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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Trib bis ʰⁱnin tribeⁿ (Bd. 2, Sp. 737b bis 738b)
 
  Trib [Trép Gebw. M.; Trep Dü. K. Z.; Trìp Str.] m. 1. Trieb, Wachstum Dü. K. Z. D Gëlrüewleⁿ sin so liederliʰ, s is aˡs keⁱn rëchter T. dʳinneⁿ sie wachsen gar nicht recht Ingenh. 2. Eifer. Er het keⁱⁿ T. zem Schaffeⁿ Dü. 3. Treiben auf der Jagd. In eiⁿm T. han sⁱe fuⁿfzig Haseⁿ gschosseⁿ Hf. Rda. Eps im T. han einer Sache nachjagen, etwas beabsichtigen Str. K. Z. ‘Was brucht sich do vil Weses? Het merr syn Glük im Tribb, ze nuzt kain Fedderleses’ Pfm. I 7. ‘wenn aine der Doot im Tribb het ze maggaye’ Pfm. II 5. Im T. haⁿ mit Spottreden verfolgen Gebw. Zss. –jacht. — Bayer 641.

tribeⁿ [trípə S.; tríwə O. U.; træìwə Bühl Ndrröd.; Part. kətrîpə Liebsd., -trîwə Hi. Banzenh. Obhergh., kətréwə M. Winzenh., kətrewə Gebw. Su. Dü. Ensish., –trìwə Geberschw. Breitenb. Bf. Str. Betschd., –trewə K. Z., –kətrew W.] 1. treiben, antreiben, Vieh führen. Ër het allewil Soü un Küej getriweⁿ Bf. s Viʰ wurd uf d Weid getriweⁿ Winzenh. Befehl: Dass si awer d Gäns nit treibt! nicht mit auf die Weide hinausschickt! Bühl. Insbes. die Zugtiere mit der Peitsche antreiben, während ein anderer den Pflug führt. s Vieʰ triweⁿ Co. Henry. Ich bin hüt wërzig müed woreⁿ, ich hab im Jerri deⁿ ganzeⁿ Tau getriweⁿ Ingenh.

[Bd. 2, Sp. 738a]
Dafür in Su. Horbg. z Acker t. Zss. Tribschnuer. Rda. Schnëckeⁿ uf Paris t. nichts tun, herumlungern Z. In d Hitz t. zum Zorn reizen Roppenzw. ‘wan man ir spottet und sie treiben wil’ Geiler Narr. 135 (LXVI schar). [e nə Pokshorn t. M.] 2. betreiben, arbeiten. Was tribt dini Grossmüeter? Sie sitzt am Spinnrädle! Dü. Was tribs allewil? U. Iʰ has schoⁿ lang triweⁿ schon lange beabsichtigt Banzenh. Das t. si noʰ lang davon sprechen sie noch lang Dü. Subst. ‘Un so lucht Alles gschlache drein Bei dem (Spätjahr) seim beese Treiwe’ Lauterbg. Erw.2 XII 15. ‘Wi mers trīwt, so gehts’ Dehli. JB. XI 62. 3. eine Wirkung haben. Eine Feuerspritze, ein Gewehr tribt wit trägt weit Hf. Insb. von Arzneien, abführen. Dis was dr Dokter verornt het, tribt miʰ verursacht mir Durchfall Avolsh. Die Arznei tribt üwersiʰ, üngersiʰ, uf s Wasser u. ähnl. Hf. ‘e Burjaz, wo ne stark trywe wurd’ Pfm. II 3. Zss. Tribsalz Abführmittel, Ammoniumcarbonat der Pharmakopöe Hf. 4. abs. od. tr. Knospen treiben. Dëʳ Baüm tribt Hi., –schoⁿ Bolleⁿ Bf. Basel 84. Bayer. 640.

ab tribeⁿ 1. wegtreiben. Wënn er eps im Schlag het, is er nit o ze triweⁿ Ingenh. 2. die Leibesfrucht abtreiben. E Kind atriweⁿ Hf.

an tribeⁿ 1. antreiben, Vieh usw. Breitenb. 2. auftreiben, einen Reif, einen Keil Dü.

betribeⁿ betreiben, in Gang setzen, von juristischer Tätigkeit, z. B. einen Prozess, eine Pfändung betriweⁿ Hf.

dertribeⁿ zu Ende treiben, zur Reife bringen. An dëm Baüm hënkt z vil, er kaⁿⁿs jo nit dertriweⁿ Geberschw.

druftribeⁿ verschwenden. Er tribt alles druf Rauw.

durch tribeⁿ 1. hindurch treiben. Si hän e Hërd Hämml durch getriweⁿ Bf. 2. insbes. zum Stuhlgang treiben. Di Arzenei is zuem d. Hf. Die Laxier het miʰ durch getriweⁿ Bf.

durchtribeⁿ Gebw. Dü. K. Z., durchgetribeⁿ Bf. Part. als Adj. durchtrieben, schlau. s is e durchgetriwener Spitzbue Bf. Rda. Dëʳ is durchtriweⁿ wie e Nachtstueʰl iron. er ist dumm Gebw. E durchtriwwener Satan! Ingenh. ‘e durchtriwwni Krott’ hinterlistiges Mädchen Pfm. II 6. s. auch durʰribeⁿ II 219. — Bayer. 641.

[Bd. 2, Sp. 738b]

in tribeⁿ 1. einfordern, bei treiben. Ër tribt Gëld iⁿ Bf. 2. durch Strafe verleiden. Ich will dⁱr d Kilb schoⁿ iⁿtriweⁿ, ass de nimmeʳ meʰʳ druf geʰs! Obhergh. Vgl. in drängeⁿ.

ʰⁱnin tribeⁿ überbieten, bei Versteigerungen. Miⁿ Nochber het mich um hundert Mark niⁿ getriweⁿ Bf.