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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
warm bis uf wärmeⁿ (Bd. 2, Sp. 853a bis 854a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB warm [wârm Hi. Su. Osenb. Geberschw. Obhergh. Co. Katzent. Dü. Bf. Str. Hf. Han. Betschd. W.; wàrm M.; wòrm Dachstn. K. Gimbrett Dunzenh. Ingenh.] Adj. 1. warm. Rda. verächtl. W. wi Brunz, wi Tambureⁿbrunz, wi Seich von Flüssigkeiten Z. JB. VII 197. Sin d Eltreⁿ oʰ noch so arm, se gën si doch deⁿ Kinderⁿ w. Geberschw. s macht w. hüte [hetə O., hit U.] = frz. il fait chaud vom Wetter. Scherzh. Gruss bei kalter Witterung: ‘Al as (so lange) es eso Wätter isch, wurd's noch nit warm!’ Han. JB. XI 142. Eppes Warms warme Speisen allg. Derb und trotzig: Ich hab schun drei Tau nix Worms meʰʳ gfrësseⁿ Ingenh. E Tëller voll warmi Supp is besser aˡs sechs Schüssleⁿ voll Kaffee Co. In geschlechtlicher Hinsicht wird w. häufig gebraucht: e Warmi auf weibliche Personen angewendet, die gern nach Männern sehen allg. Aˡse w. noch ganz warm, übertr. aus erster Hand, auf frischer Tat. Mⁱr ësseⁿ ’s a. w. in warmem Zustande Su. D Milich a. w. trinkeⁿ Katzent. D Supp

[Bd. 2, Sp. 853b]
muess mr a. w. ësseⁿ Dü. Bf. ‘ganz aasewarm’ Hirtz Ged. 197. s. auch aˡse heiss. Eppis a. w. packeⁿ bei günstiger Gelegenheit anfassen Osenb. Iʰ han ⁱʰm a. w. e par um d Oʰreⁿ gschlageⁿ ebd. Mir wëˡˡn üⁿs a. w. derhinder macheⁿ Katzent. Er het zue eim gseit, iʰ heig ⁱʰm Trüwl gstoʰleⁿ, un dëʳ het mⁱr ’s a. w. wider brocht Dü. ‘warms fuss’ sofort Hier. Boner Brief 1530. Dis is nit für w. un nit für kalt damit ist gar nichts zu erreichen, das hat durchaus keine Wirkung Ingenh. Trostwort bei einer starken Enttäuschung: Er het miʰ bstellt ghet, für als gestʳⁿ s Gëld ze holeⁿ, un wü iʰ annen gekummeⁿ bin, ist er furt gewën: jetz lauf diʰ worm! Ingenh. ‘Jetz kannst de dich warm lahfe’ Dehli. JB. XI 63. [æm wòrm màχə anstrengen Wh.] ‘Er huckt im Warme’ im Zuchthaus Str. JB. XI 131. 2. bequem, behaglich, keck, frech, grün Su. Dü. Str. Z. Er wurd afange w. Su. s is Zit, ass r furt is, r wärt jetz bal worm woreⁿ Ingenh. Hes nanit warm? Aufforderung anzufangen Ruf. Basel 310. Bayer. 2, 1000.

 PfWB  RhWB küeʰwarm [khìəwârm Hi. Geberschw. Dü.; khỳəwârm Banzenh.; khéwôəm Wh.] Adj. warm wie frischgemolkene Milch, lauwarm. Küeʰwarmi Milch. Bei verschiedenen Krankheiten, so beim Umlauf an Händen oder bei Geschwüren soll man küeʰwarmeⁿ Küeʰdrëck zum Erweichen auflegen Dü. Scherzh. küeʰwarmeʳ Menscheⁿdrëck ebd. — Basel 65.

läbwarm, läuwarm [lápwârm Ndhsn.; lêp- Lobs.; láiwârm Banzenh.] Adj. lauwarm. Dr Win is von dereⁿ Hitz ganz l. woreⁿ Lobs. s. auch law.

müʰleⁿwarm Adj. mühlenwarm, vom Mehl, das frisch aus der Mühle kommt Steinbr. Geberschw. Dehli. M. un ofeⁿwarm macht e richeⁿ Bur arm Steinbr., macheⁿ dr richsteⁿ Bur arm Geberschw. M. macht deⁿ richeⁿ Bureⁿ arm Dehli.

ofeⁿwarm, s. müʰleⁿwarm.

 PfWB  RhWB seichwarm Adj. lauwarm, widerlich warm, von Flüssigkeiten Ndhsn. Wh.

Wiⁿwarm [Wíwârm Hi.] n. Hausmittel gegen Durchfall, bestehend aus Wein und Eiern zu einem Brei gekocht. — Basel 314.

warmlëcht [wârmlat Heidw.; wòrmláχt K. Ingenh.] Adj. lau, wenig warm.

[Bd. 2, Sp. 854a]

 PfWB  LothWB  RhWB Wärme(t) [Wèrmə allg.; Wèəmt Wh.] f. Wärme. Was guet für ⁱ Kälte is, is auʰ guet für d W., het dr Illespⁱejl gseit, wü r im Sommer deⁿ Kapütrock on he ghet Dunzenh.

 PfWB  LothWB  RhWB wärmeⁿ [wærmə Su.; wèrmə Co. Str. K. Z. Han. Betschd.] wärmen, warm machen, erwärmen. Iʰ will miʰ w. Su. D Supp w., s Ësseⁿ w. U. D Stub w. einheizen Dunzenh. Se, nimm e Schluck Brënnteⁿwin, der wärmt diʰ wider! Ingenh. s wärmt wider guet hüte [hetə O., hit U.] es ist wieder sehr warm heute. — Bayer. 2, 1000.

uf wärmeⁿ 1. warme Aufschläge machen Su. Bf. Eim u. Su. Meⁿ muess ⁱʰm e Karteplang u. für siⁿ Buchweʰ Bf. Wenn die Sonne heiss scheint, sagt man auch: s wärmt guet uf hüte Su. 2. auffrischen, die Erinnerung an etwas Unangenehmes wieder wach rufen Bf. K. Dis is e alter Käs, dene bruchs nit ufzewärmeⁿ! Dunzenh. Pfulgriesh. Basel 294.