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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
wërfeⁿ bis Wërf(e) (Bd. 2, Sp. 848a bis 849a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB wërfeⁿ [warfə fast allg.; wærfə Str. W.; Ind. Präs. wìrf, (wærf W.) –, –t, warfə; Part. kwòrfə O. bis Dü. Betschd. Hatten, kəwòrfə M. Katzent. Bf. K. Str. Z. Han., kəwòəf W., kəwàrf Rosteig] 1. werfen. Eineⁿ w. nach jem. werfen allg. Weⁿⁿ mr dr Hund wirft, bëllt r Geberschw. Eineⁿ aⁿ dr Bodeⁿ w. zu Boden werfen Su., uf deⁿ Boddeⁿ w. K. Z. Han. Hilfs mⁱr deⁿ Huttl morm w. (auf den Boden auf ein Strohlager), ich will ⁱʰne loˢˢn verheileⁿ Ingenh. ‘Dène kann mer werfe, wie mer will, er fallt immer uf de Fies wie e Katz’ Dehli. JB. XI 43. Herr, welʰer wirft? Frage an den Leiter des Ballspiels, der die Werfenden bezeichnet Betschd., entstellt in: Helle welle wirf? Dunzenh. Mir welleⁿ Hellewellewirf spileⁿ ebd. s. auch schnudleⁿ 4. Eppis uf eineⁿ w. jem. beschuldigen Ruf. Eim Stein in deⁿ Garteⁿ w. Schaden zufügen durch Wort und Tat Bf. Ër het im e Maidl e Stein gworfeⁿ einen Stein nach einem Mädchen geworfen Mark. Über die Sitte des Scheibenwerfens s. Schib(e) 9; vgl. auch Rathgeber, Die Grafschaft Hanau-Lichtenberg 169. Drohung: ‘Bi dem hats elf gewarf’ Dehli. JB. XI 39.

[Bd. 2, Sp. 848b]
2. Junge werfen Hlkr. Geud. Wi vil Jungi het eüri Moʰr gworfeⁿ? Hlkr. Vor em Joʰr het sⁱe (die Kuh) Zwieling geworfeⁿ Geud. Basel 310. Bayer. 2, 996.

ab wërfeⁿ [ôwarfə Geisp.] den Wipfel eines Baumes abhauen, so dass nur der Stamm übrig bleibt. Syn. hämmleⁿ K. Z.F. Schwäb. 83.

an wërfeⁿ [âwarfə Su. M. Dü.; ônwarfə K. Z.] anwerfen, bewerfen, Mörtel an die Aussenseite eines Hauses oder einer Mauer werfen. Er het mⁱr Schneeballeⁿ aⁿgworfeⁿ Dü. Ein Maurer wirft aⁿ, wenn er einen Besenwurf macht Su. M. Beim Kegelspiel bedeutet a. zuerst werfen M., ebs. beim Ballspiel K. Z.F. Schwäb. 285.

anneⁿwërfeⁿ [ànəwarfə Su. Hf. Han. Betschd.; ànəwærfə Str.; ònəwarfə K. Ingenh.] hinwerfen. Eim dr Hund (od. Söühund) a. jem. Grobheiten sagen; eim deⁿ Söüküwwel a. Ingenh.

ʰⁱnus wërfeⁿ hinauswerfen U. s Gëld zuem Fënstr n. unnötigerweise viel Geld ausgeben.

 PfWB  RhWB überwërfeⁿ [ìwərwarfə Bf. Z.] mit Mörtel leicht überziehen, z. B. eine Mauer, so dass man die einzelnen Steine nicht mehr sieht.

 PfWB  RhWB umme wërfeⁿ herumwerfen, auf die Seite werfen Su.

us wërfeⁿ Schleim und Speichel absondern, namentlich von Brust- und Lungenkranken Bf. K. Z. Ër lëbt nimmʳ lang, ër wirft zue arg us Bf. ‘werffen auss’ sind wert, ergeben Not. Urk. 1745. ‘ohnausgeworfen’ = nicht an den Rand gesetzt ebd. fol. 46. — Bayer. 2, 996.

verwërfeⁿ 1. wie hd. verwerfen, aber selten Dü. 2. bewerfen: Mir han ⁱʰne mit Schneeballeⁿ verworfeⁿ Z. 3. zerwerfen, in Stücke werfen, zertrümmern Su. Dü. Bf. Str. K. Z. Han. Betschd. E Schib v. Su. Dü. Us Wuet het si alli Häfeⁿ verworfeⁿ Bf. Jetz lue, verwirft der Satan auʰ noch dis schön Krüejl Ingenh. ‘Verwerf, was nit brècht!’ Dehli. JB. XI 63. 4. zu früh die Jungen gebären, vom trächtigen Vieh Dü. Bf. D Moʰr het verworfeⁿ Bf. Syn. vrmacheⁿ. — Bayer. 2, 997.

 PfWB  RhWB vor wërfeⁿ vorwerfen, Vorwürfe machen. Iʰ ha mⁱr nix vor z wërfeⁿ Su.

[Bd. 2, Sp. 849a]

Wërf(e) [Warfə Obbruck; Warf Logelnh. Horbg.] f. grosses Sieb auf Baustellen, mittelst dessen man durch Aufwerfen mit der Schaufel Sand, Kies, Steine, Geröll reinigt und die feineren Teile von den groben sondert. Die W. is z grob, s fallt z viel Kis durch Horbg.