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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
erbarmeⁿ bis bërneicheⁿ (Bd. 2, Sp. 88b bis 89a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB erbarmeⁿ [às Kot ərpàrm! M.] Meist nur in der halb hochd. Litanei - Formel [ərpârmə tiχ onsər!] Henry Co.

 PfWB  LothWB  RhWB erbärmlich [ərpármlik Steinb. Dü.; ərparmli M.; ərparmtli Hf.; arparmtalik Horbg.] Adv. erbärmlich, gewöhnlich nur mit »schreien« und ähnlichen Verben verbunden Hf.Schweiz. 4, 1594; vgl. Bayer. 144.

 PfWB  RhWB gottserbärmlich Adv. himmelschreiend, jämmerlich Hi. Steinb. Dü. Str. Er het g. brüelt Dü.Schweiz. 4, 1594.

Përmeⁿdickel, s. Përpeⁿdickel.
 
 
përmettiereⁿ [parmətìarə Bf.; pærmətîrə Str.; pèrmətièrə Ingw.] erlauben (nur in negat. Verbindungen). Dis is awer doch nit gebermediert! nicht auszustehn, nicht zu glauben! Ingw. ‘So Määüd wie ier die nuzze so vil wie aase nix, for so e große Lohn! ’s isch nit gebermediert’ Pfm. II 1. vgl. I 8. — frz. permettre. Schweiz. 4, 1596.

erpërmettiereⁿ = përmettiereⁿ. So n - e Bueweⁿstreich is nit erbërmettiert woreⁿ ist doch unerhört Bf. M. ‘Isch denn das o erbärmittiert?’ Schörlin 66.

[Bd. 2, Sp. 89a]

Permi [Pèrmi Kerzf. Str. K. Z.] m. 1. Erlaubnis Kerzf. 2. Jagdschein Str. K. Z. — frz. permis.

Përmission [Parmisjón Hi. Felleri.; –ôn Bf.; Parməsjûn Mutzig K. Z. Betschd.; Pèrmisjón Str.] f. 1. Erlaubnis. 2. Urlaub. Aⁿ dr Wiʰnachteⁿ is unser Soʰn dheim gsiⁿ uf B. Bf. Mutzig. 3. scherzh. für großen Mund. Er het e B. im Gsicht Str. Schweiz. 4, 1596.
 
 
Barnabas [Pàrnapàs Su.; Pàrnəpàs K. Ingenh.; Pàrnàpàs Hf.] Kalenderheiliger: 11. Juni. Spw. Barnabas schlät dr Zapfeⁿ iⁿ s Fass d. h. regnet es am 11. Juni, so gibt es ein schlechtes Weinjahr; der Winzer soll das Faß schließen, den Wein nicht verkaufen; oder: Wënn s rëjⁿt am B., rīst dr Trüwl bitz ins Fass Ingenh. Rathgeber 8. Var.: Rëjⁿt's am B., nimmt dr Wiⁿ ab bis ⁱns Fass Rapp. JB. VII 168. — Schweiz. 4, 1596.
 
 
Barnes [Pàrnəs Str. Z. Ingw.] m. 1. Vorsteher der jüdischen Gemeinde Hf. 2. Protz, stolzer Mensch Str. Z. Deⁿ B. macheⁿ Ingw., d. B. schlageⁿ ebd. Oberlin 1, 97 zitiert Geiler Bilg. 114 ‘die richen großen barnosen herren’. — chald. parnâs JB. XII 132. F. Schwäb. 651.
 
 
bërneicheⁿ [parnaiχə Fisl. Mü.] durchprügeln, eig. eindämmen: Wart, ich will diʰ b.! Mü. — mit per zsgs. wie pernudleⁿ Schweiz. 4, 1598? Oder zu Pfalz pernecke Kinderspiel, eine Kaut (Loch), aus welcher ein Ball mit dem perneckestecke herausgeschlagen wird; s. auch bäneicheⁿ.