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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Bëngel bis Waldbengel (Bd. 2, Sp. 61b bis 62a)
 
  Bëngel [Pal fast allg.; Pæl Str. W.; Pl. ebenso; Demin. Paəli Banzenh. Dessenh., sonst Paələ, Pæələ] m. 1. dicker Ast, Prügel. Spw. Wëⁿⁿ meⁿ Spatzeⁿ fangeⁿ will, wirft meⁿ nit mit Bëngelⁿ drin mit Grobheiten gewinnt man nichts Bf. Wëⁿⁿ mr e Bëngele änger e Hërd Sui wirft, brüelˡt nummeⁿ die, wo s trifft M. JB II 168. ‘weder mit füsten, messern, bengeln, steinen oder deren glichen’ Str. 15. Jh. Brucker 45. ‘mit Pängel abgetrieben’ Müller 27. ‘die fürnemmsten rädlinsfüehrer an hievor schon hiezue bereiteten benglen vnnd säileren über die mauren hinauß .. gelassen’ Petri 442. ‘Ein Esel, wann er an einem orht felt, vnnd so er wider dahin kompt, mag man jn mit trämmeln vnnd benglen nicht drüber treiben’ Geiler 40. Narr (Kloster). ‘Laß redlich vff sie bengel regen’ Murner Mühle 693. Scherzhafter Neujahrswunsch: Iʰ wünsch dⁱr Glück, e B. uf d Ripp! Geiswasser; ähnlich in Ruf. [Wìnś ni klìkhàftiks neis Jór, a Paələ hìntərs Knìk ùn ains hìntərs Ór]. Iʰ wünsch dⁱr vil Glück, E Bëngl ins Gnick, Un e Hewl uf s Oʰr Bis uf s ander Joʰr! Rapp. JB. VII 166. Rda. An (iⁿ Mü. Jebsh. Su.) dr B. bisseⁿ an eine unangenehme Arbeit gehn Horbg. Do heißt's an deⁿ Bëngl (od. an d Kett) bisseⁿ schwere Arbeit verrichten Ruf. Uf dr B. holeⁿ auf Borg, Pump Banzenh. Ingersh.; vgl. Knebel 2 Seite 501; Bumps. Under m B. haⁿ in der Gewalt haben Geberschw. 2. Strich im Kartenspiel Hf. 3. Rausch Dessenh. 4. strammer, stattlicher Bursche

[Bd. 2, Sp. 62a]
Su. Bisch. NHof Z. 5. frecher Bursche, Bengel M. Lohr. ‘D'kleine Lytt hett Gott erschaffe, unn d'große Bengel wachse-n-im Wald’ Str. Als. 1851, 28. 6. Demin. hartgebackenes 4-Pfennigbrötchen Felleri. Ruf. Schweiz. 4, 1370. F. Schwäb. 848. Bayer. 250.

Brüegbëngel [Prìəkpal Obbruck; Prìaχp. Bf.] m. = Brüechhebel Seite 297.

Butzeⁿbëngel m. Grobian Str. ‘Nooch der Hochzyt sinn ’s als d’ greeste Buzzebengel’ Pfm. IV 3.

Furzbëngel m. Ophycléide CS. 37, krumme Posaune.

Prëssbëngel m. Hebel mit 2 Armen zum Auf- und Zuziehen der Handpresse Bf.

 PfWB Reidelbëngele n. Drehstange zum Reidleⁿ (s. d.) Su.

Schälbëngel m. geschälter Eichenast; die Rinde wird zum Gerben benutzt Ingersh. Rapp.; s. auch Schälhebel.

Spickbëngels [ʿSpekpæls Roppenh.] n. Knabenspiel: 3 Hölzer werden in den Boden gesteckt, ein 4. darauf gelegt, dies soll durch ein 5. beim Einrammen in die Erde heruntergeworfen werden.

Suppeⁿbëngele n. längliches, hartgebackenes Brötchen, für die Suppe bestimmt Rapp.

Trottbëngel m. Preßstange an der Kelter Heidolsh.; vgl. Trottbaum, Trotthebel Seite 298.

Waldbengel m. = Wëlleⁿbëngel. ‘die redlichen waltbengel, die ir rehte lenge habent’ Str. 1468 Brucker 144.