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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Teller bis Viertel (Bd. 2, Sp. 674b bis 675b)
 
  Teller, Tëller [Tèlər S.; Talər Obbruck O. U.; Tælər Str. W.; Thælər Lorenzen; Pl. ebs., Tælərə W.; Demin. –lə] m. 1. Teller. Scherzreim: Min Vater is e Appeⁿzëller, ër frisst deⁿ Käs mit samt dem Tëller Brum. Du derfs nur sāueⁿ: Tëller, drnoʰ lijt glich e Würstl druf! Abfertigung eines Menschen, der unerfüllbare Forderungen stellt Str. 2. tellerförmiger Mädchenhut Obhergh. Bayer. 598.

Brüelitëller m. Kuchenbrett Geisp.

 PfWB Dessertëller Obbruck [Tisêrtalər K. Z.] m. Teller für Konfekt, den Nachtisch.

[Bd. 2, Sp. 675a]

Kästëller m. 1. hölzerne Platte, worauf die weissen Käse gesetzt werden Hindish. K. Z. 2. Wucherblume, Chrysanthemum leucanthemum Kerzf.

 PfWB Katzeⁿtëller m. Teller, auf dem die Katze ihr Fressen bekommt Obbruck K. Z.
 
 
delikat [telikât Steinbr.; tìlikât Meis.; telikhât Str.] 1. Adj. leckrig, wählerisch im Essen. Das is e delikate(r) Mensch Steinbr. Meis. 2. Adv. lecker. Dis schmeckt jetz d.! Str.
 
 
Teil [Tail S. O. Mütt. Bf. Osthsn. Str.; Tèil M.; Tǽl Barr K. Z. Lützelstn. Wh.; Tál Bühl Ndrröd.; verkürzt in Zss.] m. Co. M. Barr Bf. Str., n. Dü. Osthsn. K. Z. Wh., m. und n. Su. Mütt. Hf. Wo das Geschlecht n., heisst der Plural bisw. Teiler, sonst = Sing. 1. Teil, Anteil. Iʰ ha miⁿ T. ich habe genug (sei es Gutes oder Böses) Su. Iʰ fall oʰ iⁿs T. ich habe auch mit zu teilen Su. s kummt in s T. es wird geteilt Wh. Mⁱr hän s (mⁱr steʰn) in s T. wir besitzen es gemeinsam Dü. Auch adv. Di Mur is teil un gemein mehreren Besitzern gehörig M. Nit ein T. viel weniger, nicht die Hälfte soviel Hf. Vor m Joʰr het mr nit eineⁿ T. eso vil Win gemacht wie dis Joʰr Barr. ‘Der hat ken Dèhl meh an der Erd’ Dehli. JB. XI 47. Du hes s am dickeⁿ T. du hast's erfasst Dü. Deⁿ Drëck am dickeⁿ T. erwischeⁿ einen Fehlgriff tun, gründlich hereinfallen Wh. ‘am dicke T. hewe nicht erhaschen’ Str. Ulrich. Dis kommt im zweiteⁿ T. das dicke Ende kommt nach Bf. Ër schafft nit emol dr zeʰnte T. was ich Su. E guets T. eine bedeutende Menge Z. Zss. teilmol(s) Seite 666, Teilstock. 2. E Teil Banzenh. Su. Hlkr. M. Dü. K. Z. und Teil Heidw. Horbg. K. Z. Lützelstn. wird als unbestimmtes Zahlwort verwendet: manche, einige. Dazu ein Dat. [e tèilə M., ə tǽlə Z.]. Wu sin dënn die Meidler alli anekummeⁿ, wo vor vier Joʰr noch hie gsiⁿ sin? — E T. sin ghirot, e T. dieneⁿ, un s sin aüʰ noch e paar do Dü. In e T. Gejeⁿdeⁿ het meⁿ keⁱⁿ Win Bf. Eⁿ Teileⁿ gerot alles M. ‘in Teile hawwi zwei, in Teile drei gënn’ Hag. H. Teⁱl Lüt machen e Ziwl an s Surkrut, Teⁱl fingeⁿ s besser oʰne Ziwl Lützelstn. ‘Dail maine — dail saaue’ Pfm. III 4. ‘Bey ihrer Hochzeit ... haben sich theil

[Bd. 2, Sp. 675b]
erzeigt wie füx, theil wie Hassen, theil wie Geyssen’ Zab. Hexenprozess 1620. ‘Ein theil sange, das andere sprange’ Mosch. I 364. ‘Theil seind augentrüffig les uns sont chassieux’ Martin Parl. N. 148. — Basel 70. Schwäb. 123. Bayer. 599.

Meʰrteⁱl, Meʰrteⁱlst, Meʰrsteⁱl [Mértl Obhergh.; Mértl Roppenzw. Obhergh.; Mértlt Su.; Métlt s. meʰr Seite 701] n. das Meiste. Ër het s Meʰrteⁱl bikummeⁿ Obhergh. ‘Reben erfroren mehrenteils’ Co. 1718 JB. XIX 144.

Nachteil [Nótǽl m. Wh., n. Harski.] wie hochd. Wenn der Vater Prozesse gehabt od. für irgend ein Vergehn im Gefängnis gesessen hat, so sagt man: Das macht deneⁿ Kindern e schlechtes Noʰteil Harski. Wenn jem. zeitweilig geistesgestört ist: Das macht dere Person e schlechtes Noʰteil ebd. Schnaps git um e Winfässl keⁱnⁿ gutteⁿ Noʰteil Nachgeschmack Wh.

 PfWB  LothWB  RhWB Urtel, Urteil [Ùrtl Dü. Ndhsn. K. Z.; Òrtl Geisp.; Ùrtál Ndrröd.] n. Urteil. Si hän s U. gsprocheⁿ die Richter haben den Spruch gefällt Dü. En U. han uf iemeⁿ im Besitz eines gerichtlichen Urteils zu ungunsten jemandes sein. Eⁱn U. nëʰmen uf iemeⁿ sich ein solches erwerben Hf. Si hän e U. bikummeⁿ es ist ihnen ein gerichtliches Urteil zugestellt worden. Gewöhnlich nimmt man an, dass ein Zahlungsbefehl ergangen ist; sowie daher die Tatsache einer Zustellung bekannt wird, wird der Betreffende nicht mehr als guter Zahler angesehen Dü. s. auch Seite 70. — Basel 302. Bayer. 601.

Viertel, s. Seite 130.