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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Tub(e) bis Tubak (Bd. 2, Sp. 644a bis 644b)
 
  Tub(e) [Týwə Heidw. Wittenh. Dollern Banzenh.; Týp O. U.; Týw Wh.; Taùp Ndrröd.; Pl. Týwə allg.; Demin. Típli Olti., Tíwali Banzenh., Tíwli Heidolsh., Tíwlə Heidw. Wittenh. Obhergh. M., Tíwələ Co. Horbg. Rapp. Barr, Tíwlə Co. Dü., Tíwl Bf. K. Z. Lützelstn., Tæìwl Ndrröd.] f. Taube; Demin. junge Taube. Man unterscheidet zaʰmi und wildi Tuweⁿ Bf. (Abarten s. unter d. Zss.) Rda. Er wart, bis iʰm d gebroteneⁿ Tüwleⁿ ins Mul fliejeⁿ Brum. ‘Es fliege eim keine brotene Duwe in's Muhl’ Mü. Mat. 4, 46, ähnl. Str. ‘Die gebraten tuben fliegen eim nicht ins mul’ Geiler in Als. 1862, 158. Rda. ‘de Herre .. han nur d'Diwle könne z'samme traue’ so gut verstehen sie einander Kettner GvH. 89: erklärt wird diese Rda. aus einer alten Stelle ‘Die Taube liset uff die aller reinsten Körnlin, darumb wan man sauber Korn hat, so spricht man es ist eben als hetten es die tauben zesamengetragen’ Geiler Brös. 2, 88. Über ein Wortspiel unter Kindern, wonach Du bis e Viʰ und DTub is e Viʰ gleich lauten s. JB. VI 158. Ist einer mit dem Essen nicht zufrieden, so rät man ihm zu einem gebroteⁿ Tüwele im Drëck ʰerumgejat Avolsh. Tüwele, witsch uf! ein Spiel: alles was Federn hat, fliegt! Die Spieler sitzen um den Tisch und haben die Hände aufgelegt. Der Vorsitzende beginnt: Tüwele, witsch uf! s fliejt e Krab (Rabe) ʰⁱnuf, e Gans ʰⁱnuf, e Spërber ʰⁱnuf usw. Bei jedem Namen hebt er die Hände auf, desgleichen die übrigen. Lassen sie sich aber auch dazu verleiten, wenn er einen nicht fliegenden Gegenstand ausruft, z. B. s fliegt e Schër nuf! so ist ein Pfand zu geben. Zss. Tubeⁿfakter Taubenzüchter Ingw.; –hëngst, –major, –vatter, –vogt Taubenfreund ebd., –kütter, –schlag. — Bayer. 579. Pfalz.

Bürzeltube [Pertsltýpə Hi.] f. Abart der Haustaube.

Fëldtübleⁿ [Faltíwlə Obhergh.] n. Pl. Pellkartoffeln. Hüt häⁿ mⁱr F. Vgl. Fëldhüeʰnel.

 PfWB  RhWB Holztübli n. Wildtaube Olti.

[Bd. 2, Sp. 644b]

Kränzletube f. Turteltaube Hirzfn.

 PfWB Lochtub f. Hohltaube wilde T. Su.

Turteltub, Turkeltub, Turpeltub, Tutteltube [Tùrtltýp u. Demin. –tíwl Bebelnh. Rapp. Kerzf. Str. Lützelstn.; Tùrtltæìwl Ndrröd.; Tòrtltýp Barr; Tòrtltíwl K. Z.; Tùrkltýp, –tíwl Obhergh. M.; Tùrpltýp Horbg.; Tùtltýpə Olti. Heidw. Wittenh.] f. ( das Demin. ist gebräuchlicher) Turteltaube; Lachtaube. D Turpltuweⁿ brüeleⁿ, s git Rëjeⁿ Horbg. Zss. ‘Durdeldywelkidder’ Männchen der T. Pfm. I 8. — Bayer. 621.

Tübeⁿ, Tübene, Täubene [Tíwə Str. K. Z. Han.; Tíwənə Lobs. Betschd.; Tæìwənə Bühl Ndrröd. N.] f. Täubin, weibliche Taube. Leʰn mⁱr dineⁿ Kitter e por Tau, ass ich ihne zue minere Diweⁿ setz! Dunzenh.Bayer. 579.

Tuberich [Typərìχ Oermi.] m. Täuberich. — Pfalz.

Täubert [Tæìwərt Bühl Ndrröd.] m. Täuberich. Vgl. Kütter.
 
 
Tubak [Typàk Liebsd. Hi. Banzenh.; Tùwàk Urbis Hüss.; Tywàk Heidw. Lutterb. O. Bf. Ndhsn. Illk. Str. Brum. Hf. Rauw.; Týwàk Hlkr. Co.; Tiwàk Geisp. K. Ingenh.; Təwàk Geud.] m. 1. Blätter der Tabakspflanze. T. aⁿstëcheⁿ die Blätter bei der Ernte auf die Schnur reihen Bf. 2. der verarbeitete Tabak. E Pfif T. eine Pfeife voll Rauchtabak U. E Schick T. ein Mund voll Kautabak Hf. E Pris T. eine Prise Schnupftabak Rauw. Hes T.? gib mⁱr e Schick! — Dir geʰt s aüʰ wi zëllem, wi het gseit: E Pfif how iʰ; wëⁿⁿ mⁱr jetz eineʳ T. git un e Schwëwlhölzl, kann iʰ aüʰ raücheⁿ antwortet der andere spottend Illk. ‘E Pif, e Pif, und Tuwack drin, E Deckel druf, geraacht muss sin!’ Dehli. JB. XI 71. Rda. ‘Der isch kein Prys Düwack wert’ Str. JB. XI 121. Do gäbt iʰ dⁱr keⁱn Pfif Tiwack drfür nichts K. Z. Dis is starker T. das ist kaum zu glauben Str. Anno T. irgend einmal, nie Liebsd. Hf. ‘Tuback’ Mosch. I 365. Zss. Tubaksbüchs(e), Tubakdebi, –evi, Tubak(s)kutsch, Tubaknas Schimpfname für die in der Tabakmanufaktur zu Str. arbeitenden Mädchen, Tubakspfif, Tubaksack Tabaksbeutel U., –sockeⁿ, –schnüer, –storzeⁿ. — Basel 89. Bayer. 578. Pfalz.

[Bd. 2, Sp. 645a]