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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Dieb bis tobig (Bd. 2, Sp. 642b bis 643a)
 
  Dieb [Tìəp S. O. U.; Tiep M., Tîp Str. Betschd. W.; Pl. Tìəpə Heidw., Tiəwə Co. Mittl. Dü., Tîp Str., Tìəp K. Z.] m. 1. Dieb. Rda. Dëʳ het dr Schelm aⁿ-dr D. tuscht der hat einen schlechten Tausch gemacht Su. Dër, wo deⁿ Sack hebt, is D. wⁱe dër, wo driⁿ düut M. JB. II 168. s. auch Sack 1. 2. verkohltes Ende, Rose, Schnuppe am Dochte des brennenden Talglichts, weil sie der Flamme ihre Helligkeit stehlen. Rätsel:

[Bd. 2, Sp. 643a]
‘Bi welle Diewe kamm'r s G'stohlene nit finde?’ Str. ‘Welle Dieb muess m'r butze?’ Buchsw. Stöber Volksb. 378, 379. — Bayer. 480.

Fadeⁿdieb m. Fadendieb. Dr Schnider is e Fadeⁿdieb, Dieb, Dieb, Dieb! (s. Amsel) Ruf. Bisch. In Barr singt der Kanarienvogel: Dr Schnider is e F., het alli schöneⁿ Mädleⁿ lieb.

 PfWB Fueterdieb m. Bezeichnung eines gefrässigen Tieres, das aber das Futter nicht wert ist, das sich nicht bezahlt macht; scherzh. auch vom Menschen Str.

Gaudieb m. Gauner Pfm. III 8. — Bayer. 855. Aus niederl. gaauwdief geschwinder Dieb.

Hüeʰnerdieb m. Hühnerhabicht, Astur palumbarius Horbg. U. Hörs, wie d Alt (die Henne) lockt? Sie het e H. gsëʰn Geud. H., mach mir e Ring un dir e R., ich gib dⁱr e goldigi Hueʰn drfür! rufen die Kinder dem Habicht zu Ballersd. Hi. Rda. Dr H. holt ⁱʰne er ist dem Tode verfallen Bisch. ‘Der löut inger sich wì e Hienerdieb’ er trotzt Dehli. JB. XI 41. ‘Dribb drabb, Hüehnerdieb! Hesch m'r mini Bibble lieb!’ Str. Stöber Volksb. 320. Vgl. –vogel. Syn. Stossvogel. —  DWB DWB. IV, II 1879.

Stroʰlsdieb m. Lump Str. CS. 106. ‘Do wurd der strôlsdieb rêchd in d'füscht nîn hann gelacht’ Bergmann 13.

 PfWB  RhWB Tagdieb [Tâjtìəp Co. Dü.; Ttìəp K. Z.; Tâtîp Str. Betschd.] m. Tagedieb. — Basel 70 dagdiebe faulenzen.

Diebeⁿ [Tîwə Str.] f. Diebin.

dobeⁿ, s. obeⁿ. — Schwäb. 130.
 
 
tobeⁿ [tówə Str. Lützelstn. Tieffenb.] toben. ‘Duen doch nit eso dowe!’ Str. JB. XI 119. Wann der Mann üwer sineⁿ Durst gedrunkⁿ hat, do tobt er, dass er keⁱⁿm Mënscheⁿ meʰr glicht Lützelstn. Rda. T. wi e Hund im Brunneⁿ heftig toben Tieffenb.Schwäb. 130. Bayer. 580.

tobig Adj. toll. ‘Sie sind vom Wein so tobig worden’ Zwinger. Andre Bsp. aus Geiler, Murner usw. CS. Hist. — Bayer. 581.