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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
wiss bis wisslëcht (Bd. 2, Sp. 868a bis 869a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB wiss [wis fast allg.; wæìs N.; flekt. –ər, –i, –əs oder verkürzt wis, wæìs] Adj. weiss. W. wie e Wand Ruf. NBreis. Z. JB. VII 198. ‘s isch wyss wie der Doot, wie e Linduech’ Str. JB. XI 113. D Dächer sin w. mit Reif bedeckt K. Z. Wissi Strümpf un Küʰdrëck draⁿ, Bottines (frz. Ausspr.) un keⁱⁿ Soʰleⁿ draⁿ oben hui,

[Bd. 2, Sp. 868b]
unten pfui Ruf. ‘Wenn ich mit wysse Händschi kumm’ Froelich Holzh. 31. W. un schwarz gilt nur eine schriftliche Abmachung hat Wert Bf. s. auch schwarz. W. macheⁿ, was schwarz is lügen Str. ‘sich w. brenne’ sich gegen eine gegründete Anklage trügerisch rechtfertigen CS. 117. D Sunn schint widr so w. deneⁿ Morjeⁿ, s git noch meʰ Rëjeⁿ Ingenh. Dr wiss(e) Sunnti Sonntag nach Ostern Z., Sunnta Betschd. W. Dings Bauernkuchen: D Mannslüt ësse-n-aˡs nit so gëreⁿ w. D.; si welleⁿ liewer Fleisch un eins trinkeⁿ Hf. Scherzrätsel: ‘Werum han d’ Miller wissi Hüet? Dass si si ufsetze!’ Hag. Stöber Volksb. 355. E Wisser Bez. eines Weisshaarigen: Kumm mit mⁱr, W.! allg. E Wisses eine weisse Spielkugel: e W. gilt zwei steinigi! Obhergh. s Wiss vom Ei Dü., vom e Ei K. Z. = das Eiweiss. s W. in deⁿ Oigeⁿ zeigeⁿ zornig sein O. Wënn eini s W. in deⁿ Oigeⁿ zeigt [tsaikt], se is ’s e Scharfi Dü. ‘Der gunnt em s Wis in den Aue nit’ Dehli. JB. XI 42. — Bayer. 2, 1030.

Wisses n. trockenes Gras im Walde, das im Frühjahr gewöhnlich als Streu geholt wird Betschd. Syn. Ranschaub.

kridewiss, kridliʰw. [krítəwis fast allg.; krítiwis K.; kræitəwæis Ndrröd.; krítliw. M.] Adj. weiss wie Kreide, Verstärkung von wiss allg. Miⁿ Schatz is k., Hat rote Backeⁿ, Hat Lüs wie Flëdermüs Un Flöʰ wie Ratteⁿ Hagenb., ähnl. Rapp. JB. VII 170.

 PfWB  LothWB  RhWB schlosseⁿwiss [lóswis Su. M.; lûswis Logelnh. Horbg. K. Z. Betschd. Han.; lôsəwis Bf.] Adj. weiss wie Hagel, sehr weiss (bes. von der Gesichtsfarbe). ‘schlossweiss’ Geiler P. II 29ª. Verstärkt: ‘Uf Kohle isch d’ Bas die ganz Zyt gsin, im Gsicht schloskrydewyss’ Pfm. IV 3. — Basel 256. Vgl. Bayer. 2, 539.

 PfWB  LothWB  RhWB schneewiss Adj. wie hochd. Co. Henry.

Bliwiss, Blüwiss, Bleiwiss, Bleiweiss nebst Deminutivformen [Pliwis Osenb. Dessenh. Hlkr. Logelnh. Ingersh. Mittl. Uttenh. Hf.; Pliwisl Bf. Uttenh. Ostwald K. Geud. Ingenh. Hf.; Plywis Niffer Ensish. Dessenh. Ingersh. Geisp. Bisch.; Plywisl Bebelnh. Rapp. Bf. Damb. Mutzig Molsh.; Plèiwis Ensish. Str. Betschd. Tieffenb.; Pleiwis Obhergh. Dessenh. NBreis. Hf.; Plèiwís Bischw. Rothb. Büst; Pleiwís

[Bd. 2, Sp. 869a]
Lobs.; Pleiwislə Obhergh.; Plèiwisl Barr Illk. Str.; Plèiwísl Kindw.; Priwisl Felleri.; Plæiwæis Bühl Aschb.; Pl. in der Regel = Sing. in den Formen auf –is, jedoch Pliwisər Logelnh., Plywisər Brum., Pleiwísər Lobs., Plæiwæisər Aschb., Plèiwísə Büst; in den Deminutivformen –lər Hlkr. Ingersh. M. Mittl., sonst –lə] n. 1. Bleistift allg. 2. Bleiweiss, als Farbe Hf. Büst. ‘Bleyweiss oder Wasserbley mine-de-plomb’ Martin Parl. N. 719.

 PfWB  PfWB  LothWB  LothWB  RhWB  RhWB wisseⁿ I, wissgeⁿ, wissgneⁿ, wissleⁿ, wissgleⁿ [wisə M. K. Ingenh. Zinsw. Lützelstn. Tieffenb. Wh.; wiskə Sier. Hi. Steinbr. Lutterb. Urbis; wisknə Roppenzw. Pfetterhsn. Heidw. Ruf. Su. Osenb. Geberschw. Hlkr. Logelnh.; wislə Co. Horbg. Ingersh. Dü. Heidolsh. Bf. Bisch. Barr Geisp. Dachstn. Str. Brum. Hf. Betschd. Lobs.; wæìslə Ndrröd.; wisklə NBreis.; Part. entspr. kəwist, kwiskət, kwisknət Pfetterhsn. Hlkr. Logelnh., kwiskənt Heidw. Osenb. Geberschw., kwislt, kəwislt] weiss übertünchen, mit Kalk übertünchen. Morn wīrd oiseri Chūche gwissgnet Pfetterhsn. Rda. obsc. Im e Maidl d Küche w. = coïre Str. ‘i hab sie (die Wohnung) jo erscht for 8 Johr wissle un dabeziere lon’ Horsch JB. VIII 186. ‘die tempel ... zu reinigen, weissgen’ Fisch. Daem. Vorr. ‘dass hiesige Münster inwendig ausszuweyssen’ Joner 70. — Basel 317. Bayer. 2, 1030.

Wissel, Wisselte, Wissgnete, Wisset(e) [Wisl n. Wh. Dehli., m. Lobs.; Wæìsl Ndrröd.; Wisltə Horbg. Ingersh. Katzent. Dü.; Wislət Bf. Str. Hf.; Wisknətə Logelnh.; Wisət K. Dunzenh. Ingenh.; Wistə M.] f. Tünche, Kalk zum Tünchen, getrocknete Kalkkruste an der Wand.

Gewissels [Kəwisls Str.; Kəwæìsls Ndrröd.] n. weisser Anstrich. ‘wenn wurd emol s Gewyssels vun de grosse Süle un Böje in der Thumeskirch abgekratzt?’ Str. Wochenbl. 1884, Nr. 70.

 PfWB  LothWB Wiss(l)er, Wissgner [Wislər Horbg. Ingersh. Katzent.; Wisr M.; Wæìslər Ndrröd.; Wisknər Roppenzw. Hi. Logelnh.] m. Tüncher, Anstreicher; Maurer, der auch tüncht.

wisslëcht Adj. weisslich, ins Weisse scheinend Hlkr. Str. K. Z. Ndrröd.