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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Tüpf bis ʰinin tupfeⁿ (Bd. 2, Sp. 703a bis 704a)
 
  Tüpf [Tìpf Geberschw.; Tepf M.; Pl. –ə] f. Topf Geberschw.; eiserner Kochtopf mit drei Beinen, welcher unmittelbar über das Feuer gesetzt wird.

Tüpeⁿ [Tipə, Pl. ebs., Demin. Tipələ Harsk. Dehli.] m. Napf, Topf. In welʰem Dippeⁿ is dr Kaffee? Harsk. Schluss eines Kinderreims: ‘Trink de Milch zum Tippe erus Un jāu de Katz zum Fenster enus’ Dehli. JB. XI 71.

[Bd. 2, Sp. 703b]

Tüpfi [Tìpfə Olti. Mü.; Tìpfi Liebsd. Pfetterhsn. Hi. Banzenh. Obhergh. Katzent.; Tepfi Steinbr. Lutterb.; Pl. ebs.; Demin. Tìpfəlì Banzenh., Tìpfələ Liebsd. Obhergh. Ruf.] n. eiserner oder metallener Tiegel; Pfanne mit 3 Füssen zum Braten des Fleisches, Breikochen, Eierbacken usw.; Napf, Topf. Ich koch s Fleisch im Dipfele Ruf. ‘E ganz Dipfele voll’ Schlusszeile eines Kinderliedchens Riedish. Stöber Volksb. 33. — Basel 91. Pfalz dibbe.

Bappeⁿtüpfi n. Topf zum Breikochen Banzenh. Vgl. –pfännel. — Basel 91.

Eiertüpfi n. Topf, in dem Eier gebacken werden Banzenh.

Hüeʰnertüpfi n. Hühnertopf, unbrauchbares Pfännchen, in welchem den Hühnern das Futter vorgestellt wird Pfetterhsn.
 
 
Tupfeⁿ [Tùpfə allg.; Tùpə Lützelstn.; Typə Wh.; Pl. ebs., doch Tìpfə Roppenzw., Tepfə u. Tùpfə Dü.; Demin. Tîpfli Olti., Tìpflì Banzenh., Tìpflə Liebsd., Tìpfələ Heidw. Wittenh., Tepfələ Steinbr. Hlkr. Co. Dü. Ingersh. U., Tìpfl Bf. Ndrröd., Tepfl K. Z., Tipl Dehli., Tipələ Lohr] m. 1. Punkt, Flecken. Du hes e schwarzer T. uf dr Nas Osthsn.; Tupfen auf dem Kleid: Has wissi oder blöüi Tupeⁿ in diⁿm Rock? Lützelstn. Mr kënnt d Drostl (Drossel) glich, si het so T. uf deⁿ Fëdereⁿ Brum. 2. Punkt beim Schreiben; in Rda. gern das Deminutiv. De has keiⁿ T. gmacht hinder em Satz! Wittenh. Si glicheⁿ eⁱnander uf dr T. ganz genau Su. Er het s uf deⁿ T. erroteⁿ Banzenh. Uf deⁿ T.! genau so Str. Der is uf s Tüpfele wi dr sin Vater! Lohr. Alles bim Tüpfele ufschriweⁿ K. Z. Dër Mann is eso diffisil, dass s Tüpfele uf em i nit fëʰleⁿ derf Bf. ‘Do fëhlt au ’s Dípfel uff em i nit’ Str. CS. 26. ‘Bi dem darf s Tippel iwer um i nit fehle’ Dehli. JB. XI 62, ähnl. Co. Dⁱe Tüpfleⁿ uf d i macheⁿ im Gespräch auch das hinzusetzen, was die andern aus gewissen Rücksichten verschweigen wollen Bf. Das is s Tüpfli uf s i! das hat gerade noch gefehlt, jetzt ist alles in Ordnung Banzenh. ‘Jetz simmer am Dupfe! an der Hauptsache, am Hauptpunkt’ St. 3. Mittelpunkt der Scheibe, Zentrum. Er trifft alle Tur deⁿ T. Hf. Dü. Basel 91. Schwäb. 145. Bayer. 615.

[Bd. 2, Sp. 704a]

tupfeⁿ [tùpfə fast allg.; typfə Lutterb.; typə Lohr Wh. Dehli.] 1. einen Tupfen, Flecken, Punkte machen Katzent. E getupfti Lini eine punktierte Linie Illk. 2. leicht berühren, z. B. mit dem Finger, der Fussspitze usw. Wh. ‘dupf de Fingerle un e grossi Batschhand’ Str. 3. betupfen (Heilkunde). Eineⁿ mit m fürigen Isl oder mit Hölleⁿstein t., auch schlechthin Er muess getupft sin Hf. 4. schlagen, stossen. Tupf e kleins bissl uf s Ei, dass es e Löchl git! Brum. Iʰ ha mit sëllem Steiⁿ d Schiwe getupft getroffen Lutterb. Mit eiⁿm t. die Gläser zusammenstossen Hf. ‘Merr muess emm uf alles dupfe ihn auf alles genau hinweisen’ St. ‘Der gesit nit, un wann mer um de Nas druf tuppt’ Dehli. JB. XI 51. 5. im Eierspiel die Eier, bes. die gefärbten Ostereier, prüfend auf einander schlagen Hi. Vgl. spickeⁿ 7. 6. prügeln Logelnh. Str. ‘Mer welle ne tupfe!’ Str. JB. XI 121. 7. durch eine schlagfertige Antwort abführen. Er het miʰ welleⁿ uzeⁿ, awer iʰ haw ehn getupft Dü. 8. betrügen O. 9. leicht eintauchen W. Sos mit Brot tüppeⁿ esst sⁱe arich gërn Lohr. ‘In's Dintefass dupfe’ Tinte in die Feder nehmen St. Basel 91. Bayer. 615.

an tupfeⁿ 1. die Gläser anstossen St. Alle (frz.), tupf aⁿ! Heidw. Wh. ‘Drum d'Gläser g'füllt un adupft mit!’ Lustig I 538. 2. betrügen. Mit dëre Kuej bin iʰ aⁿtupft! Horbg. Basel 4.

anne tupfeⁿ etwas andeuten, was ein anderer verheimlichen will Ndrröd.

 PfWB ʰinin tupfeⁿ hinabtauchen. Wonn sⁱe als mitnonder gëssⁿ hon uf ere Matt un s sin Hauspringereⁿ in d Milch gsprungⁿ, hat dër sⁱe als eningetüpt, ass er sⁱe elleⁱn krijt hat Wh.