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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Wichs(e) bis Häfelewacht (Bd. 2, Sp. 786a bis 787a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Wichs(e) [Wìksi Pfetterhsn.; Weks Lutterb. u. nö. davon allg. neben Wìks] f. 1. Wichse, Wachsschmiere, Bodenwichse, Schuhwichse. (m. ‘im Wichs en Gala’ Str. CS.). Bring mⁱr W. mit vum Chrämer! Pfetterhsn. Wënn iʰ d Schueʰ wichseⁿ

[Bd. 2, Sp. 786b]
söll, mues mⁱr W. kaüfeⁿ! — Wënn ’s dⁱr nur an dr W. fëʰlt, di sölls han! Illk. in dieser Antwort das Wortspiel mit der Bed. 2. Prügel allg. Hat's W. gëⁿ? Lutterb. Jo, jo, bekumms W.! Neuhof. ‘Wart, de kriejsch Wichs!’ CS. 116; JB. XI 122. 3. verächtl. für Geschichte, Sache, Angelegenheit, Erträgnis, Ergebnis. Is dis d ganz W.? Su. 4. gemeine Dirne allg. Si macht d W. Dü. s is eins vun iʰneⁿ was s ander, s sin Wichseⁿ ebd. Un mit dere W. hes du uf m Stiffeⁿ getanzt? Illk. Bayer. 2, 842.

 PfWB Bulmeswichs spöttisch für Pomade, cosmétique’ CS. Vgl. pulmesquickeⁿ.

 PfWB  LothWB  RhWB wichseⁿ [wìksə u. weksə allg.; Ind. Pr. 2. Pers. wìk u. wek] 1. mit Wachs beschmieren, z. B. eingelegte Fussböden, oder mit Wichse, z. B. Lederzeug, und dann glänzend bürsten; (den Schnurrbart) mit Pomade bestreichen und spitz ausdrehen. 2. mit Ruten bestreichen, durchprügeln, reichlich Schläge geben. ‘gewixt’ Pfm. I 6. 3. von aufgetragenen Speisen und Getränken flott und tüchtig essen. Dismol haⁿ mⁱr awer gewichst! Z. 4. Part. flott, aufgeweckt, flink, schnell bei der Hand, willig, bereit. N-e gwichsteʳ Kërle Su. E gewichsts Bürstl Bürschchen Str. Zum Ësseⁿ bis gwichst! Ruf. s. ufgwichst. — Basel 317. Bayer. 2, 841.

 PfWB  RhWB durch wichseⁿ tüchtige Hiebe versetzen. Dr Schuelmeister het sini Bueweⁿ durchgewichst Bf.Bayer. 2, 842.

ufgwichst Adj. flott, munter, tüchtig. Das is eⁱn u. Bürstle Liebsd.Basel 294.

verwichseⁿ 1. hastig essen, mit grosser Esslust verzehren, namentlich leckere Speisen allg. E Haseⁿpfëffer v. Iʰ mein, mⁱr könnteⁿ jetz wuʰl so-n-e fīn Mümpfele mit eⁱnander v. Horbg. 2. prügeln allg. ‘Eine verwixe’ Str. JB. XI 121. — Bayer. 2, 842.

Baseⁿstubeⁿwichser m. Mann, der Klatschereien umträgt. ‘Do kummt der Lizeziat ... der Basestuwwewikser’ Pfm. I 3.

†‘Wichserin Hure’ Klein.Schwäb. 536.
 
 
Wiechsling, Weichsling [Wìəkslì m. Pfetterhsn. Heidw. Ensish. Su. Osenb. Hlkr.; n. Wyəkslə Mütt.; Pl. Wìəkslər Attenschw.; oft auch Waìkslì Pfetterhsn.]

[Bd. 2, Sp. 787a]
1. kleine, schwarze Kirschenart, spät reifend und zum Einmachen vorzüglich Pfetterhsn. Ensish. D W. sin chäufleʰ [aiflə] die (roten, sauren) Weichselkirschen werden gerne gekauft Attenschw. 2. Weichselholz Su. Osenb. Mütt.; Kirschbaum, der schwarze Sauerkirschen trägt: Mⁱr hän e W. im Garteⁿ Hlkr. s. auch Weichsel. — Basel 315.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Wacht [Wâχt fast allg.; Wàχt Mü.; Wôχt Geisp. K. Z.] f. 1. Wache, bes. Nachtwache. Wer het d W.? wer ist heute auf W.? Geisp. ‘Vas! dr Falätin o brïngt mä mït ärä vacht!’ Landsman Lied. 108. ‘Sie haben auch die wachten gestärckht’ Petri 418. ‘Item die hten und wahten sollent wir glich tn’ Str. 1463 Brucker 522. 2. Wachthaus, Wachtstube. Eineⁿ (und eim) uf d W. bieteⁿ zum Wachtdienst bestellen Bf. Uf dr W. üwer Nacht bliweⁿ im Wachtgebäude die Nacht zubringen, was in früheren Zeiten besonders Handwerksburschen und arme Reisende, auch Bettler, taten. Syn. Wachthüsl Hf. 3. Adj. w. sin zur Wache befohlen sein, Wachdienst tun. Wer is hüt w.? Hf. Bayer. 2, 842.

Häfelewacht f. Bewachung und Pflege einer Wöchnerin Heidw.