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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Tʰorangel bis Ëngel (Bd. 1, Sp. 53a bis 53b)
 
  PfWB  RhWB Tʰorangel m. Gerippe eines Scheunenthors Steinb.

 PfWB  RhWB Tʰürangel m. Zapfen, in denen eine Thüre hängt Steinbr.

[Bd. 1, Sp. 53b]

 PfWB  RhWB Wolf(s)angel [Wòlfsàl Geberschw.; Wòlf — U.] m. Haken an der Kette, das zwischen dem Knebel und der eigentlichen Kette befindliche S-förmige Glied.

angleⁿ [àlə allg.; òlə Wh.] 1. stechen von Bienen u. a. 2. hart tadeln, strafen; 3. fischen; auch bildl. die het noch eⁿ nëtteⁿ Mann gangelt Osenb. Schweiz. 1, 329. Bayer. 1, 105.

tʰürängleⁿ [tîràlə Obhergh.; teralə M.] plagen. ‘Do muess merr sich thierengle-n-in dem Hus’ Stöber Daniel 26.

Angler [Àlər Hlkr.] m. stechende Biene. Vgl. Angel 2. — vgl. Schweiz. 1, 329.
 
 
Angstalt [Ôktàlt Z.] f. Anfang, Anstalten. S git gor ken A. hüt heute kann es gar nicht zu einem Anfang kommen.
 
 
Ängelst [Alt M.] f. bunter Besatzstreifen an einem Kissenüberzuge — aus Endelîste?
 
 
ëng [a Su. bis Hf.; æ Str. W.] 1. eng, schmal. E ëngeʳ Gang Katzent. 2. engbrüstig, kurzatmig, beklommen: ë. sin, ë. han, ë. bekummeⁿ, mir is s ë., mir wurd s ë. Dem is s ë. wie im e alteⁿ Judeⁿross Z. Schweiz. 1, 330.

Ëngikeit [Aikhæit Z.] f. Brustbeklemmung, ‘Die het ghet so Engkaide, dass si gekirchelt het, wie wenn si wott verschaide’ Pfm. III 4.
 
 
Ëngel [Al fast allg.; Æl Str. W.] m. Engel. [Owən àm Tànəpm e ən Al] oben am Christbaum ist ein Engel angebracht Geud. Ich hab gemeint, ich hör d Ëngel im Himmel singeⁿ, pfifeⁿ schildert den Schmerz einer starken Verletzung, einer Operation. Demin. Ëngele vielgebrauchter Kosename für kleine Kinder und für die Geliebte. S sitzt e Ëngele an dr Wand, Het e Äpfele in dr Hand: Gät s gërn ësseⁿ, Het keⁱⁿ Mësser; Der liewer Herrgott gheit iʰm eins vom Himmel ʰerab, S gheit iʰm s Füessele enzwei Co. In Illz. ausführlicher: Es steʰt e Ëngele a. d. W. H. e Gackele in d. H. Möcht s gërn siedeⁿ, Hat keiⁿ Glüeteⁿ, Möcht s gërn ësseⁿ, Hat keiⁿ Mësser, Fallt e Mësser owen awe, Haüt em Ëngele s Händle ab. S Ëngele geʰt zuem Schari (Karl), Der Schari is nit dheim, S Kätzle fëgt d Stoweⁿ useⁿ, S Müsele treit dr Drëck useⁿ. Es sitzt e Tüwele ufem Dach, Lacht sich schier das Büchele ab. s. auch unter Eins zwei

[Bd. 1, Sp. 54a]
drei und vgl. JB. XII 111. In Illz. auch: S hängt e Ë. a. d. W. Het e Äpfele in dr Hand S möcht s gërn broteⁿ, Will iʰm nit geroteⁿ, S kommt e Mus un bisst iʰm driⁿ, S kommt e Mus un nemmt s iʰm drus, S komt e Kueʰ un luegt iʰm zue, S kommt e Igel un bringt s iʰm wider, S kommt e Geis un losst e grosser Bureⁿsch. Kinderreime (beim Abzählen): Ëngele Bëangele, loss miʰ lëweⁿ! Ich will dⁱr eⁿ schöneⁿ Vogel gëweⁿ, Vogel mⁱr Straü gëⁿ, Straü in dr Kueʰ gëⁿ, D Kueʰ mⁱr Milch gëⁿ, Milch in de Beckeⁿ gëⁿ, Beckeⁿ mⁱr Leiwele gëⁿ, Leiwele in dr Mueter gëⁿ, Mueter mⁱr Su gëⁿ, Su han iʰ verloreⁿ, Du bis geboreⁿ Ruf. Koselied, bei welchem man das Kind auf den Armen wiegt: Ëngele, Ëngele, fli! Schöppele, Schöppele Wiⁿ, Schöppele Schöppele Ankeⁿ, Mⁱr leˢˢn üⁿs gar schön bedankeⁿ! Hunaw.Schweiz. 1, 332.