Erde; deshalb sagt man auch: Wënn e Blindeʳ ne Acker will kaüfeⁿ, se seit er, meⁿ sell ⁱʰm s Ross an e Attigstud bindeⁿ. ‘Ebulus Attich, Feldholder’ Gol. 429. Zss. ‘Attichwurzel, Radix Ebuli’ Pharm. 2. — Bayer. 1, 172.
Etel in Vorätel [Forǽtl Lorenzen; Fórêtl Wh.] n. Ende eines Feldstückes, das zu nass ist zum Pflügen und mit Gras bewachsen bleibt. Syn. Fürhäubel K. Z.
†‘Febris hectica der Etichen oder Etkum’ Gol. 280.
PfWB RhWB etlig [ètlik Su.] Pl. etliche, einige. S is schoⁿ etligi Mol passiert. Dëʳ het sini etligi verwitscht der hat gehörig viel Ohrfeigen, Streiche bekommen. — Schweiz. 1, 590.
†Etter Feldgränze, Markscheide (ält. Mü.) Stöber. — Schweiz. 1, 597. Bayer. 1, 174.
Eiter [Átər Bühl Ndrrödern] m. Eiter. Nur N.; daneben das sonst allein gebräuchliche Materi. ‘Eyter’ Dasyp. — Schweiz. 1, 602. Bayer. 1, 172.
Italiener, Taljener (Str. Ulrich, Kettner GvH. 12) m. Spezereihändler. Diese kamen in früheren Zeiten meist [Bd. 1, Sp. 82b]
aus Italien, handelten mit Gewürz (daher auch im 16. Jh. Wurzkrämer genannt z. B. der Vater Fischarts), Salbe, Pomade, auch Brillen, Thermometern, Barometern u. s. w. Abkömmlinge von ihnen noch jetzt in Strassburg an den ital. Namen kenntlich: Sagliō Martignoli u. s. w. ‘Sʳ Peneos, dem Italiener allhier’ Str. Not. Urk. 1745. ‘Dnoh for e Muschketnuss drei Su ’ne halwi. Frau Dorothe: Na! do het merr ych betreaue. Bryd: Der Idaliäner het merr si jo vorgeweaue’ Pfm. II 1. ‘S geht jetz ... zuem Idaliener grad um Bäredreck ze kaufe’ Hirtz Ged. 171.
itel [itl Illk. K. Z. Lobs. Zinsw.; Nebenf. ytl Hf.] Adv. eitel, lauter, nur. Dis soll Win sin, es is jo itel Wasser Lobs. Der (dieser) Mensch is jetz i. Bosheit Lobs. I. Pfënniⁿ nichts als Pfennige Hlkr.; s sin i. von dere Sort K. Z. Zinsw.; i. Rots lauter rotes Rebengewächs Hf. Dis sin i. gueti Grumbereⁿ Ingenh. Nur U. ‘itel Golt, itel Seiden’ Chron. ‘Man soll die Dächer decken mit itelen Ziegeln’ Strassburg 1394 ’CS. ‘von itelin Zucker one Ammelung’ 1470 CS. ‘Niemant mag sicher sein in disem leben, das ytel anfechtung ist’ Geiler L. K. 40. — Schweiz. 1, 602. Bayer. 1, 175.