Bach [Pàχ fast allg., Pâχ M., O. meist m., Str. auch m., U. W. f.; Pâχ Pfulgriesh. u. teilw. Wh. f.; Pl. selten Paχ Su. M.; Demin. Paχli Hi., Paχla, Paχlə O., Páχlə M., Paχl Rapp. U., Pæχl Str.] Jn zgs. Ortsnamen des Münstertales ist –bach, weil tonlos, zu –be in zweisilbigen, zu –ba in dreisilbigen Wörtern geworden JB. IX 196, sonst ist es erhalten. 1. Bach. Rda. Wasser iⁿ deⁿ B. traueⁿ reichen Leuten etwas schenken Geisp. s. Moʰr 1. Beim Spiel: Zerst gwunneⁿ, zletst iⁿ dr B. aweⁿ gschwummeⁿ zuerst gewonnen, dann verspielt Su. Rda. Es ist ihm dr B. ab er hat etwas verloren Hi. Der schwimmt bald d B. ʰⁱnab der ist so verschuldet, daß er bald vergantet wird Ruprechtsau. 2. Lache (Kinderspr.) E B. od. e Bächl macheⁿ pissen Hf., e Bächli macheⁿ Hi. ‘Wenn ich emool in's Redde kumm, so laufe mer d'Wort zuem Muul erus wie e Bächel’ Pick Mo. 8. ‘Ehe unser (Thann) Thurbach weiters gehet, setzt sie unser Stadt und Vorstadt in das Sontgau, Kattebach aber unser Nebenstadt und das Schloß in das Elsaß’ Thanner Chr. 73. D Littner B. das Bächlein, welches von Littenheim nach Ingenheim fließt Ingenh. An dr ganzeⁿ B. ena steʰn Ellereⁿ Büst. Drohung gegen ein Kind, das sich nicht kämmen lassen will: Wart, d Lüs müeˢˢn diʰ in dr B. schleifeⁿ! Hi. ‘Klei’ Maidele, Hudelsäckle, Gang an d’ Bach un wäsch di Reckle, Gang in d’ Bach un wieder drüs, Wäsch di Reckle süfer üs!’ Mü. Stöber Volksb. 129, ähnl. Pfirt. ‘mit frischem Wasser, welches in der Bach geholt worden’ Mosch. 6. Gesicht. Zss. Bachstëlzer. 3. Demin. (scherzh.) Meer: Üwer s Bächle geʰⁿ auswandern Dü. Er is üwer s Bächl ʰⁱnüwer Dunzenh.; Rhein: Er is voⁿ ëneⁿ am Bächle von jenseits des Baches, ein Altdeutscher Gebw. Spw. ‘Wer dem bächlin nach gat, der kumt zuo dem brunnen’ Geiler s. Als. 1862/67, 134. 4. insbes. der Vaubankanal in NBreis. — Schweiz. 4, 947. F. Schwäb. 551. Bayer. 193. Breiteⁿbach m. in dem Schnellsprechvers [Eχ kà ewər tər Praitapàχ, preχ Praitapàχ, pàχ pùmpàplplàt àp] Ruf.[Bd. 2, Sp. 6b]
Klingelbach erdichteter Ortsn. in der Rda. Ër is vuⁿ K. sehr mager Ruf.
Misbächel n. Straßenrinne: Nüels wider im M.? Rapp.
Müʰlbach f. Mühlbach, 1. Nebenflüßchen der Ill. 2. Wald, durch welchen der M. zieht Olti. 3. [Melpə] Ortsn. im Münstertal.
Kolbacher m. Pl. rote Äpfel Rapp. — Ist wohl Zss. mit Acher 1, 11?
bacheⁿ [pàχə fast allg.; pâχə Logelnh. K. Brum.; Part. (kə)pàχə, kəpâχə; pâχt Logelnh., kəpàχt Barr Lohr, kəpàχ(t) Wh.] 1. backen. Kind: Gë mⁱr Brot! Mutter: Dr Beck is tot; ër ligt in dr Lacheⁿ un chaⁿⁿ nimmeʰʳ b. Liebsd. Rda. Er geʰt furt, wëⁿⁿ mⁱr b., un wëⁿⁿ mⁱr b., is er wider do er kann nicht lange in der Fremde bleiben, es zieht ihn immer wieder nach Hause Str. Ähnlich die iron. Frage: Kumms geʰⁿ luegeⁿ, öb d Mueter bacheⁿ het? Su. Morjeⁿ b. mⁱr! abweisende Antwort Str. Derber: Was wëllen mⁱr macheⁿ? — Iⁿ d Fust schisseⁿ un Küechle b. Su. D Haseⁿ b. es ballen sich die Nebel über dem Wald zusammen Liebsd. D Mueter Gottes (od. s Chriskindl) bacht Küechle, meinen die Kinder, wenn abends der Himmel sich rötet Ruf. Str. Kindervers: Bacheⁿ, bacheⁿ (Var. Bitsche, batsche) Kuecheⁿ! Dr Becker het geruefeⁿ: Wer will gueti Kuecheⁿ bacheⁿ, der mueß haweⁿ siweⁿ Sacheⁿ: Eier un Schmalz, Butter un Salz, Milich un Mëʰl; Safreⁿ macht dr Kuecheⁿ gël Ruf.; mit kleinen Abweichungen auch sonst. Bacheⁿ, bacheⁿ Eiermueß! D Gäns geʰn barfueß, Barfueß geʰn sⁱe, hingerm Ofeⁿ steʰn sⁱe; hätteⁿ sⁱe Schüeʰle, täteⁿ sⁱe s an, hingeⁿ un vorneⁿ Schnällele dran Rothb. Rda. Do geʰts um (ihm) wi um (dem) Hampatt's Bacheⁿ einer muß auf den andern warten (Hampatt, auch Hompatt = Hahnenpfad, ist die volkstümliche Bezeichnung des kleinen Dorfes Givrycourt bei Albesdorf im Kreise Château-Salins in Lothr.) Dehli. Spassh. Spielfrage: Was wei mⁱr macheⁿ? Katzeⁿ b., Hüeʰner broteⁿ? Hi. ‘Wemm'r bache, Hamm'r Brod’ aus einem Kinderliedchen Su. Stöber Volksb. 113. ‘verlasz dich druf und bach du nit’ Brant Narr. 57, 16. ‘ein pfannkuoch oder würst gebachen’ ebd. 76, 90. ‘So lond sie sich dar zuo nit bachen’ Murner Mühle 548. ‘Sie was so lysz vnd zart gebachen’ Murner Mühle [Bd. 2, Sp. 7a]
164. vgl. lis 4 Seite 613. Das Brot ist entweder zu hert od. zu lis gebacheⁿ K. Z. Sëlbsgebacheⁿs [salpkəpàχəs] Brot hausgebackenes Brot Co. ‘z clein, zu schwartz oder nit wol gebachen’ Str. 1461 Brucker 112. ‘Cibus frixus gebachene Speis’ Gol. 362. Zss. Bachofeⁿ Seite 18, Bachofeⁿtürel, Bachofeⁿzins, –schit, –stub, Bacheⁿsteiⁿ. 2. mit der flachen Hand schlagen. Eineⁿ b. Obsteinbr., eini b. Su. Str., eins b. Logelnh. M. Ndhsn. Str. einen Schlag versetzen, ohrfeigen. Iʰ bach dⁱr eini, aß de meins, de gsiʰs s Für im Schwarzwald brënneⁿ Co. Zei, baach ⁱʰm eins! Dunzenh. 3. kleben: Bach s Hëmd ans Loch! derbe Abfertigung. 4. s is bacheⁿ der Boden ist gefroren Geberschw., gebacheⁿ Z. 5. Von Andersgläubigen: Der (od. die) is guet gebacheⁿ K. Z. Dis is noch e Gebachener! religiös dumm, fanatisch Illk. Str.; Syn. gebäppt. 6. Ausdr. zur Bezeichnung des dreimaligen Schlagens beim Kinnespiel Illk. — Schweiz. 4, 956. F. Schwäb. 555.
alt(ge)bacheⁿ [àltpàχə Lutterb.; –kapàχa Co.; –kəpàχə Bf.; àlpàχa Su. Osenb.; –ə Hlkr.] 1. altbacken, vom Brot. 2. längst bekannt, verjährt Lutterb. Co. 3. schlimm, gewitzt. Das is e albacheneʳ Junge Hlkr. — Schweiz. 1, 959. F. Schwäb. 159.
PfWB RhWB halb(ge)bacheⁿ 1. nicht richtig durchgebacken: s (das Bäckerbrot) is nummeⁿ halwer (od. halb) gebacheⁿ, no (dann) wiejt's schwërer (oder meʰʳ) Ingenh. 2. schwächlich, kränklich: Was wiˡˡˢt doch, du Halbgebacheneʳ? Sag, d Mueter soll dⁱr lossen ne Glaskasteⁿ macheⁿ, aß d Muckeⁿ nit aⁿ diʰ schisseⁿ Obsulzb. Es is nummeⁿ so e Halbgebaachener! Pfulgriesh. Dunzenh. — Bayer. 195.
†neugebachen frisch gebacken. ‘alle tag in newgebachener Form frisch auffziehen’ Mosch. II 84. — Schweiz. 4, 960.
un(ge)bacheⁿ [ùpàχa Su.; ùmpàχa Dü.; ùkəpàχə U.] schlecht od. nicht gebacken: Das is u. Brot; mr meint, s is in dr Sunn bacheⁿ woreⁿ Dü. — Schweiz. 1, 959.