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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Hundsarbeit bis Ërbs (Bd. 1, Sp. 64b)
 
  PfWB  RhWB Hundsarbeit f. schwere, langweilige Arbeit Su. Hf.

Keibenarbeit f. langweilige, ermüdende Arbeit Su. Basel 16.

Krageⁿarbeit [Kráùəarwət Ndhsn.] f. Streit, Händel.

arbeitliʰ [àrwæitli Hf.] an Arbeit reich: s is jetz en ærweitlichi Zit es gibt in dieser Jahreszeit viel zu thun.
 
 
erbeⁿ [èrwə allg.; æwə Wh.] erben. Rda. Wënn alli Hirteⁿ stërweⁿ, se-n-erw iʰ keinen Stëckeⁿ Bf. Einen e. beerben ‘Ein Burger von Strassburg erbt (beerbt) nit synen Bruder der in Frankrich stirbt’ Geiler die ält. Schriften 8; durch Vererbung oder Ansteckung eine Krankheit bekommen: dis (das Mädchen) het d Schwindsucht von der Mueter gerbt. Ich hab deⁿ Noˢschnuppeⁿ von dⁱr gerbt Ingenh.; abs. figürl. Schläge bekommen Str. ‘Contagio Kranckheit die erbt’ Gol. 264. — Schweiz 1, 428.

erbli [êrplik Liebsd. bis Dü.; èrpli K. Z.; èrwli M.; èrwərlik Ruf. Katzent.] ansteckend (von Krankheiten): Herr Doktor, is s erbliʰ? S Schlimfiewer (Typhus) is e erberligi Krankhet Su.Schweiz. 1, 428.

 PfWB  RhWB Erbschaft [Èrpàft Ruf. Bf.] f. Erbschaft. — Schweiz. 1, 428.

Erber, s. Ber.
 
 
Urbe [Ùrwə Ruf. Co.; Orwə Ingersh.] männl. Vorname Urban, bezeichnet auch einen Grobian, Halbnarren, Dreckspatz Su. bis Ingersh. JB. XII, 93. An den Heiligentag (25. Mai) knüpft sich die Winzerprophezeiung Sanct Urban oʰne Rëgeⁿ, Git s grosseⁿ Wiⁿsëgeⁿ. Bei Basel: Het Sankt Urwe Sunneⁿschin, Git s im Herbst e gueteⁿ Win Ruf. Vgl. Fisch. Garg. 9. Noch bis 1886 etwa gingen in Katzenthal die Messdiener um und sangen. Über S. Urbans Plag, Feuer Podagra vgl. Stöber MA. VI, 5. — Schweiz. 1, 431.

burig [ûrwig Hlkr.] dumm.
 
 
Ërbs [Arps Sier. Ensish.; Arps Ruf. bis Hf.; Ærps Str.; Pl. –ə] f. Erbse. Kinderreim: Ërbseⁿ, Boʰneⁿ, Linseⁿ Ësseⁿ (das han Dü.) nit alli Prinzeⁿ Rchw. Rda. Eim sageⁿ was drei Ërbseⁿ für e Brüej gën einem tüchtig die Meinung sagen, ausschelten Str. U. Einem Pockennarbigen

[Bd. 1, Sp. 65a]
sagt man: Der Teüfel het Ërbseⁿ uf dim Gsicht gedroscheⁿ Str. ‘Man hat Erbsen auff ihrem Gesicht gedroschen’ Martin Coll. 156. ‘Zu Speck und Erweissen’ 1257 Strassburger Hausname CS. ‘erweisz’ Chron. ‘ein gekröpflecht musz mit gersten und erweiszen under einander’ Geiler J. Sch. 26; daneben bei Geiler ‘Erbiss, Erbs’ CS. ‘erbbeissen’ Brucker 304. ‘Erbiss noch 1689. 1769 Umgelds- und Zollordnungen’ CS. ‘Pisum Erweyssen’ Gol. 425. Demin. Erbsle; grüeni E. — Schweiz. 1, 428. Schwäb. 167. Bayer. 1, 135. Hess. 95.

Zss.