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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Dunst bis Hoppeltanz (Bd. 2, Sp. 694b bis 695b)
 
  Dunst [Tùnt Bf. Z.; Tàìt Olti. Roppenzw.; Tòìt Fisl.; Tįt M.; Tǿnt K. Dunzenh.; Pl. Tait Roppenzw., Tèit

[Bd. 2, Sp. 695a]
Fisl.] m. Dunst. Do innen is e D.! Fisl.Schwäb. 148. Bayer. 527.

 PfWB  RhWB Vogeldunst m. Schrotkörner kleinen Kalibers Bf. Hf.

 PfWB  RhWB dunstig, dünstig [tàìtek Olti.; tèitik Fisl.; têtik Roppenzw.; tìntik Osenb.] Adj. 1. dunstig, von der Atmosphäre. Hit is aber deistig! Fisl. D Bërge sin ganz daüstig Olti. 2. schwül Osenb.
 
 
Tante [Tàntə Co. Winzenh. U. W.; Pl. ebs.; Demin. Tàntl U., Tantl Bf.] f. 1. Tante O. U. W. 2. alte ledige Weibsperson Hf. 3. Hurenwirtin Str. Hf. 4. Abort. Uf d T. geʰⁿ Co. 5. Leihhaus Str. ‘Er isch, mein’ i, bi der Dante, Streckt de Kopf zuem Daloch nus!’ Boese Schk. 203.
 
 
danten einen Handel, ein Gerede, Geschwätz, Streit anrichten. ‘du hast gut danten’ Geiler 38. Narr (Kl.). ‘so diss klappermaul den gantzen handel getantet hett, dann sie sprechen, ja ich hab dir bey weitem nicht den halben theil gesagt’ ders. Narr. H. 24. — vgl. Bayer. 609 Tand.
 
 
Tinte [Tentə Mü. Su. Dü. Bf.] f. ( m. Wh.) Tinte. Es gibt schwarzi, roti, blaüi T. Bf. Rda. In dr T. sitzeⁿ in Verlegenheit sein Dü. ‘Hat Dinte g'soffeⁿ’ den Teufel im Leib Mü. Mat. 4, 49. Do müesst ich T. gsoffeⁿ han allg. — Basel 77.

Tinteⁿ [Téntə Winzenh. K. Dunzenh.; Tentə Bisch Str. Z. Han.; Tįtə Geisp.] m. ( n. Winzenh.) Tinte. Rda. ‘Der geht üs der Milch in de Dinte’ verkehrte Wahl Str. JB. XI 128. ‘Atramentum dinten’ Gol. 162. ‘eine Feder, Dinten, Papier’ Mosch. II 528. Zss. –beer(e), –fass, –flëckeⁿ U., –gschirr, –pulfer Bf., –schlëcker.
 
 
Tanz [Tànts S. O. Bf. Mutzig Str. Z.; Tts M.; Tàns Co. Henry; Tyts Geisp. Tnts K. Pfulgriesh. Gimbrett Mittelhsn.; Pl. zu Tànts = Tants, Tans Co. Henry, Tænts Str., Tǽnts K.; Demin. Tantslə Dü., Tàntsl Bf., Tæntsl Str., Tǽntsl K.] m. 1. Tanzvergnügen. Geʰs mit uf dr T.? Rda. Jetz geʰt dr T. uf s frisch los! ein neuer Abschnitt der schweren Arbeit beginnt Dü. ‘e christli's sittsames Dänsel’ Pfm. II 2. Elsass 1905 Nr. 10 (hier ironisch). Über das Tanzvergnügen am Messti s. Laugel, Trachten und Sitten im Elsass 163 ff. Alte Tänze zählt Dr. K. in der Strassburger Post 1905, 4. Aug.

[Bd. 2, Sp. 695b]
Nr. 823, auf. Der alte ehrwürdige blaue Storkentanz, der feierliche »Apfelgrüne Marsch« (wohl der Marsch des aus kriegsgefangenen Schweden gebildeten Regiments Appelgrehn, das 1740 in Strassburg lag und später Royal-Suédois hiess), der »Rütschhin«, der Bärentanz, der Kisseltanz, der Rasierertanz, der Weiberzank, der Katzentanz, der Kirschenbrecher, der Nagelschmied, der Schmidt-courant, der Lichtertanz, der Ochsebür, die Marseillena, der Hansjörg, der Schüfelniner, der Kikeriki, der Eiertanz, der Buchklopfer, der Wechseltanz. Ferner die unzähligen beliebten Rundtänze, der Lanner Walzer, der Nationswalzer, der Lauterbacher, der Hau-Heckenab, der Do-bin-i, 's Lämmermejl, der Scharrer, der Zänner, der Morisgentanz, der Hahnentanz, der Dunzenheimer Walzer, der Dragonertanz, der Kehrus, und viele andere. Zss. –hus Tanzboden K. Z. Han., –hütt Ingenh., –meister flotter Tänzer Geisp., –platz. 2. Musikstück zum Tanz. Was für e T. spileⁿ si jetz? s is e Polka! O. U. Rda. Iʰ will dⁱr anderi Tänz ufspileⁿ! ich werde andere Saiten aufziehen Dü. 3. Pl. Witze. Dëʳ het Tänz in iʰm! Roppenzw. Basel 71. Bayer. 611.

Bäreⁿtanz m. ‘s Militär ... mit sim Bäretanz’ Musiklärm Kettner GvH. 68; meist in der Wendung: Dr B. ufspileⁿ durch eine List stocken machen Geberschw., deⁿ B. uffüʰreⁿ spektakeln, toben Rauw.

 PfWB  RhWB Hëxeⁿtanz m. 1. Tanzvergnügen der Hexen. Vor 50 Jahren hatten die Hexen an allen vier Dorfausgängen von Obsteinbr. je einen Versammlungsplatz unter einem Nussbaum. Bevor sie ihre Versammlung auflösten, führten sie den sog. H. auf, dessen Spuren man des andern Tags genau sehen konnte. 2. ein kreisrunder Weg, z. B. um einen alten Turm herum. — vgl. Bayer. 1047.

Hoppeltanz m. ‘Tripudium hoppeldantz’ Gol. 250.