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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Wid bis Krabelwid(e) (Bd. 2, Sp. 792b bis 793a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Wid [Wet Hi. Dunzenh. Ingenh.; Wìt Dehli.] f. Weidengerte zu einem Bande gedreht. ‘Das ist der Dunner schlah e Witt! eine Weide statt einer Buche’ Dehli. JB. XI 54. ‘Item springent aber reyfe oder wydde an den bütten oder stendelin abe’ Str. 1495 Brucker 162. — Basel 315. Bayer. 2, 858. Pfalz.

Landwid, Landwig, Landswig, Lambit, Lankert [Làntwìt Betschd.; –wìk Hi. Pfast.; Làntswìk Ruf. bis Erstein; Ltswek M.; Làmpìtə Dollern; Lmpìt Geisp.; Làmpet K. Dunzenh.; Làkərt Z. Obbr., m. Lohr; Lòkərt m. Wh.] f. Langwiede, Holz, welches das hintere Gestell eines Wagens mit dem vorderen verbindet und an dessen hinterem Ende die Bremsvorrichtung befestigt ist. Auf der L. zu sitzen, ist gefährlich, da man bei einem heftigen Ruck des Wagens leicht abstürzen kann; daher die Rda. Der kommt uf d L.! verächtl. von einem, der gleichgiltig behandelt wird oder unberücksichtigt bleibt bei einer von den Eltern vorgenommenen Teilung des Vermögens unter die Kinder, wenn dieselben heiratsfähig werden Ingenh.Basel 187. Schwäb. 529. Bayer. 2, 859. Hess. 237. Pfalz 84.

Wideⁿwid [Wítəwet Illk.] f. Weidengerte. Wortspiel: Wi de wiˡˡˢt [wítəwet!] Scherzantw.: is keⁱn Dorneⁿwëll (s. d.).
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Wid(e) [Wítə S.; Wít O. U. W.; Wæìt Bühl Ndrröd. N.; Pl. –ə; Demin. Wítlə O., Wítl U., Wæìtl N.] f. Weide, Salix. Langi Wideⁿ, langeʳ Winter; kurzi Wideⁿ, kurzeʳ Winter Dü. Iʰre Vätter häi voⁿ einer W. Holzschuehe getreit ihre Väter waren Brüder, sie sind Vettern Hi. Sur wie W. sehr sauer Su. ‘Ufg'stosse hat's mr sür wie Wide’ Lustig I 84. ‘keinen garsten (ranzigen) hering an den widelin darunter mengen’ Str. 15. Jh. Brucker 216. Gang, heb diʰ an deⁿ Widen! es ist nichts mehr zu machen, ursprüngl. wohl von einem Untersinkenden gebraucht Co. Aus einem Reitliedchen: ‘D'ein spinnt Side, D'ander dräit Wide’ usw. Str.

[Bd. 2, Sp. 793a]
Stöber Volksb. 98; Varianten ebd. 99 bis 102 u. unter riteⁿ 1. Demin. Widleⁿ kleine Weiden, mit denen man die Weinranken an dem Rebpfahl festbindet O. Str.; Syn. Bändel Z. Zss. Wideⁿbaum, –grund, –sal. — Basel 314. Bayer. 2, 858. Vgl. Schwäb. 530.

Belzwid(e) [Pèltswítə Lutterb.] f. Pappel. Vgl. Beldeⁿbaum.

Biegwidleⁿ [Pìəkwítlə Su.] n. Pl. kleine Weiden, die sich leicht biegen lassen.

Flettweide f. Salix. ‘Die grosse Bach - Weydenstöck sollen an keinem Ufer gepflanzt werden, hingegen die Flett - Weyden gelitten und gefändert werden’ Mü. Feld R.

 PfWB Gëlwid(e) [Kálwít Dü.; auch getrennt káli Wít Dü. K. Z. Betschd.] f. gelbe Weide, Salix vitellina, eine edlere Sorte, die sich wegen ihrer Biegsamkeit und Zähigkeit sehr zum Binden eignet, besonders die kürzeren für die Weinberge. Scherzend, wenn man Kinder auf dem Knie reiten lässt: Ritte, ritte, Ross, Z Basel is e Schloss, Z Kolmer is e Glockeⁿhus, s luejeⁿ drei Jungfroie-n-erus: Eini spinnt Side, D ander G., D dritt spinnt Hawerstroi, Bhüet üʰ Gott, mini alti Froi! Dü.

Harwid(e) [Hôrwít Bf.] f. Haarweide, Salix cinerea, von aschgrauem Aussehn und sehr zähe.

Kërlwid(e) [Kharlwít Bf.] f. hochwachsende Weide, Salix fragilis, eine Sorte, die leicht bricht.

Krabelwid(e) [Kràwlwít Rauw.] f. Kletterweide, eine Weidenart mit runzeliger Rinde; die Holzschicht direkt unter der Rinde hat schon bei jungen Zweigen unregelmässige Erhöhungen; an Seen und Rainen.