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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Zottel bis Zottlete (Bd. 2, Sp. 920b bis 921a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Zottel [Tsòtl O. U. Büst Wh. Oermi.; Pl. –ə; Demin. Tsètlə Hi., Tsètələ Ingw., Tsòtələ K. Z.] I. m. 1. Fetzen, Lappen Büst. 2. Landstreicher Bisch. Dachstn. II. f. 1. Fetzen am Kleid Bf. s. Fasel; lange Haare des Pudelhundes und des Bären Bf. Wittenh.; Büschel des Hafers Ensish.; Demin. Tsöttle n. kurzer Hanf Hi. 2. nachlässig gekleidete, schlampige Weibsperson Str. ‘Villicht lôst er mer âü de wischdè zoddel gên’ (hier ausnahmsw. m.) Bergmann 41; schlechtes Frauenzimmer, Landstreicherin (grobes Scheltwort). Spw. E jedi Z. fingt (findet) iʰreⁿ Lottl Oermi. Spw. Jeder Hoddl (s. Hudel 3) findt sini Zottl Auenh. Demin. Zottele müssig herumlaufendes Kind Str. K. Z. 3. Hals einer Flasche; Ansatzstück einer Giesskanne Hf. s. auch Zuttel. Demin. Zöttele n. Schieber der alten Öllichter, durch welchen der Docht gezogen wird Ingw. 4. Pl. Zottleⁿ spanischer Flieder Stotzh. — Bayer. 2, 1166. Pfalz 156.

Dorfzottel n. Dorftier in Bossendorf; liegt nachts in Gestalt eines grossen Tieres quer über der Strasse und ängstigt die Leute Hf.

 PfWB  LothWB  RhWB zottleⁿ O. U. W. 1. langsam gehn, schlendern, watscheln; los z. sich davon machen Betschd. Subst. Zottelbär; –bart: E Geis het e Zottlbart Dü.; –hund Pudel

[Bd. 2, Sp. 921a]
Dü. s. zotzleⁿ. 2. ʰerum z. umherschweifen, sich herum treiben, wie e-n alter Bëttler zerlumpt einhergehn. Die zottlt mit jedem ʰrum führt ein liederliches Leben U. — Basel 327. Schwäb. 550. Bayer. 2, 1165.

ab zottleⁿ langsam weggehn, z. B. nach erhaltener Zurechtweisung Baldersh.

 PfWB heim zotteln niedergeschlagen abziehen. ‘also zottelten sie vnverrichter sachen widerumb heim zu jhrem Grandgusier’ Fisch. Garg. 347.

hintennach zotteln Klein.

verzottleⁿ durch Unachtsamkeit beim Tragen verlieren, verstreuen (Heu, Sand u. ä.); vergiessen (Wasser, Wein Scherw. Hag. Wh.). Der Has het d Jungeⁿ verzottlt hier und dort fallen lassen Lobs. s Gëld v. verlieren Lobs. Part. als Adj. verzottlt vereinzelt Brum.; zerlumpt Dü. Ingw. s. verzettleⁿ.

 PfWB Zottler m. Vagabund, Landstreicher Ingersh. U. Wh. ‘s isch schad, dass merr zelli Zottler nit krieijd hett’ E. Stöber Neujahrsbüchl. 1824, 17.

Zottlereⁿ f. lumpige Frau Hlkr.

 PfWB  RhWB zottlig Adj. 1. zottig, mit langen Haaren, von Hunden M. Wh. 2. unten zerfetzt, von Kleidern; zerlumpt: s laüft eso z. ʰerum, ass s siʰ soˡˡt schammeⁿ Dü. Pfalz 156.

Zottlete f. Knäuel, verwickelte Wolle oder Faden Pfetterhsn. Hi.Basel 327.