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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Papir bis Zeichelepapir (Bd. 2, Sp. 68b bis 69a)
 
  Papir [Pàpír fast allg.; Pàpæiər Aschb.; Pàpèiər Rosteig; Pl. ebenso, in Bed. 2 –ər; Demin. Pàpírlə O., –l U.] n. 1. Papier. ‘Jo, s Papier isch geduldi es läßt sich alles darauf drucken’ Rathgeber 43. Co. Henry. 2. Zeugnis, Urkunde u. dgl. Dü. ‘Do isch halt nit anderst iwrig bliwe, as z'erst uf R. z geh d’ Papierer hole’ Mülhauser Tagebl. Nr. 12, 1899. Wo hän ⁱʰr eüeri Papirer? Str. Jetz haw iʰ, weiß Gott, d Papirer vergësseⁿ! Ingenh.; Syn. d Schrifteⁿ. ‘die Fenster seind papeier’ Geiler Narr. 121 (LVII schar) ‘nur gebrest Bapeir zu beschreiben’ Pauli 358. ‘Papeir’ Martin Acheminement 109. — Schweiz. 4, 1416. F. Schwäb. 625. Bayer. 799.

Decktepapir n. Umschlagpapier Ruf.

Dolkeⁿpapir n. Löschblatt Strüth Co.

Fließpapir [Fliəsp. Hi. Su. Logelnh. Dü.; Flis (eigentlich:Fleiß’, volksetym.) pàpír Ruf. M. Co. M. Ingersh. Rapp. U.] n. 1. Seidenpapier. Di Zeichnungeⁿ deckt mr mit F. M. s is eso dünn wⁱe F. Dü. Es (das Kind) het jo nummeⁿ e

[Bd. 2, Sp. 69a]
Stimmele so dünn aˡs F. Ingenh. Von F. sin sehr zart sein Str. 2. Löschblatt. In jedem cahier (frz. Heft) soll e F. siⁿ! Logelnh. zu mhd.  Lexer vlius, nhd. flüss. Schweiz. 4, 1416.

Gueteⁿberjerpapir n. Guttapercha in Blättern Str.

Kalkpapir n. Durchpauspapier Illk. — frz. calque.

Käspapir n. zum Einwickeln des Käses bestimmtes Papier Str.Schweiz. 4, 1416.

Letzepapir n. auf einer Seite buntes Papier, ist zur Schmückung von Maieⁿ (s. d.) sehr beliebt und wurde früher zu Umschlägen um Schülerhefte — statt der jetzigen blauen — benutzt Ingenh.; s. auch Zeichelepapir; Syn. Letzzeichl Dunzenh.

 PfWB  PfWB  RhWB Postpapir [Potp. Hi. NBreis.; Pop. K. Z.] n. Briefpapier.

Stëmpfelpapir n. Stempelpapier, Stempelbogen Bf. Str. U., auch gstëmpfl Papir Z.Schweiz. 4, 1417.

 PfWB  RhWB Zeichelepapir [Tsaiχələpàpîr Mütt.] n. = Letzepapir.