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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Witib bis Wüeteⁿs (Bd. 2, Sp. 884a bis 884b)
 
  PfWB  RhWB Witib, Witwe [Wìtip Roppenzw. Hlkr.; Wetwə Co. Henry] f. Witwe. Die W. het noʰ feif Ching Roppenzw. ‘Widwe vidua’ Dasyp. Syn. Witfrau. — Basel 316 Spreng Witib. Bayer. 2, 1056

Witwer m. Rda. ‘Dere Madam lauft e W. nooch es hängt ihr aus Versehen ein Band oder so etwas vom Rücken herab’ CS. Syn. Witmann.

Witling [Wìtlì Pfetterhsn. Hi. Steinbr. Dollern Bghz. Su. Osenb. Hattst. Ingersh. Katzent.; Wetle Hlkr. Logelnh. Horbg. Dü.; Wìtli Urbis Bf.; Wìtlìk Roppenzw. Sier. Steinbr.; Nbf. Weplæ M.] m. Witwer; Witwer und Witwe Urbis. Syn. Witmann U. ‘Ne Wittling’ Lustig I 32. Ja, ja, du kriejs e W. sagt man drohend zu einem Mädchen, dem beim Gehen ein Dornzweig am Rock hängen bleibt Rchw. ‘ein Witling’ Pauli 382. ‘vil alter Wittweling’ Wickram Roll. 74. ‘Viduus Wittling’ Gol. 114. — Basel 317. Bayer. 2, 1056.
 
 
wuttleⁿ [wùtlə Hlkr.; wytlə Dü. Mütt.] 1. schnattern, von Gänsen und Enten. D Gänsler w., si hän allewëj Hunger Dü. 2. die ersten Gehversuche machen, von Kindern; mit kleinen Schritten gehn, waten, von Gänsen und Enten Mütt. 3. ein wenig arbeiten. Iʰ wuttl allewil e bissle, wënn iʰ oʰ nit vil schaffeⁿ kaⁿⁿ Hlkr. Zu 2 vgl. S. Swz. 2, 487 wudeln watscheln wie eine Ente. Bayer. 2, 1057.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Wuet, Wut [Wỳət fast allg.; Wŷt Str.

[Bd. 2, Sp. 884b]
Obbetschd.; Wût Ndrbetschd. und nö. davon bis an die Grenze] meist m. Wut, Zorn (nicht Tollwut). E W. bekummeⁿ, in deⁿ W. kummeⁿ, in e W. kummeⁿ allg. ‘Do krieijt m'r doch e Wueth, ’s isch wärzi nit ze saaue’ Hirtz Ged. 181. ‘I hab mi nimm kennt vor Wuet’ Str. JB. XI 131. Deⁿ W. an epper (oder eps) usüeweⁿ Bf. E W. uf (oder üwer) eineⁿ han ergrimmt sein über jem. Z. Im W. im Jähzorn Hf. ‘Dann nach dem jhm der erste Wuth in etwas vergangen’ Mosch. II 679. W. und seine Zss. Hirnwuet, Hërzwuet, Leimeⁿwuet, auch Wuetstreich sind Spitznamen der Gemeinde Surburg, weil die Bewohner derselben diese Wörter so oft im Munde führen: Geʰ ʰrin, du alter W., un friss dini Supp! sagt die Frau zu ihrem Mann. s. auch Steinhuffeⁿdunderwëtter und wüetig. — Bayer. 2, 1056.

Hirnwuet m. gefährliche Krankheit der Pferde, bei welcher sie immer im Kreise herumlaufen, bis sie verenden Bf.

Kornwuet Hanfnessel, Galeopsis latifolia Kirschl. 639.

Stillwuet f. stille Wut, heimlicher Groll. D S. han sich ärgern Su.

Wuetas [Wyətàs Hag.] m. Wüterich. ‘Wûedass’ Hag. H. — wohl ähnl. wie Judas gebildet.

wüeteⁿ [wìətə fast allg.; wîtə Str. W. — aber nicht häufig gebraucht] wüten, toben, rasen.

 PfWB  RhWB Wüeteⁿs [Wîtəs Str.] n. Wüten, Toben. ‘Wott e Gedobs un Wüedes for nix’ Pfm. III 2.