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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
bacheⁿ bis zsammeⁿ (Bd. 2, Sp. 6b bis 7b)
 
  bacheⁿ [pàχə fast allg.; pâχə Logelnh. K. Brum.; Part. (kə)pàχə, kəpâχə; pâχt Logelnh., kəpàχt Barr Lohr, kəpàχ(t) Wh.] 1. backen. Kind: Gë mⁱr Brot! Mutter: Dr Beck is tot; ër ligt in dr Lacheⁿ un chaⁿⁿ nimmeʰʳ b. Liebsd. Rda. Er geʰt furt, wëⁿⁿ mⁱr b., un wëⁿⁿ mⁱr b., is er wider do er kann nicht lange in der Fremde bleiben, es zieht ihn immer wieder nach Hause Str. Ähnlich die iron. Frage: Kumms geʰⁿ luegeⁿ, öb d Mueter bacheⁿ het? Su. Morjeⁿ b. mⁱr! abweisende Antwort Str. Derber: Was wëllen mⁱr macheⁿ? — Iⁿ d Fust schisseⁿ un Küechle b. Su. D Haseⁿ b. es ballen sich die Nebel über dem Wald zusammen Liebsd. D Mueter Gottes (od. s Chriskindl) bacht Küechle, meinen die Kinder, wenn abends der Himmel sich rötet Ruf. Str. Kindervers: Bacheⁿ, bacheⁿ (Var. Bitsche, batsche) Kuecheⁿ! Dr Becker het geruefeⁿ: Wer will gueti Kuecheⁿ bacheⁿ, der mueß haweⁿ siweⁿ Sacheⁿ: Eier un Schmalz, Butter un Salz, Milich un Mëʰl; Safreⁿ macht dr Kuecheⁿ gël Ruf.; mit kleinen Abweichungen auch sonst. Bacheⁿ, bacheⁿ Eiermueß! D Gäns geʰn barfueß, Barfueß geʰn sⁱe, hingerm Ofeⁿ steʰn sⁱe; hätteⁿ sⁱe Schüeʰle, täteⁿ sⁱe s an, hingeⁿ un vorneⁿ Schnällele dran Rothb. Rda. Do geʰts um (ihm) wi um (dem) Hampatt's Bacheⁿ einer muß auf den andern warten (Hampatt, auch Hompatt = Hahnenpfad, ist die volkstümliche Bezeichnung des kleinen Dorfes Givrycourt bei Albesdorf im Kreise Château-Salins in Lothr.) Dehli. Spassh. Spielfrage: Was wei mⁱr macheⁿ? Katzeⁿ b., Hüeʰner broteⁿ? Hi. ‘Wemm'r bache, Hamm'r Brod’ aus einem Kinderliedchen Su. Stöber Volksb. 113. ‘verlasz dich druf und bach du nit’ Brant Narr. 57, 16. ‘ein pfannkuoch oder würst gebachen’ ebd. 76, 90. ‘So lond sie sich dar zuo nit bachen’ Murner Mühle 548. ‘Sie was so lysz vnd zart gebachen’ Murner Mühle

[Bd. 2, Sp. 7a]
164. vgl. lis 4 Seite 613. Das Brot ist entweder zu hert od. zu lis gebacheⁿ K. Z. Sëlbsgebacheⁿs [salpkəpàχəs] Brot hausgebackenes Brot Co. ‘z clein, zu schwartz oder nit wol gebachen’ Str. 1461 Brucker 112. ‘Cibus frixus gebachene Speis’ Gol. 362. Zss. Bachofeⁿ Seite 18, Bachofeⁿtürel, Bachofeⁿzins, –schit, –stub, Bacheⁿsteiⁿ. 2. mit der flachen Hand schlagen. Eineⁿ b. Obsteinbr., eini b. Su. Str., eins b. Logelnh. M. Ndhsn. Str. einen Schlag versetzen, ohrfeigen. Iʰ bach dⁱr eini, aß de meins, de gsiʰs s Für im Schwarzwald brënneⁿ Co. Zei, baach ⁱʰm eins! Dunzenh. 3. kleben: Bach s Hëmd ans Loch! derbe Abfertigung. 4. s is bacheⁿ der Boden ist gefroren Geberschw., gebacheⁿ Z. 5. Von Andersgläubigen: Der (od. die) is guet gebacheⁿ K. Z. Dis is noch e Gebachener! religiös dumm, fanatisch Illk. Str.; Syn. gebäppt. 6. Ausdr. zur Bezeichnung des dreimaligen Schlagens beim Kinnespiel Illk. Schweiz. 4, 956. F. Schwäb. 555.

alt(ge)bacheⁿ [àltpàχə Lutterb.; –kapàχa Co.; –kəpàχə Bf.; àlpàχa Su. Osenb.; –ə Hlkr.] 1. altbacken, vom Brot. 2. längst bekannt, verjährt Lutterb. Co. 3. schlimm, gewitzt. Das is e albacheneʳ Junge Hlkr. Schweiz. 1, 959. F. Schwäb. 159.

 PfWB  RhWB halb(ge)bacheⁿ 1. nicht richtig durchgebacken: s (das Bäckerbrot) is nummeⁿ halwer (od. halb) gebacheⁿ, no (dann) wiejt's schwërer (oder meʰʳ) Ingenh. 2. schwächlich, kränklich: Was wiˡˡˢt doch, du Halbgebacheneʳ? Sag, d Mueter soll dⁱr lossen ne Glaskasteⁿ macheⁿ, aß d Muckeⁿ nit aⁿ diʰ schisseⁿ Obsulzb. Es is nummeⁿ so e Halbgebaachener! Pfulgriesh. Dunzenh. Bayer. 195.

neugebachen frisch gebacken. ‘alle tag in newgebachener Form frisch auffziehen’ Mosch. II 84. — Schweiz. 4, 960.

un(ge)bacheⁿ [ùpàχa Su.; ùmpàχa Dü.; ùkəpàχə U.] schlecht od. nicht gebacken: Das is u. Brot; mr meint, s is in dr Sunn bacheⁿ woreⁿ Dü.Schweiz. 1, 959.

an bacheⁿ tr. und itr. ankleben, z. B. von getrocknetem Schmutz, von Blut, Eiter usw. allg. s Hëmd bacht mⁱr ganz aⁿ Mü.Schweiz. 1, 960. F. Schwäb. 175.

[Bd. 2, Sp. 7b]

iⁿbacheⁿ Prügel geben: Iʰ han iʰm iⁿbacheⁿ Liebsd.s. bacheⁿ 2 und vgl. Schweiz. 4, 960.

auf backen sein Vermögen verzehren: er hat auf gebacken ist bankerott’ Klein.

us bacheⁿ 1. durchbacken: Er (der Bäcker) loßt siⁿ Brot nie gnue u. Dü. U. 2. verbacken: Dëʳ Beck het usgebacheⁿ hat all sein Mehl aufgebraucht Bf. F. Schwäb. 452.

verbacheⁿ beim Backen verbrauchen U. ‘was dasselbig jor z gebruch des spitals vermalet und verbachen sy’ Str. 15. Jh. Brucker 283. — Schweiz. 4, 960.

zsammeⁿ bacheⁿDü. U., zsämmeⁿ b. Banzenh. Ruf. 1. zusammenbacken, von zwei Broten Dü. 2. (gew. im Part.) zusammenkleben: bei entzündeten Augen sind die Lider morgens gewöhnlich zämmeⁿbacheⁿ Banzenh., ebenso die Haare bei Kopfgrind od. einer blutenden Wunde Ingenh. ‘von hochmuth vnd neidt zusammen gebachen’ Mosch. I 198. 3. zusammenfrieren: Nächt het s gfroreⁿ, aß alles zämmeⁿbacheⁿ is Ruf. Schweiz. 4, 960.