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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Walz(e) bis wimmlëʰt (Bd. 2, Sp. 825b bis 826a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Walz(e) [Wàltsi Sier.; Wàlts fast allg.] f. 1. Walze, Ackerwalze Sier. Bebelnh. Hf. Betschd. s. Wal(e), Walbloch. 2. Wanderschaft, Reise. Uf dr W. sin allg. Gehs uf d W.? Scherzgruss an einen Müssigen Mü. Zss. Walzbruder wandernder Handwerksbursch Wh. 3. eiserne Kugel Bebelnh.

 PfWB  RhWB walzeⁿ [wàltsə allg.; wàlsə Co. Henry] 1. walzen, Walzer tanzen. Mⁱr hän einⁿ gwalzt Felleri. Syn. deⁿ Walzer danzeⁿ Z. 2. wälzen, rollen; mit einer Holzwalze über einen Acker fahren, um die Schollen zu zerdrücken Steinbr. s. blöchereⁿ. ‘bisz letstlich kame einer, der waltzet den stein an ein orth, damit sich niemandt mehr daran stiesse’ Geiler Narr. 40. 3. gehn, spazieren gehn Str. ‘Mer sin uf ’s Neüdörfel gewalzt’ JB. XI 125. 4. auf der Wanderschaft sein Su. Dü. Molsh. In dieser Bed. meist zsgs. abwalzeⁿ. — Schwäb. 516. Bayer. 2, 911.

ab walzeⁿ auf die Wanderschaft gehen, sich aus dem Staub machen, verreisen Su. Obhergh. NBreis. Str. Walz ab! Su. Jetz is Zit, ass de abwals, suⁿst fang iʰ dⁱr e par! Dü. Jetz heisst's awer abgwalzt! Ruf. Mⁱr sin in deⁿ Schwarzwald abgewalzt Str.

 PfWB  RhWB Walzer [Wàltsər Su. Obhergh. Bf. Bisch. Str. K. Z. Betschd. W.; Wàlsər Co. Henry; Demin. Waltsərlə] m. 1. Walzer. Rda. Jo, kaⁿⁿs dⁱr iⁿbildeⁿ, Nazi, s git e W.! daraus wird nichts Su. ‘Zeijeⁿ! Spiele-n-üs jetz e W.!’ Co. Henry. Jetz mach-n-ⁱʰr e W. uf! Ingenh. 2. Vielfrass, Allesfresser. Mr meint, du bis e W., wi du fris Bisch.

Barfuesswalzer m. Walzer, den man barfuss tanzt Obhergh.

Holschueʰwalzer m. Walzer, den man in Holzschuhen tanzt. Kumm, mⁱr wëˡˡn e H. packeⁿ! Obhergh.

 PfWB Stroʰsackwalzer m. nur in der Rda. e S. danzeⁿ = coire K. Z.

[Bd. 2, Sp. 826a]

wilzeⁿ, wilzereⁿ, wilzerleⁿ, s. wild.
 
 
Weimuet [Wèimỳət, Pl. Wèimỳətə, Demin. Wèimìətlə Münster] f. Weymouthskiefer. Das is e hochi W.
 
 
 PfWB  RhWB wimmleⁿ [wemlə Steinbr.; wimlə Dunzenh. Hf.] 1. sich regen, wimmeln, in einer Menge von lebhaften Durcheinanderbewegungen sein, namentlich von kleinem Gewürm, Insekten u. dergl. s wimmlt im Wasser Steinbr. Do wimmlt alles voll wisseⁿ Würmleⁿ Dunzenh. ‘es wibbelt vnd wimmelt so voll als Ameissen vnd murkolben’ Mosch. I 230. Subst. s Wimmleⁿ kriejeⁿ ein Zucken in den Gliedern verspüren, ungeduldig werden Str. ‘Saa m'r nurr, wo d’ ’s Saches annelaist; M'r krieijt ’s Wimmle schier!’ Hirtz Ged. 175. 2. unpers., wird gebraucht von dem eigentümlichen Gefühl, welches man z. B. in »eingeschlafenen« Gliedern, beim Anstossen des Ellenbogens am Nervus ulnaris, ferner bei gewissen Nervenkrankheiten hat: hochd. Ameisenlaufen, Prickeln, Taubsein, Pelzigsein. s wimmlt mⁱr in deⁿ Füesseⁿ od. Ich hab s W. in deⁿ Füesseⁿ Hf. s. auch Narreⁿbeinel. — Vgl. Bayer. 2, 913 wimmern.

wimmlëʰt [wìmlat Berstett] Adv. wimmelicht, in lebhaften Durcheinanderbewegungen. s is alles w. voll Heimüsleⁿ, voll Maikäfer geloffeⁿ es wimmelte von Heimchen, Maikäfern.